Über Muster, auf der Suche nach dem Wendepunkt

„Es gibt garantiert einen Grund“, sagt er und auch, dass es doch in den letzten Jahren immer einen gab und dass ich meist zuerst dachte, es gäbe keinen.

Wie sehr das tatsächlich eines meiner Muster ist, ist mir da erst klar geworden.

Ich merke, dass es mir irgendwie schlecht geht, ich mich nicht konzentrieren kann, nicht aufraffen kann, nicht freuen kann. Ich grüble, was da los ist, erkenne keinen Grund, bekomme Angst, es könnte keinen geben. Kein konkreter Grund bedeutet viel Angst davor, dass es wieder so schlimm werden könnte, wie in der Anfangszeit der Depressionen (obwohl es bei genauerer Überlegung ja sogar da einen konkreten Grund und Auslöser gab), die Spirale windet sich nach unten. Meist so lange, bis ich endlich weiss, was da in mir nagt, dann bin ich irgendwie beruhigt. Klar ist es doof, dass es etwas gibt, was mir so zusetzt, aber nichts ist so schlimm wie die Ungewissheit und daraus resultierende Angst. Und meist ist das Erkennen, was mich so in Aufruhr versetzt hat, schon wieder der erste Schritt in Richtung oben. Wenn da nur ein Grund ist, ist ja eigentlich alles doch irgendwie gut. Also bis auf das, was mich in Aufruhr versetzt, aber nichts ist so erschreckend, wie dieses diffuse Ungewisse.

Also jetzt die Dinge doch nochmal genauer betrachten und den/die Auslöser suchen. Das ist zumindest alles wieder ein bisschen greifbarer in meinen Gedanken und etwas, woran und womit ich arbeiten kann.

Katja

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5 Kommentare zu “Über Muster, auf der Suche nach dem Wendepunkt

  1. Liebe Kaja, ich lese ja nun schon eine ganze Weile hier bei Dir. Und immer denke ich/bewundere ich Dich, wie viel Kraft Du aufbringst, um deiner Depression die Stirn zu bieten. Und so frage ich mich gerade, ob es immer den einen Grund geben muss, wenn es Dir schlecht geht. Also, muss es immer einen genau definierbaren Auslöser geben, der Dich in ein Loch fallen lässt, der Dich runterreißt, der dich niederdrückt. Darum würde ich gern den Arm tröstend um Dich legen und Dir sagen: „Mensch Katja, Du bist vielleicht einfach erschöpft und fix und fertig. Da braucht es womöglich gar nicht mehr einen besonderen Auslöser. Das was Du tust, um Dich aus eigenen Stücken aus Deiner Depression zu kämpfen, das ist Schwerstarbeit, das ist nervenaufreibend, das ist viel, sehr viel, das ist anstrengend!“

    Liebe Katja, pass auf Dich auf!

    Rabea

  2. @Rüdiger: :)!

    @Anke: Ja genau. Und vielen Dank!

    @Zitronentarte: Aye! Feste!

    @Rabea: Mönsch Danke, Rabea. Als ich deinen Kommentar gelesen habe, musste ich direkt wieder schniefen.
    Ich glaube, das Greifen nach einem Grund ist für mich deswegen so wichtig, weil es den Tränen und dem Loch in dem ich hänge, eine Art ‚Berechtigung‘ gibt und mir ein bisschen die Angst davor nimmt, wieder so ins Bodenlose zu fallen. Wenn da ein greifbarer Grund ist, ist ja auch etwas Konkretes da, was ich überwinden kann…
    Womit du aber sehr recht hast und worauf ich so langsam komme ist, dass es keinen einen großen ominösen Auslöser gibt im Moment, der das alles ausgelöst hat, sondern da sind einfach viele Faktoren zusammengekommen und auf mich eingeprasselt – zu viele, mehr als ich gerade aushalten konnte.

    Mir geht es mittlerweile ja meistens recht gut und es fühlt sich alles relativ normal an. Ich vergesse dann gerne, wie dünn dieses Eis ist, auf dem ich mich da noch fortbewege.
    Danke für den Arm und deinen Trost!

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

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