Über Muster, auf der Suche nach dem Wendepunkt

„Es gibt garantiert einen Grund“, sagt er und auch, dass es doch in den letzten Jahren immer einen gab und dass ich meist zuerst dachte, es gäbe keinen.

Wie sehr das tatsächlich eines meiner Muster ist, ist mir da erst klar geworden.

Ich merke, dass es mir irgendwie schlecht geht, ich mich nicht konzentrieren kann, nicht aufraffen kann, nicht freuen kann. Ich grüble, was da los ist, erkenne keinen Grund, bekomme Angst, es könnte keinen geben. Kein konkreter Grund bedeutet viel Angst davor, dass es wieder so schlimm werden könnte, wie in der Anfangszeit der Depressionen (obwohl es bei genauerer Überlegung ja sogar da einen konkreten Grund und Auslöser gab), die Spirale windet sich nach unten. Meist so lange, bis ich endlich weiss, was da in mir nagt, dann bin ich irgendwie beruhigt. Klar ist es doof, dass es etwas gibt, was mir so zusetzt, aber nichts ist so schlimm wie die Ungewissheit und daraus resultierende Angst. Und meist ist das Erkennen, was mich so in Aufruhr versetzt hat, schon wieder der erste Schritt in Richtung oben. Wenn da nur ein Grund ist, ist ja eigentlich alles doch irgendwie gut. Also bis auf das, was mich in Aufruhr versetzt, aber nichts ist so erschreckend, wie dieses diffuse Ungewisse.

Also jetzt die Dinge doch nochmal genauer betrachten und den/die Auslöser suchen. Das ist zumindest alles wieder ein bisschen greifbarer in meinen Gedanken und etwas, woran und womit ich arbeiten kann.

Katja