Come on now

Rüdiger ist schuld an meinem aktuellen Ohrwurm, der sich jetzt schon seit etlichen Tagen hartnäckig hält! Er hat mir nämlich das Video in die Twitter-Timeline gebammelt und seitdem bekomme ich den Song nicht mehr aus dem Kopf und er dudelt hier täglich mehrfach. Auf genau diese rockige Gitarre stehe ich ungeheuer! Noch bin ich am Durchhören von Tyler Hilton, bisher hat mich aber kein zweiter Song so dermaßen gepackt, auch wenn auch der Rest durchaus gut hörbar ist.

Don’t want to worry the rest of my life
Just wanna stay here and have a good time

Wieder mal Dank an Rüdiger, der ein unheimliches Händchen für tolle Musikfunde hat!

Headbangend,

Katja

Gelesen im März 2014

Mal ganze vier Bücher in diesem Monat und der Hornby definitiv das beste, das ich in diesem Jahr bisher gelesen habe!

Nick Hornby – A long way down

Maureen, Martin, JJ und Jess könnten unterschiedlicher nicht sein – eine Hausfrau, die sich um ihren behinderten Sohn kümmert, ein abgewrackter Fernsehmoderator, ein Musiker, der seine Band und seine Freundin verloren hat und eine junge Frau, die dank ihres losen Mundwerks, Drogen und Alkohol von einer Schwierigkeit in die nächste gerät.

Gemeinsam haben die vier lediglich, dass sie sich zufällig in der Silvesternacht auf dem Dach eines Londoner Hochhauses – des Topper House – begegnen, jeder einzelne von ihnen dort oben, um zu springen und sein Leben zu beenden. Das geht natürlich nicht mit so vielen Zuschauern und so vertagen sie ihre Pläne erstmal. So verschieden die vier sind, diese gemeinsame Erfahrung verbindet sie und auch wenn sie die meiste Zeit streiten, irgendwie wollen sie einander doch helfen und ergründen gemeinsam, was sie dafür brauchen, am Leben zu bleiben. Und manchmal kommt auch einfach etwas dazwischen:

„He, Leute“, sagte JJ. „Bleiben wir doch bei der Sache.“
„Bei welcher? Ist das nicht gerade unser Problem? Nichts, wobei wir bleiben können?“
„Bleiben wir bei diesem Kerl.“
„Wir wissen doch nicht das Geringste über ihn.“
„Schon, ja, aber … ich weiss auch nicht. Irgendwie finde ich ihn wichtig. Wir waren auch drauf und dran, das zu tun.“
„Waren wir?“
„Ich ja“, sagte Jess.
„Aber du hast es nicht getan.“
„Du hast auf mir drauf gesessen.“
„Aber seitdem hast du es nicht noch mal versucht.“
„Na ja. Erst waren wir auf dieser Party. Dann sind wir in Urlaub gefahren. Und … na ja. Es kam dauernd irgendwas dazwischen.“
„Schrecklich, so was. Du musst dir unbedingt ein paar Tage im Terminkalender frei halten. Sonst kommt dir ständig das Leben in die Quere.“
„Halt die Fresse.“

(Nick Hornby – A long way down, Knaur, Seite 279)

Ich mag Bücher, bei denen ich ab Seite 100 denke, dass ich von dem entsprechenden Autor unbedingt alles lesen möchte und bei denen sich der Eindruck dann auch tatsächlich bis zum Ende hält. Hornby lässt die vier Protagonisten das ganze Buch in der ich-Perspektive erzählen, wobei die Sicht pro Kapitel zwischen den einzelnen Figuren wechselt. Das ist eine gute Methode, die mir die vier, trotz ihrer Unterschiede, alle nah gebracht hat. Manche Szenen schildern mehrere der Protagonisten je aus ihrer Sicht, manchmal erzählt nur einer und man erfährt dadurch wie die Handlung voranschreitet. Das hat er gut eingesetzt und für mich passend; die Toppers‘ House Four sind alle stimmige Figuren, zwar schräg aber konsistent. Ein wunderbares Buch, gerade auch, wenn man diese dunklen Phasen und Gedanken selber kennt. Durchhalten, rausfinden, was du brauchst – das könnte kein Ratgeber besser verdeutlichen.

Während ich das Buch gelesen habe, habe ich den Film ‚About a boy‘, der auf einer Romanvorlage von Nick Hornby beruht, gesehen – großartig. Das wird wohl das nächste seiner Bücher sein, die ich mir vornehme.

Astrid Lindgren – Pippi Langstrumpf

Vermutlich war bei den ganzen Büchern aus der Grundschulbibliothek, die ich seinerzeit verschlungen habe, auch Pippi Langstrumpf dabei – ich konnte mich aber überhaupt nicht erinnern, das Buch je gelesen zu haben und weil das natürlich ein großes Versäumnis ist, kaufte ich es mir vor einer Weile. Überaus präsent sind mir nur die Filme mit Inger Nilsson, die in diesem Jahr schon stolze 55 Jahre alt wird unglaublich!), und so ging es mir auch beim Lesen so, dass ich dauernd die Filmfiguren vor Augen hatte und den unglaublichen Charme, den die Filmpippi versprüht.

Grobe Angaben zum Inhalt kann ich mir hier wohl tatsächlich sparen. Ich glaube, selbst annähernd 70 Jahre nach dem ersten Erscheinen des ersten Buches, kennt (und liebt!) auch heutzutage noch jedes Kind Pippi Langstrumpf.

Ich bin gar nicht auf dem aktuellen Stand, ob es von Pippi eine neuere, überarbeitete Ausgabe (ich kaufte meine gebraucht und sie stammt aus 1996) gibt oder ob sie zumindest geplant ist, ich weiss nur, dass viel darüber diskutiert wurde, die (heutzutage) rassistisch konnotierten Begriffe zu ersetzen und aus Pippis Vater, der im Buch ein ‚Negerkönig‘ ist, einen Südseekönig oder dergleichen zu machen, und ehrlich gesagt, erschließt sich mir überhaupt nicht, weswegen das so hart diskutiert wird. Gemeint ist eindeutig – das wird spätestens beim Lesen klar – keine rassistische Deutung sondern eine exotische, die könnte man sehr simpel durch den Austausch weniger Begriffe erreichen, ohne dass dem Buch dadurch irgendetwas von seinem Charme genommen würde. Und man könnte es leichter lesen, ohne immer wieder an diesen Begriffen hängenzubleiben. Ich kann nicht verstehen, wieso man sich aus nostalgischen Gründen an Begriffe klammert, die man heutzutage in keinem Kinderbuch verwenden würde. Es sind ja vor allem nur die Erwachsenen, die daran klammern, nicht die Kinder. Und das Kulturgut Buch verkommt durch die Änderung nicht, sondern es würde den Pippi Büchern gut zu Gesicht stehen und man könnte sie auch heutzutage bedenkenloser Kindern zum Lesen geben, ohne einschränkende Erklärungen abgeben zu müssen.

Stephenie Meyer – Bis(s) zum Ende der Nacht

Halleluja, das war endlich der letzte Band der Twilight-Reihe und ich bin froh, dass ich das jetzt hinter mir habe. Es ist nämlich irgendwie die Pest. Ich finde diese Bücher ganz furchtbar, den Stil grottenschlecht, Bella geht mir seit den ersten 2 Seiten des ersten Bandes furchtbar auf die Nerven, das ist alles so kitschig und schwulstig und ‚Drama Baby‘, dass mir übel wird und trotzdem habe ich jeden der 4 Wälzer innerhalb kürzester Zeit inhaliert und ich musste auch alle lesen und konnte nicht nach dem ersten aufhören.

Irgendwas macht die Frau Meyer also verflucht richtig, auch wenn ich einfach nicht dahinterkomme, was es für mich ausmacht. So vorhersehbar die Geschichte in Teilen ist, so unterhaltsam ist sie doch andererseits.

Zur Geschichte an sich lässt sich natürlich nichts sagen, was nicht die vorherigen Bände spoilern würde, deswegen so kurz und knapp und ganz eindeutig: Team Jacob!

Elizabeth George – Denn bitter ist der Tod

Ein weiterer Krimi mit dem Ermittlerduo Thomas Lynley und Barbara Havers – er Spross einer alten englischen Adelsfamilie, sie Kind der Arbeiterklasse und diese Unterschiede sind es auch, die in fast jedem Fall der beiden auftauchen und die die beiden aber auch durch ihre sehr unterschiedlichen Herangehens- und Denkweisen ziemlich erfolgreich machen.

In diesem Band werden die beiden New Scotland Yard Ermittler nach Cambridge gerufen, wo eine junge gehörlose Frau – Tochter eines angesehenen Geschichtsprofessors aus erster Ehe – beim morgendlichen Lauftraining ermordet wurde. Ehebruch, Eifersucht, Gehörlosenkultur, dazu die privaten Sorgen der beiden Ermittler – meiner Meinung nach bisher der schwächste Band der Serie, weil Elizabeth George einfach unvernünftig viele verschiedene Aspekte und Geschichten in die knapp 500 Seiten gepackt hat und dabei jedes für sich ein bisschen zu kurz kommt. Dazu ein wirklich krudes Motiv für den Mord – ein bisschen zu dramatisch als dass es mir ein ‚aaaaah, ja klar‘ hätte entlocken können. Und ich mag ja lieber Ausgänge, wo man schon hätte drauf kommen können und immer so knapp dran vorbeischrammt.

Nichtsdestotrotz werde ich die Serie natürlich weiterlesen, denn das ist wirklich faszinierend: die Bücher kommen alle recht langsam und fade in Schwung und ich merke gar nicht, wie ich in den Sog gerate, der mich aber bei jedem Band irgendwann packt und dafür sorgt, dass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr weglegen würde, bis es fertiggelesen ist.

Katja

 

 

Dinge aus dem Bauch raus machen

Ich fotografiere wahnsinnig gerne und jedesmal, wenn ich an die Grenzen meiner kleinen Kamera oder meiner Fähigkeiten im Umgang damit stoße, ärgere ich mich und nehme mir vor, mir wenigstens endlich mal das Kamerahandbuch, das ich seit über 2 Jahren lesen will, anzuschauen. Eigentlich ist ja mein Plan, dass ich irgendwann mal von meiner kleinen Kompaktkamera weg und hin zu einer ‚vernünftigen‘ Kamera möchte – immerhin ist fotografieren eines meiner liebsten Hobbies. Aber weiter als bis zu diesem Vorsatz komme ich nicht.

Ich wurschtele gerne im Garten rum und immer, wenn mal wieder irgendwas nicht so wächst, wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte, denke ich, ich müsste überhaupt erst mal anfangen und mich besser informieren und irgendwo lesen, wie man das alles eigentlich und überhaupt macht, aber dann lasse ich es doch bleiben und mache die Dinge einfach so, wie ich es mir denke.

Ich backe gerne Brot (und muss das jetzt mit dem neuen Backofen endlich endlich mal wieder machen) und seit ich mal begriffen (im Wortsinne durch Spüren) hatte, wie sich der Teig anfühlen muss, hat das auch immer gut funktioniert. Trotzdem bin ich ein bisschen neidisch auf den besten Freund, wenn er mir von seinem Backen vorschwärmt, das er, im Gegensatz zu mir, seit ein paar Jahren mit immer mehr Fachwissen anpackt, mit zig alten Getreidesorten hantierend und die Zusammensetzung der Teige bis auf’s Gramm genau auslotend bis er das Ergebnis optimiert hat und etwas neues ausprobiert.

In letzter Zeit fällt mir immer häufiger auf, dass es genau diese Dinge sind, die ich am liebsten mache und die mir gut tun, weil sie mich erden (darüber habe ich hier vor ein paar Jahren schonmal ausführlich gebloggt), bei denen ich – obwohl ich sie gerne total gut können würde – eine innere Sperre dagegeben habe, mich intensiver mit dem Fachwissen zu dem Gebiet auseinanderzusetzen. Ich glaube, dahinter steckt tatsächlich die Furcht, mir könnte diese erdende Eigenschaft verloren gehen.

Diese Tätigkeiten, die mir gut tun, haben alle gemeinsam, dass ich sie intuitiv anpacke und wahrscheinlich ist das der Trick dabei, weswegen sie so kopfleerende Wirkung haben. Im Kopf sind nur wenige (Fach-)Informationen dazu gespeichert und ich muss nicht permanent darüber nachdenken, was ich mache oder wie ich es mache.

Wenn ich fotografiere, dann brauche ich mir überhaupt keine Gedanken über Belichtung, Blende und wie die Dinge alle heissen mögen, zu machen, weil ich nichts darüber weiss. Ich gucke einfach nur auf meine Kamera und versuche das einzufangen, was ich sehe. Ich versuche, die richtige Perspektive dafür zu finden und den richtigen Bildausschnitt und dann bange ich, bis ich zu Hause am Rechner das Bild in groß sehen kann, ob es mir gelungen ist.

Wenn ich Hefeteig knete, dann ist es genau das Nichtwissen, was mich dazu bringt, hinzuspüren und das Hinspüren ist genau das, was mir gut tut.

Und wenn ich was im Garten mache, dann ist dieser natürliche Prozess: Samen in Erde, Licht und Wasser dazu und dann entsteht ein duftendes Blümchen das, was es für mich so großartig macht.

Manchmal hadere ich mit mir, ob das wirklich der sinnvolle Weg ist – mich gerade mit den Dingen, die mir so gut tun, so wenig intellektuell zu beschäftigen, aber ich habe einfach so wahnsinnige Angst davor, dass mir genau diese Wirkung abhanden kommt, wenn ich dem Kopf gestatte, sich der Themen anzunehmen. Ich habe Angst, dass diese emotionalen Tätigkeiten vom Verstand übernommen werden, der ohnehin fast nie Ruhe gibt. Das Schlimme ist, dass ich das ja auch nicht gut, einfach nur mal testen kann. Ich glaube, es ist eine Einbahnstraße aus der es kein zurück gibt. Wenn ich weiss und verstanden habe, was die Einstellungen der Kamera können und bewirken, wird da immer diese Stimme im Kopf sein, die mir das zuraunt, wie es bei vielen anderen Dingen ist.

Ich bin so hin- und hergerissen, weil ich gerade in diesen, mir wichtigen Dingen, auch nie richtig gut werden kann – dafür reicht mein intuitives Machen dann doch nie aus – und dass ich mich gerade dort immer mit Geht-so-Ergebnissen zufrieden gebe(-n muss) und da ist dann auch noch dieser Zweifel, der mich plagt, ob nicht viel eher das der Grund dafür ist, dass ich diese Dinge nicht wissenschaftlicher angehe, weil ich fürchte, es auch mit mehr Wissen einfach nicht besser hinzubekommen, dann aber keine Ausrede für mich selber zu haben, dass es ja am bewusst gewählten Halbwissen liegt. *soifz*

Und dann ist da noch Kochen, was sicherlich für mich zu den erdenden (und Lieblings-) Tätigkeiten gehört. Da habe ich bis vor einigen Jahren immer nur ‚frei Schnauze‘ rumgebastelt und nie nach Rezepten gekocht. Auch da war, auch wenn mir das damals noch nicht so bewusst war, der Grund, dass ich dachte, ich würde den kreativen Anteil am Kochen irgendwie verlieren.
Mittlerweile koche ich mal einfach drauf los, mal nach Rezept und mir macht beides Spaß und es funktioniert auch beides nebeneinander. Durch die Beschäftigung mit Rezepten und auch mit einigen Techniken ist es sogar eher so, dass je mehr ich weiss, desto besser kann ich das (auch kreativ) umsetzen und desto mehr Lust habe ich auch bekommen, immer wieder neues auszuprobieren.

Was also, wenn ich mir da selber viele Möglichkeiten nehme? Und warum überhaupt grüble ich jetzt wieder genau über diese Dinge nach, über die ich eigentlich nicht so viel nachdenken möchte? Und weswegen kamen diese Gedanken mir ausgerechnet bei der Gartenarbeit, wo ich am liebsten gar nicht nachdenken möchte?

Man weiss ja so wenig!

Katja

 

Katja knipst Sonnenuntergänge, die 143. #17

Zum Beispiel jenen heute, der mich, als ich aus dem letzten Laden kam, direkt nochmal kurz an den Rhein gelockt hat, obwohl ich da vorm letzten Laden schonmal gewesen war. Aber dem lilafarbenen Leuchten, das ich hinter dem Supermarkt erahnen konnte, konnte ich einfach nicht widerstehen.

Wie schön, dass der Rhein hier direkt in Sonnenuntergangsrichtung liegt!

So sehr, wie in dieser Wohnung hier in der kleinen Stadt, ist mir übrigens früher nie aufgefallen, wie stark der genaue Sonnenauf- und -untergangspunkt von der Jahreszeit abhängig ist. Der Rhein ist dafür ein guter Maßstab.

(Klick macht groß)

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Katja

Strategiensammlung

Es wird langsam leichter, auch wenn ich längst noch weit von dem Status entfernt bin, mit dem ich mich wohl fühle. Aber ich hänge wenigstens nicht mehr so schlimm in diesem Tief, in dem gar nichts geht und mich alleine das Aufstehen so ungeheuer viel Kraft kostet.

Bevor ich das alles wieder vergesse – irgendwie neige ich dazu, diese schlimmen Tage zu verdrängen – muss ich hier wieder mal dringend ein paar Dinge festhalten, muss aufschreiben, mit welchen Strategien ich die letzten Tage vorangekommen bin, damit ich das für die Zukunft besser parat habe.

An einem Tag letzte Woche habe ich fast 3 Stunden gebraucht bis ich mich endlich rausgetraut habe. Die Angst vorm Rausgehen, vorm Einkaufen, vor den Menschen war in diesen Stunden wieder so schlimm wie vor Jahren. Diese Angst, alleine schon davor, die Wohnungstür zu öffnen, über die Schwelle zu gehen. Ich hätte es im Grunde sein lassen können oder verschieben, ich musste nicht zwingend an diesem Tag einkaufen. Aber irgendwas war da auch in mir, das nicht einfach so nachgeben wollte. Ich will das nicht mehr, will mich nicht wieder mit diesen gleichen Schwierigkeiten rumschlagen, die ich schon mit viel Kraft und Mühe überwunden hatte.

Irgendwann habe ich tief durchgeatmet, mir Klappbox, Geldbeutel, Handy, Schlüssel geschnappt mit dem Plan wenigstens bis zum Auto zu gehen. Wenn gar nichts ginge, könnte ich wieder reingehen – so der Deal mit mir selber. Das ging besser als erwartet also habe ich mir das nächst größere Ziel gesucht: wenn ich es schaffen würde, beim Bäcker Brot zu holen, hätte ich den dringendsten Punkt erledigt. Für alles andere könnten auch Notlösungen herhalten. Erst als ich mit Brot wieder im Golf saß, habe ich mir den nächsten Laden vorgenommen und am Ende hatte ich alles erledigt, was ich erledigen wollte und ich war zwar ordentlich erledigt, aber auch stolz auf mich, dass ich nicht einfach zuhause geblieben bin.

Seitdem versuche ich jeden Tag wenigstens vor die Tür zu gehen – und wenn es kurz in den Garten ist oder nur zum Briefkasten oder zu den Mülltonnen. Rausgehen wieder bewusst üben, damit es sich normal anfühlt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich nochmal wieder auf diesen Punkt zurückfallen würde – aber immerhin: es geht. Und seitdem hatte ich auch nicht wieder solche Panik und war auch in der Stadt.

Im Garten bin ich auch gewesen. Mich auf das besinnen, was mir gut tut. Mal alle ‚oh je, ich hätte längst machen müssen‘-Gedanken im Zusammenhang mit dem Garten verdrängen und alle ‚ich muss ganz dringend‘-Gedanken auch. Fragen Sie nicht, was Sie für Ihren Garten tun können, sondern was Ihr Garten für Sie tun kann – um mal ein berühmtes Zitat abzuwandeln und umzudrehen. Während ich im Garten bin, fällt es mir schwer, mich wirklich darauf zu konzentrieren, diese ‚müsste‘-Gedanken beiseite zu schieben, vieles dort drängt doch sehr. Aber mit Druck und Zwang bekomme ich das gerade ohnehin nicht auf die Reihe, bin sofort überfordert, Tilt – ausser Heulen geht dann nichts. Also langsam, eins nach dem anderen und was ich nicht schaffe, schaffe ich eben nicht. Ommm.

Einen Rahmen bekommt das alles dadurch, dass ich wieder angefangen habe, mit einer todo-Liste zu arbeiten. Dass ich ein Listenmensch bin und speziell für die diversen todos immer Listen gebraucht habe, habe ich ja schon häufiger gebloggt. Jetzt hatte ich irgendwann im Herbst oder Winter damit aufgehört, weil mir das völlig ausser Kontrolle geraten war und ich quasi für jeden Punkt, den ich gestrichen hatte, zwei neue noch mit auf die Liste gesetzt habe und nie fertig geworden bin. Das hat mich seinerzeit total überfordert und ich wollte es – wenigstens für eine Weile – ohne Liste probieren.

So im Nachhinein glaube ich, das war keine so gute Idee. Ich brauche diese Form, diese Struktur, diesen Halt, den die Listen mir geben. Ich brauche das als Motivations- und Aufraffhilfe an Tagen, an denen es mir nicht gut geht und an denen ich mich nicht gut motivieren kann, Dinge zu erledigen. Vor allem brauche ich aber gerade an diesen schlechten Tagen die Möglichkeit, Dinge durchzustreichen, die ich geschafft habe. Damit ich sehen kann, dass ich etwas und auch was ich geschafft habe. An diesen trüben Tagen fehlt mir nämlich komplett das Gespür und wenn ich das nirgends festhalte, kommt es mir so vor als hätte ich den ganzen Tag gar nichts hinbekommen. Meist ist das nämlich gar nicht so und diese Begleiterscheinung den Fokus in diesen Zeiten auf mein Scheitern zu legen und nicht darauf, was ich kann, gaukelt mir das nur vor.

Alles noch weit von gut entfernt, aber immerhin ist vieles schon wieder besser als noch vor einer Woche.

Katja

Direkt nochmal ein wirrer Traum

Keine Ahnung, was da gerade los ist und weswegen ich so umfassend träume und mich noch dazu nach dem Aufwachen so gut erinnern kann. Teilweise weiss ich sogar im Traum schon, dass ich träume, komme aber auch dann nicht aus der Geschichte raus. Vor einiger Zeit habe ich überhaupt nur mitbekommen, dass ich träume, wenn ich aus Albträumen erwacht bin. Ich deute das also gerade eher positiv, mich auch mal an andere Träume erinnern zu können – auch wenn die sehr wirr sind.

*

Im Traum letzte Nacht ging ich wieder zur Schule. Das Gebäude war von aussen eine Mischung meiner alten Sekundarstufenschule und der 30 Kilometer entfernten Berufsschule, innen war die Raumanordnung und die Korridore aber so wie am Kolleg, wo ich viel später mein Abi im zweiten Bildungsweg gemacht habe.

Ich musste eine Matheprüfung bei meinem alten Mathelehrer aus der Sekundarstufe schreiben. Das war ein furchtbar strenger Typ, der immer ‚ganz knau‘ sagte, wenn man eine gute Antwort gegeben hat. Wir hatten alle ziemlichen Respekt vor ihm und auch im Traum war mir ungeheuer wichtig, mit der Prüfung einen guten Eindruck bei ihm zu machen. Ich weiss aber nicht mehr, weswegen das überhaupt so wichtig war, aber es gab dafür einen Grund. Die Prüfung war total langwierig, ging von Dienstag (oder Donnerstag, das wusste ich im Traum schon nicht genau, nur dass es ein Tag mit D. war) über das Wochenende hinweg bis zum darauffolgenden Freitag. Ich musste täglich hin und die Aufgaben bearbeiten und weiss noch, dass ich mich furchtbar geärgert habe, weil ich auch samstags und sonntags für jeweils 8 Stunden von 8 bis 16 Uhr und ganz ohne Pause hin musste, um Matheaufgaben zu lösen. An die Aufgaben selber kann ich mich nicht erinnern und auch nicht daran, ob sie mir schwer fielen.

An dem Freitag als die Prüfung zu Ende war, war ich pünktlich fertig und hinterher total erleichtert. Dann ging ich in den 1. Stock des Gebäudes hoch (von innen glich das ja dem Hessenkolleg) und in den Gang, wo sich ein Teil des Wohnheims befindet. Da klopfte ich an S. Tür (mit der zusammen ich Abi gemacht habe) und wir saßen im Gemeinschaftsraum des Wohnheims und tranken zusammen Tee und ich zeigte ihr meine bearbeiteten Aufgaben. Das war insgesamt nur ein einziges Din-A4-Blatt, trotz der langen Prüfungsdauer, was S. total komisch fand, mir aber nicht ungewöhnlich vorkam. Sie sagte das direkt mehrfach und fragte, ob ich auch wirklich alle Aufgaben gelöst hätte, auch die, die nur an der Rückwand des Raumes an der Wand gestanden hätten. An meine Antwort kann ich mich nicht erinnern, nur dass ich auf einmal ein ganz flaues Gefühl hatte. Dann fragte S. noch, wieso ich denn eigentlich am kommenden Sonntag schon wieder um 8 Uhr da sein müsste und ob es jetzt nicht langsam mal gut wäre mit der Schikane durch Z. Jetzt wo doch die Prüfung eigentlich schon fertig wäre. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass ich am Sonntag wieder da sein musste und regte mich furchtbar darüber auf, weil ich doch so müde und erschöpft war.

Plötzlicher Szenenwechsel und ich saß mit meiner Freundin aus Kindertagen in deren Auto auf dem Beifahrersitz und wir wollten in die nahegelegene Stadt fahren. Wir hatten dort auch etwas bestimmtes vor, das weiss ich noch, aber nicht mehr, was es war. Auf dem Rücksitz saß ihr 2 Jahre jüngerer Bruder, wir waren alle etwa Anfang 20. Mir fiel auf einmal siedend heiss ein, dass ich immer noch meinen Zettel mit den Testaufgaben in der Tasche hatte und vergessen hatte, den abzugeben. Ich versuchte E. zu überreden, dass sie mich erst bei der Schule, die sogar fast auf dem Weg lag, vorbeifuhr, damit ich den noch abgeben könnte, aber sie meinte, der Z. (der Mathelehrer) würde den ja eh nicht mehr annehmen, jetzt wo ich den schon so lange mit mir rumgeschleppt und die Lösungen längst hätte googeln können. Sie fuhr also einfach weiter in die geplante Richtung und ich musste losheulen und war panisch. Ihr Bruder überredete sie dann, doch kurz an der Schule anzuhalten.

Dann war ich im Schulgebäude und lief einen langen grauen Korridor entlang (der gehörte zu keiner der echten Schulen, die im Traum vorkamen und ich wusste in dem Moment auch, dass ich den eigentlich gar nicht kannte). Währenddessen spielte ich gedanklich mögliche Dialoge durch, wie ich Z. überreden könnte, meine Aufgaben doch noch anzunehmen und wie ich ihm versichern könnte, dass ich die Lösungen natürlich nicht nachgeschlagen hätte. Der Korridor zog sich und zog sich und ich sah ganz am Ende einen Lichtschein, von einem großen Fenster, aber so angestrengt ich auch in die Richtung weiterging, später dann schnell lief, ich kam und kam nicht dort an und meine Panik über die nichtabgegebene Aufgabe und was deswegen passieren könnte, wurde immer größer.

Just als ein Schatten im Korridor vor dem Licht auftauchte und ich die Silhouette von Z. darin erkannte, der jetzt seinerseits in meine Richtung auf mich zukam, wachte ich auf.

Katja

Wirre Träume

Im Traum war ich Eigentümerin irgendeiner nicht näher bestimmbaren Firma. Die Geschäftsräume lagen in einem kleinen Wald am Rande eines Sumpfes und die Besonderheit war, dass lauter Leichen für mich arbeiteten. Mein direkter Untergebener war eine Art Frankenstein mit einer ganz hohen Stirn und er war auch für die Mitarbeiterbeschaffung zuständig. Wie er da genau vorging, wollte ich gar nicht so genau wissen.

Was die Firma machte, kam im Traum nicht näher heraus, aber ich sah häufig je zwei Leichen, alle männlich, gemeinsam Pappkartons tragen, die in etwa das Format von Türen hatten, also eher groß, rechteckig und im Verhältnis sehr flach. Die luden sie auf kleine Lastwagen mit offener Pritsche und manchmal entluden sie sie auch und trugen sie in einen Holzschuppen, der ein Teil der Firmengebäude war.

Ich weiss, dass die Geschäfte – was auch immer meine Firma machte – ganz gut liefen und plötzlich verschwanden immer mehr unserer Mitarbeiter bzw. kamen einfach nicht mehr zur Arbeit. Ich weiss noch, dass ich dachte, dass das ja echt komisch war, weil Leichen doch gar nicht krank werden und sie ja deswegen so gute Mitarbeiter waren. Gehalt wollten sie übrigens auch keines, ich kann mich erinnern, dass ich einem eines anbot und er fast empört ablehnte.

Auf jeden Fall blieben irgendwann die Arbeiter aus und wir brauchten dringend neue, die der Frankenstein-Untergebene besorgen sollte. Wir hatten das vorher nicht abgesprochen, wie er sich darum kümmert, aber dann erzählte er mir, er hätte (Namen vergessen) angerufen und ihm die Firmenanschrift gegeben und der hätte versprochen, zügig neue Leichen zu schicken. Und in dem Moment kippte die ganze Stimmung im Traum total um. Ich hatte den Namen gehört (an den ich mich jetzt blöderweise nicht erinnern kann) und kannte denjenigen und hatte Todesangst vor ihm. Weil mein Frankenstein-Mitarbeiter ihm noch dazu die Adresse gegeben hatte, rechnete ich jeden Moment mit seinem Auftauchen und auch die Leichen waren auf einmal gar nicht mehr friedliche, fleissige Mitarbeiter sondern furchteinflößend.

Ich hatte furchtbare Todesangst vor diesem Namen und dann wurde ich wach und auch im Wachen hallte diese Panik noch lange in mir nach, obwohl ich wusste, dass sie aus dem Traum kam. Irgendwie fühlte sich in dem Moment die Wohnung nicht mehr sicher an und ich hatte Angst, jemand könnte hier eingedrungen sein, obwohl ich genau wusste, dass diese Stimmung nur aus dem Traum nachklingt. Das war gegen 3 Uhr heute Nacht.

Irgendwann bin ich dann doch wieder eingeschlafen und hatte im nächsten wirren Traum schon wieder ein Geschäft. Dieses Mal aber ganz anders. Das war ein heller, freundlicher Laden irgendwo mitten in einer Großstadt. Eher schmal als tief und mit einer großen Schaufensterfront. Obwohl ich selber überhaupt keine Ahnung davon hatte (wie vorher ja auch schon) war ich die Inhaberin und machte einen Friseursalon auf, in dem es aber auch Kaffee und Gebäck gab. Das Gebäck stellte ich selber im Raum hinter dem Laden her, der eher einer Backstube in einer Bäckerei als einem Lager im Friseursalon glich. Gegenüber der Schaufensterfront gab es eine lange Reihe von Spiegeln vor denen die Frisierstühle standen und ich hatte ebensoviele Friseure unter Vertrag wie Stühle da waren. Die waren also durchgängig besetzt und mit dem Rücken zum Schaufenster stand da noch eine lange Reihe von schwarzen Ledersofas mit niedrigen Couchtischen, die auch immer komplett von Wartenden besetzt waren. Ich konnte mir das im Traum selber nicht erklären, aber irgendwie war das Ladenkonzept ungeheuer erfolgreich. Die ganzen einander fremden Wartenden freundeten sich in der Wartezeit bei Kaffee und Keksen an und waren alle glücklich, wenn sie den Laden verließen und versprachen, ihn weiterzuempfehlen. Und auch die Friseure waren immer alle gut gelaunt und glücklich.

Das Skurrilste war, dass irgendwann Flix, mein Lieblingscomiczeichner, den Laden betrat. Ich bekam das erst gar nicht mit, weil ich gerade hinten am Backen war und von den anderen Menschen, schien ihn seltsamerweise niemand zu erkennen. Er saß eine Weile auf einem der Sofas (woher ich das weiss, obwohl ich am Backen war, weiss ich überhaupt nicht. Ich glaube, das was im Laden passierte, lief eher wie ein Film ohne meine Beteiligung ab, wenn ich nicht gerade dort war. Ich habe zumindest viele Szenen mitbekommen, an denen ich gar nicht beteiligt war), dann stand er auf, steckte kurz den Kopf durch die Tür der Backstube und sagte, dass er dann mal Kaffee kochen würde. Dann drehte er sich zu den anderen Wartenden um und sagte denen das gleiche und fragte, wer noch einen wolle.

Dann bin ich wieder aufgewacht.

Einzig die Friseurassoziation kann ich mir gerade gut erklären und auf was mein Unterbewusstsein da im Schlaf angesprungen ist.

Katja