Seelenschmeichler

Es gibt so Dinge, die probiert man zum ersten Mal und dann weiss man plötzlich, weswegen sich irgendwann mal jemand den Begriff „Soulfood“ ausgedacht hat. Lauwarme Puddingreste, direkt aus dem Topf gelöffelt, erzeugen bei mir immer dieses Gefühl – obwohl ich Pudding an sich viel lieber kalt esse.

Selbstgemachte Grießklößchen gehören für mich auch dazu. Ich bin in einer Reis- und Grießsuppenfamilie aufgewachsen, allerdings gab es bei uns immer eingebrannte Grießsuppe – speziell wenn wir krank waren und das ist auch heute noch mein bevorzugtes Essen, wenn es mir richtig lausig geht.

Grießklößchen kannte ich nur von Tütensuppe und fand sie entsprechend unspektakulär. Dann stieß ich vor 2 Jahren bei Tanya auf den Link zu einem Grießklößchenrezept und sie nannte das damals seelenschmeichelnd und ich musste einfach unbedingt probieren. Seitdem liebe ich Grießklößchensuppe. So weich, so samtig, so buttrig. Hach.

Und jedes Mal, wenn ich sie zubereiten will, habe ich Angst, das Rezept – denn genau so sind sie perfekt – nicht mehr wiederzufinden. Ich dachte, ich hätte das schon etliche Male in die Bookmarks gepackt, aber da finde ich es nie. Also google ich immer nach ‚Grießklößchen Kyramae‘ und klicke mich dann vom Treffer auf Tanyas Blog weiter zum Originalrezept. Jetzt wird es an der Zeit, das Rezept mal wirklich zu sichern, damit mir das nicht irgendwann verloren geht.

Für ein gutes Dutzend Grießklößchen braucht man:

60 g weiche Butter
120 g Grieß (ich nehme, was ich im Haus habe, Hart- oder Weichweizen, es klappt mit beiden)
2 Eier
1/2 – 1 TL Salz

Und so geht’s:

Die Zutaten mit einer Gabel gründlich miteinander vermantschen, dann die Masse mindestens eine halbe Stunde lang stehen lassen. In der Zwischenzeit kann man prima Gemüse klein schnippeln und anrösten und eine Gemüsebrühe kochen. Ich mache meist, wenn ich insgesamt gerade nicht furchtbar viel Zeit habe, einen Kompromiss aus ein bisschen frischem Gemüse (eine Zwiebel, zwei oder drei Karotten, ein bisschen Sellerie, Lauch – je nachdem, was ich gerade frisch da habe oder an Resten im Tiefkühler) und gieße dann aber mit 1 – 1,5 l fertiger Gemüsebrühe auf.

Wenn die halbe Stunde rum ist, sollte die Suppe mal aufgekocht sein und der Herd soweit zurückgedreht, dass sie nur gerade so vor sich hin simmert. Mit 2 Esslöffeln Klößchen bzw. Nocken oder wie auch immer man sie nennen mag, von der Grießmasse abstechen und in die Suppe geben. 20 bis 25 min in der heissen Brühe ziehen lassen, mit der Suppe auf Teller geben. Essen. Losgrinsen.

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Katja

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8 Kommentare zu “Seelenschmeichler

  1. Seelenschmeichler gefällt mir viel besser als Soulfood 🙂 (auch wenn es hier ein augezeichnetes Restaurant namens Soulfood Kitchen gibt)

    Hab sogar alles im Haus und werde das sicher bald ausprobieren.

  2. @Svü: Und wirklich schnell und einfach gemacht. 🙂

    @Frau Leo: Lass sie dir schmecken! Bei Pudding muss ich auch immer automatisch an dich denken. 🙂

    @Emily: Aber waren die dann nicht noch roh? *ürks* So hätte ich sie ja nicht gemocht. 😀

    • Bei der Suppe wird der Grieß zuerst hellbraun in Butter angeröstet (gerne auch mit ein bisschen Knollensellerie zusammen) und dann mit Brühe aufgegossen. Muss dann noch so ca. 15 min leise vor sich hinköcheln, dann quillt der Grieß auf und die Suppe wird, wenn die Mengenverhältnisse halbwegs passen, etwas dickflüssig. Kindheitskrankheitsessen. ❤

    • Für dein virtuelles Schüsselchen gibt es hier doch immer eine Füllung, Rabea! 🙂
      Aber ohne Klößchen? Die sind doch das beste am Süppchen. 😀

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