Wirre Träume

Ich war wieder an der Uni, in einer Art Hörsaal, aber mit Labortischen und hatte Chemievorlesung. Ich glaube, es war die erste im neuen Semester, denn den Prof kannte ich nicht. Der hielt aber gar keine Vorlesung, sondern drückte mir eine Kiste mit Büretten in die Hand, die ich verteilen sollte, damit wir das Experiment durchführen konnten. Dann verschwand er durch die Tür neben der Tafel. Ich versuchte, die Büretten gleichmäßig zu verteilen, aber es gab nicht ausreichend viele für alle und ich fühlte mich total überfordert davon, die irgendwie gleichmäßig zu verteilen. Also gab ich den 5 Leuten, die in der ersten Bank saßen, jedem eine und hatte dann aber nur noch etwa gleich so viele für den ganzen restlichen Saal. Als mir das bewusst wurde, versuchte ich, in der ersten Bank wieder welche einzusammeln, aber die hatten schon eigenständig angefangen, welche davon weiterzugeben und ich verlor total den Überblick.

Dann saß ich in der hinteren Reihe, obwohl mein Platz eigentlich in der dritten von vorne am rechten Rand gewesen war, und versuchte umständlich die Bürette zu befestigen, sonst hatte ich noch gar nichts gemacht und wir hatten auch gar keine weiteren Laborgeräte oder Chemikalien bekommen. Auf einmal stand der Prof neben mir und nahm mir meine Bürette wieder weg und sagte, ich hätte das für’s erste Mal ganz passabel gemacht und die Vorlesung wäre ja eigentlich schon seit 10 Minuten vorüber.

Ich wollte in meine nächste Vorlesung gehen, hatte aber total vergessen, was ich als nächstes hatte. Da standen noch irgendwelche Leute um mich rum, von denen ich nicht weiss, wer sie waren, aber keiner von denen konnte mir sagen, wo ich als nächstes hin müsste. Ich durchsuchte hektisch meine Tasche, weil ich dachte, ich hätte in meinem Block einen Stundenplan. Eine der umstehenden Frauen nahm mir den Block aus der Hand und blätterte ihn durch und meinte, da wäre kein Stundenplan. Ich geriet in Panik, weil ich ja jetzt ohnehin schon spät dran war. Ich blätterte selber nochmal durch und natürlich war da der Stundenplan und zwar ganz vorne im Block und als ich mich gerade bei ihr beschweren wollte, dass sie ihn nicht gefunden hatte und aufblickte, waren alle anderen schon aus dem Raum verschwunden.

Als nächstes stand im Plan eine Physikvorlesung und die fand seltsamerweise in meiner alten Schule, wo ich Abi gemacht habe, statt. Und ich wusste in dem Moment, dass der Ort ja 20 km von meinem Studienort entfernt ist und ich überhaupt keine Chance hätte, jemals pünktlich zu sein, aber ich musste nur ein paar Meter laufen – eigentlich auf dem Weg zu meinem Auto – und stand plötzlich vor der Treppe zum Schulgebäude. Dort musste ich gar nicht suchen, wo meine Vorlesung stattfinden würde, ich ging einfach zielstrebig auf den Chemiesaal zu, wo damals unser Leistungskurs stattfand, denn die Vorlesung sollte auch bei meiner alten Chemie- und Physiklehrerin aus Kollegzeiten sein.

Auf dem Weg dorthin begegnete mir eine Frau, mit der ich Abi gemacht hatte – die zweite Katja meines Jahrgangs und sagte: „Die P. will heute kein Eis.“ Im ersten Moment wusste ich überhaupt nicht, was für eine P. sie meinte und verstand die kryptische Nachricht nicht, aber dann fiel mir ein, dass sie meine Nachbarin P. meinte, die ich in der Woche vorher nach der Physikvorlesung dort im Gebäude getroffen hatte und mit der ich Eis gegessen hatte. Ich erinnere mich noch, dass ich das selber sehr schräg fand, weil es ja eigentlich die erste Woche im neuen Semester war.

Plötzlich stand ich wieder neben der zweiten Katja, jetzt aber nicht mehr im Schulgebäude, sondern auf einer großen Brücke über einen Fluss, von der aus wir beide mit alten Brotwürfeln Schwäne fütterten und sagte: „Es ist schon schön, jemanden im Haus zu haben, von dem man sich Eier borgen kann.“

Dann bin ich aufgewacht.

Katja

(Jetzt bin ich wirklich gespannt, ob sich nachher rausstellt, dass ich gestern eigentlich hätte Eier kaufen müssen, wenn ich nachher Waffeln backen will. 😀 )

7 Kommentare zu “Wirre Träume

    • Haben locker gereicht. Ich brauchte nur 2 und hätte 6 gehabt.
      Allerdings frage ich mich jetzt natürlich, was mir der Traum ansonsten sagen wollte. ‚Geh wieder zur Uni‘ kann’s ja nicht gewesen sein. 😀

  1. Ich mag wirre Träume. Ich bin selbst Meisterin darin.

    Ich würde ja meine innere Traumdeuterin darauf ansetzen, aber ich finde, der letzte Absatz leitet so das Happy End ein, dass jede Deutung unnötig ist. Ja, es ist schön, so jemanden im Haus zu haben, auch wenn man nicht darauf angewiesen ist 😀

    • Das lustige ist, dass ich mich bei diesem Happy-End-Satz im Traum unglaublich weise fühlte! Als hätte ich damit eine bahnbrechende neue Entdeckung verkündet. :mrgreen:

  2. Ich beneide ja jeden, der sich so detailreich an seine Träume erinnern kann. Bei mir sind das immer nur Fetzen, total verschwommen meist dazu. Und interessanterweise erinnere ich mich auch, wenn überhaupt, dann nur an solcherlei total schräge Träume… ich hätte echt gerne mal nen richtig schönen, kristallklaren Traum, an den ich mich entsinne :/

    Der Eiersatz ist in der Tat auf seine Art sehr weise, find ich 😉

  3. @Silencer: Ich bin ja eigentlich schon ganz froh, wenn es mal kein Albtraum ist! Meist kann ich mich nur an die erinnern, weil ich davon oft wach werde.

    @Isi: Da hilft nur eines: mehr tagträumen! Da kannste dir schöne kristallklare Träume nach Maß ersinnen. 🙂

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