Wie geht das denn? #2 – heute: Orangen schälen

Rüdiger beschwerte sich letztens auf Twitter, dass es Orangen mit Reißverschlüssen geben müsste und ich glaube, es ist tatsächlich so, dass viele Orangen sehr viel lieber essen als sie zu schälen.

Mir ging das früher auch so, bis ich damals™ meine Ausbildung begonnen hatte, denn eines der ersten Dinge, die ich in der Ausbildung lernte, war das easy-peasy Schälen von Orangen. Nicht, dass das tatsächlich Ausbildungsinhalt gewesen wäre – ich hab ja vor Urzeiten mal Verwaltungsfachangestellte gelernt – aber die erste Abteilung, in der ich während der Ausbildung eingesetzt war, war das Jugendamt und dort war Dagmar meine Ausbilderin und Dagmar liebte Orangen und aß in der Orangensaison jeden Tag in der Mittagspause eine an ihrem Schreibtisch. Ich saß oft daneben, habe aber nie so wirklich darauf geachtet, wie sie die Orangen schälte. Ich merkte nur irgendwann, dass sie dabei verdammt schnell war. Und gut gelaunt. Ich hingegen war beim Schälen immer am Fluchen, weil ich immer nur so Quadratzentimeterchen Schale am Stück abfitzeln konnte.

Von Dagmar lernte ich dann also recht bald, wie man das richtig macht und weil die Methode fast so gut wie ein Reißverschluss an der Orange funktioniert, erkläre ich euch das hier mal. Ist ja gerade auch die passende Jahreszeit und vor uns liegen noch etliche Monate mit erntefrischen Orangen. 🙂

Man braucht dafür nicht mehr als Orangen und ein kleines scharfes Küchen- oder Taschenmesser.

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Ich nehme dafür immer eines meiner heissgeliebten Windmühlen-Messer, das hier natürlich Kneipchen heisst, denn so nennt man die kleinen Küchenmesser in der Gegend, wo ich aufgewachsen bin. 😀

Als erstes die Orange mit leichtem Druck eine Weile über den Tisch rollen und zwar so, dass man die Richtung und Lage auch mal ändert, damit sie möglichst vollständig mal den Tisch berührt hat. Man kann dabei ruhig so fest zudrücken, dass sie gerade so unter der Hand nachgibt.

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Auch wenn man nicht mit meiner Technik weitermachen möchte, hilft das „Drückrollen“ dabei, dass man die Schale (und vor allem die weisse Innenhaut) leichter von der Frucht abbekommt.

Dann wird das Messer wie im nächsten Foto angesetzt.

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Wenn man sich Stil- und Blütenansatz als Pole denkt, also quasi am Äquator. Da schneidet man dann mit leichtem Druck einmal rundum. Vorsicht, nicht zu tief, es soll nur die Schale eingeschnitten werden, nicht die Frucht.

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Als nächstes steckt man vorsichtig einen Finger auf einer Seite unter die Schale und fährt mit dem Finger unter der Schale einmal entlang der Schnittkante rund um die Frucht.

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Das wiederholt man dann auf der zweiten Schalenseite.

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Und dabei merkt man dann schon, dass sich die Schale fast vollständig löst. Dann die Orange mit beiden Händen greifen (je eine Schalenhälfte) und leicht gegeneinander drehen. (So wie früher den Zauberwürfel, die Älteren unter euch werden sich vielleicht erinnern. :D) Davon gibt’s leider kein Bild, ich brauchte ja beide Hände zum Drehen.

Und schwuppdiwupp (ein Wort übrigens, das heutzutage viel zu selten verwendet wird!) kann man beide Schalenteile jeweils am Stück abziehen.

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Dann muss man nur noch mit mehr oder weniger Geduld ein bisschen von der weissen Innenhaut abfummeln et voilà!

Echte Bastelmenschen können aus derart unverletzten Orangenschalen sicher noch was Tolles zaubern und Kerzen reingießen oder dergleichen. :mrgreen:

Bei mir landet sie ganz schnöde im Biomüll und die Orange auf einem Teller.

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Oder direkt im Mund.

Katja (wieder mal im Erklärbärenkostüm)

 

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17 Kommentare zu “Wie geht das denn? #2 – heute: Orangen schälen

  1. Nun esse ich schon seit über 50 Jahren Orangen, aber so hab ich sie noch nie gepellt.*aufeinkaufzettelnotier:Orangenkaufen* Und morgen probier ich das aus, versprochen. Du hast nicht zufälligerweise einen Tipp wie man eine Pomelo problemlos schält? Da brauche ich immer eine gute halbe Stunde und fluche wie ein Mann 😉
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Doro
    P.S. Du bist ein sehr guter Erklärbär 🙂

  2. Das sieht ja mal praktisch aus! Der kleine Goth und meine Wenigkeit pulen stundenlang an Orangen und Mandarinen herum, da wir die weiße Haut nicht mögen… und wenn mir das zu friemelig ist, schäle ich die Dinger komplett mit einem scharfen Messer und filetiere sie einfach :mrgreen: das geht schwubdiwupp

  3. @Doro: Berichte dann doch bitte mal, wie dir die Methode gefällt. 🙂
    Für Pomelos habe ich keine Ahnung, aber vielleicht klappt das ja mit der gleichen Methode?!
    Und danke für’s PS!

    @Rabea: Filetieren mache ich nur, wenn ich sie als Filets brauche, sonst ist mir das zu viel Verschnitt. 😀 Aber wenn man die Innenhaut ganz schlimm findet, ist das vermutlich die schnellste Methode. Probier mal das mit dem Rollen! Dann geht die Innenhaut auch viel besser ab. 🙂

    @Anette: Aber wenn ich denn mal irgendwo Saarländer höre, finde ich das immer ziemlich unverständlich, weil die Sprachmelodie so ungewohnt und anders ist – auch wenn die Worte sich gleichen.

    @Orangenhamster: Oh, jetzt bin ich ein bisschen neidisch auf die Orangen. 😀 Sag doch bitte auch hinterher mal Bescheid, wie du mit der Methode klar kommst, ja? 🙂
    (Habt ihr eigentlich bei den Tapas mal „Tortilla de Camarones“ probiert? Haben wir dieses Jahr zum ersten Mal entdeckt und ich habe dann hinterher bei der Rezeptsuche festgestellt, dass es die auch nur in der Gegend rund um Cadiz gibt. Die hab ich heute auf jeden Fall zum ersten Mal ausprobiert, nachdem ich endlich Kichererbsenmehl ergattert habe. :))

  4. Artikel gelesen: check!
    Kneipchen: check! (nennt man auch hierzulande so – das gehört so)
    Orangen: ……. ORANGEN? ….. *knirsch

    Merci für die Anleitung. Toller Service. Ich werde berichten, ob es für mich ein adäquater Reißverschlußersatz ist. Letztlich ist eine ganze Menge Koordination und Konzentration notwendig, die wenn die Gier nach Fruchtfleisch unstillbar wird, vermutlich nur mühsam aufrechterhalten werden kann. :mrgreen:

  5. @Rebekka: 🙂 Ich bin echt gespannt, ob ihr das auch alle so genial findet wie ich. Ich habe seitdem nie wieder eine Orange anders geschält.

    @WdW: Ich mach das eigentlich ganz gerne. Das ist für mich eine gute Geduldsübung. (Kann man ja nie ausreichend üben. :D)
    Filetieren ist gar nicht schwierig. Man braucht nur ein scharfes Kneipchen dafür. 🙂

    @Rüdiger: Aber es geht eigentlich ganz schnell, weil man die Schale nicht in vielen Einzelteilen abpulen muss. 🙂

  6. So, ich habs probiert, mit Orangen, mit Clementinen ( bisschen sehr friemelig 😉 ) und mit Pomelos. Hat alles supi geklappt, wenigstens die ganz dicke Hauptpelle bei den Pommis gings schneller ab. Ich werde sicher nun nie mehr anders pellen. 🙂
    LG Doro

    • Doro, das freut mich, wenn’s bei dir auch gut funktioniert! 🙂
      Bei Clementinen habe ich das noch nie probiert, da tüdele ich die Schale immer so ab. Sollte ich mal testen!
      Liebe Grüße zurück. 🙂

  7. Pingback: Tagesplan | thatblog.de

  8. Pingback: Seit Erklärbärkatja… | Lebenzeichnendes

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