hinschauen und nachfragen – eine Bitte

(Entschuldigung, der folgende Text klingt in Teilen pathetisch. Ich brüte jetzt schon eine Weile darüber und bekomme einfach keine bessere Formulierung hin, weil mir das Thema nahe geht und wichtig ist.)

Der November ist für mich der schlimmste Monat des Jahres. Nicht nur, dass es kalt, oft nass und dunkel ist und dass aus dem tollen Herbstbunt schmutziges Grau geworden ist, für mich liegen in dem Monat auch viele Daten, die traurige Erinnerungen heraufbeschwören. Im November hat mich in den letzten mehr als 10 Jahren die Depression fast immer mit voller Wucht erwischt und niedergedrückt.
Ich hab die letzten Wochen in diesem Jahr viel besser überstanden als in den vergangenen, weil ich schon vorher mit der entsprechenden Aufmerksamkeit den Monat verplant habe, mit Dingen, die mir gut tun und mich ausreichend beschäftigen und ablenken. Das kann ich – mittlerweile – weil ich mich und meine Depressionen ausreichend gut kenne und auch einige Tricks, die zumindest manchmal funktionieren, um das Fallen zu vermeiden.

Aber der November ist nur einer der Monate in der dunklen Jahreszeit und eigentlich will ich hier gerade gar nicht über mich sprechen, sondern habe eine Bitte an euch:

Bitte guckt in diesen dunklen Wochen (und gerade rund um die Feiertage, an denen sich Einsamkeit für viele Menschen noch schlimmer anfühlt, als im Rest des Jahres) ein bisschen genauer hin, wie es den Menschen in eurem Umfeld geht.

Und bitte trinkt doch mal einen Tee oder Kaffee mit denen, die über einen längeren Zeitraum niedergeschlagen auf euch wirken – auch, wenn ihr eigentlich in der Vorweihnachtshektik keine Zeit dafür hättet – und fragt mal nach, wie es ihnen geht. Und falls sie ‚gut gut‘ oder ‚muss ja‘ oder ähnliches antworten und das kommt euch nicht ehrlich vor, dann fragt vielleicht noch ein zweites Mal nach, wie es ihnen wirklich geht. Es braucht manchmal viel Mut, um ehrlich zuzugeben, wenn es einem wirklich schlecht geht und die Beharrlichkeit, die echtes Interesse vermittelt, kann da helfen. Falls diese Menschen dann erzählen, hört einfach zu (und falls ihr könnt /es passt / ihr wisst wie, bietet Hilfe an – das ist aber oft längst nicht so wichtig, wie die grundsätzliche Zugewandtheit).

Euch kostet das nicht viel – ein bisschen Zeit, vielleicht einen Kaffee, vor allem aber Aufmerksamkeit, aber – und das mag jetzt sehr pathetisch klingen – es kann unter Umständen ein Leben retten.

Wer die dunklen Schatten einer Depression kennt, der weiss, wie unbezahlbar in manchen Momenten das Gefühl ist, dass es jemanden gibt, der sich dafür interessiert, wie es einem geht. Wie wertvoll es ist, wenn da jemand ist, der zuhört, der einem mal stumm die Hand drückt, der einfach da ist.

Bei fast allen meiner Blogeinträge ist für mich das Aufschreiben das Wichtigste, sei es um den Kopf zu sortieren oder um Erinnerungen zu konservieren. Bei diesem ist es mir wichtig, dass er gelesen wird, dass er wahrgenommen wird. Ich mache das eigentlich nicht und ich komme mir ein bisschen seltsam dabei vor, aber dieses Mal bitte ich euch sehr, den Link zu teilen / zu verbreiten – oder eben auch gerne auf andere Weise mit den Menschen in eurem Umfeld über das Thema zu reden, über das Hingucken und Nachfragen zu reden. Alleine, wenn man über Depressionen offener reden kann, weil sie nicht mehr so ein Tabu in unserer Leistungsgesellschaft sind, ist sehr viel (!) erreicht. Scham treibt in Einsamkeit und oft treibt Einsamkeit in noch größere Verzweiflung und den vermeintlich einzigen Ausweg.

Mir graut davor, auf Twitter oder sonstwo im Netz wieder über einen Suizid zu lesen – was leider zu der Jahreszeit in den letzten Jahren häufig passiert ist. Und das sind nur die wenigen, die das Netz mitbekommt. Und mir graut auch vor der Welle von Trauer und Ohnmacht.

Aber wir sind gar nicht so ohnmächtig! Jetzt ist eine gute (Jahres-)Zeit, um sensibel mit dem Thema umzugehen und ein Auge auf die Menschen im eigenen Umfeld zu haben!

Bitte passt ein bisschen aufeinander auf!

Und natürlich ist das Thema nicht nur jetzt aktuell.

Katja

Nicht verzagen, August fragen!

Als ich noch sehr klein war, dachte ich, mein Opa könne zaubern oder aber mindestens mal hellsehen.

In der Küche meiner Großeltern gab es eine Eckbank, im typischen 60-er Jahre Stil aus hellem schnörkellosem Holz, bezogen mit rotem Kunstleder, dem man die Künstlichkeit schon von weitem ansah und eine meiner Lieblingsbeschäftigungen so mit 2 oder 3 Jahren – oder zumindest eine der Schlechtwetter-Beschäftigungen, an die ich mich heute noch erinnern kann – war, auf dieser Eckbank hin- und herzuflitzen. Und immer wieder hin und her bis kurz vorm Ende, dann abrupt abbremsen, denn es gab ja keine seitliche Lehne, die mich gestoppt hätte, umdrehen und wieder zurück. Damit konnte ich mich bei Regenwetter, wenn es zu ungemütlich war, um draussen zu spielen, lange lange Zeit beschäftigen.

Wenn mein Opa von draussen reinkam, er hatte eigentlich immer irgendwas draussen zu tun, wovon er dann irgendwann reinkam, sagte er stets „Pass auf, gleich fällst du!“ und genau so kam es. Konnte ich vorher auch stundenlang (vielleicht waren es in echt auch keine Stunden und es kommt mir nur in meiner Erinnerung so vor) gefahrlos und unfallfrei auf der Bank herumrennen, so war der Spaß immer vorbei, wenn mein Opa die magische Warnung aussprach, denn kurz danach schaffte ich es tatsächlich nicht mehr rechtzeitig abzubremsen und fiel mit Karacho auf den Küchenfußboden. Damals war für mich klar, dass er mindestens hellsehen konnte, wenn er nicht gar selber mit seiner Magie dafür verantwortlich war, dass ich runterfiel.

Natürlich durfte ich dann immer auf seinen Schoß und er hat mich getröstet, wenn ich mir weh getan hatte. Aber ganz geheuer war er mir damals nicht.

Später dann, irgendwann in der Pubertät merkte ich, dass mein Opa derjenige war, der für jedes praktische Problem eine Lösung fand. Mit schulischen Dingen brauchte ich ihn nicht zu behelligen, er war nur zur Volksschule, wie man das damals nannte, gegangen, aber für jedes ‚geht nicht mehr‘ oder ‚hält nicht mehr‘ oder dergleichen fand mein Opa eine ebenso simple wie gute Lösung.

„Nicht verzagen, August fragen!“ war einer der Sätze, die ich vermutlich am häufigsten von meinem Opa gehört habe. Er konnte mit Holz ebenso gut umgehen wie mit Metall, er fräste und drehte, hobelte und schraubte und manchmal wickelte er auch ganz einfach eine Schnur um die Dinge, die nicht mehr hielten, aber stets konnte man sich darauf verlassen, dass er eine passende und haltbare Reparaturmethode auf Lager hatte.

Und wenn die erste Lösung einmal nicht funktionierte, dann machte er einfach so lange weiter bis er die passende Methode fand.
Als mein erstes Auto dauernd nächtliche Besuche eines Marders bekam, der die Zündkabel durchnagte, klapperte mein Opa sämtliche Nachbarn mit Hunden ab, um sich Hundehaare zu besorgen und stopfte die in den abgeschnittenen Fuß einer Perlonstrumpfhose von meiner Oma, weil das seiner Erfahrung nach am ehesten half. Da wo Hunde waren, hielten sich Marder fern.
Als das nichts half und ich zum wiederholten Male ein neues Zündkabel brauchte, verteilte mein Opa mehrere dieser Duftsteine, wie man sie zur Erfrischung von Toiletten benutzt, unter der Motorhaube meines alten Golfs. Mein Auto wirkte mit den Strümpfen voll mit Hundehaaren und mit den WC-Duftsteinen ein bisschen wie ein Voodoo-Schrein, zumindest kam es mir damals so vor, aber vor dem Marder hatte ich eine ganze Weile Ruhe.
Als er irgendwann zurückkehrte, oder vielleicht war es bis dahin auch ein ganz anderer, zimmerte mein Opa mir schließlich einen Holzrahmen, den er mit diesem feinmaschigen Draht bespannte, wie man ihn üblicherweise für Hasenställe verwendet. Den musste ich abends unter die Motorhaube schieben und danach brauchte ich nie wieder neue Zündkabel. Natürlich war es auch mein Opa, der oft genug, wenn ich es vergaß, den Draht für mich unter das Auto schob. Bei seiner allabendlichen Runde, bei der er kontrollierte, ob alle Türen verschlossen waren, vergaß er nie, auch nach meinem Auto zu schauen. Und das erstreckte sich auch darauf, dass ich mich damals nie um solche Dinge wie Scheibenwischwasser oder den Ölstand oder im Winter Frostschutz im Kühler kümmern musste. Noch bevor ich überhaupt an diese Dinge gedacht hätte, hatte mein Opa sich schon gekümmert.

Ich kann mich an ein einziges Mal erinnern, wo ich sauer auf meinen Opa war und das war, als er hinter meinem Rücken den Nachbarn darum gebeten hatte, „Friedolin“ zu fällen. Da war mein Opa schon zu alt, als dass er das gefahrlos selber und alleine hätte machen können. Friedolin war der alte Kirschbaum in unserem Garten, dem ich als Kind diesen Namen gegeben hatte und unter dem ich auch später, als ich älter wurde, noch häufig mit einem Buch auf den Knien, den warmen Baumstamm im Rücken, gesessen habe. Der Baum war alt und so verwachsen, dass man selbst mit einer Leiter nicht mehr gefahrlos hochklettern konnte, um die Kirschen zu ernten. Und auch das machte meinen Opa aus – in erster Linie zählte der praktische Nutzwert von Dingen und ein Kirschbaum, dessen Kirschen man nicht mehr ernten konnte, dessen Zeit im Garten war abgelaufen. Als ich an jenem Abend in die Küche meines Opas kam, wusste ich direkt, dass etwas nicht stimmte, denn dass er so herumdruckste, um mir etwas zu erzählen, das kannte ich von meinem Opa, der stets gerade heraus war, nicht.

Mein Opa war der treueste Mensch der Welt. Als meine Oma nach fast 50 gemeinsamen Jahren plötzlich ins Krankenhaus musste, weil ihre eine Herzklappe nicht mehr richtig arbeitete, da fuhr mein Opa jeden Morgen in aller Herrgottsfrühe die 25 km und als sie nach 3 Wochen in ein anderes Krankenhaus verlegt wurde dann über 40 km und blieb von morgens bis nach dem Abendessen im Krankenhaus an der Seite meiner Oma. Er fütterte sie, er wusch sie, er kämmte ihr Haar und hielt ihre Hand, wenn die Kanüle wieder einmal verstopft war und die Ärzte einen neuen Versuch unternehmen mussten, noch eine Stelle zu finden, in der sie die Nadeln stechen und einen neuen Zugang legen konnten. Sechs Wochen lang verbrachte er jeden einzelnen Tag von morgens bis abends im Krankenhaus, die meiste Zeit davon mit Kittel und Mundschutz, Haube und Handschuhen versehen auf der Intensivstation und selbst, wenn meine Mutter oder ich hinfuhren, blieb auch er noch dort und ging nicht, bevor er sicher sein konnte, dass er an dem Tag nichts mehr für meine Oma tun konnte.

Als meine Oma starb, sah ich meinen Opa zum ersten und einzigen Mal weinen, wie ein kleines Kind.

Mein Opa war der erste (und vermutlich auch einzige) Mensch, bei dem ich als Kind das Gefühl hatte, mich hundertprozentig auf ihn verlassen zu können und dass seine Liebe zu mir an keine Bedingungen geknüpft ist.

Von ihm lernte ich, dass es besser ist, die Dinge eines nach dem anderen anzugehen – so wie man eben Klöße isst. Natürlich lernte ich das nicht auf Hochdeutsch von ihm, sondern im Dialekt des kleinen hessischen Dorfes, in dem ich aufgewachsen bin. Und von ihm lernte ich auch nach kreativen Workarounds zu suchen, wenn mir nicht auf Anhieb eine elegante Lösung einfiel. Aber ich vermute, dass er mit dieser Beschreibung seiner Art, Probleme anzugehen, gar nichts anfangen könnte, denn er war immer mehr ein Macher als jemand, der lange über die Dinge nachdachte.

Heute wäre der 93. Geburtstag meines Opas. Ich weiss nicht mal, ob er tatsächlich ein gläubiger Mensch gewesen ist, aber ich weiss, dass er immer die Vorstellung von diesem Himmel hatte, in dem man all seine Lieben nach dem Tod wiedertrifft und in dem er gehofft hat, meine Oma wiederzutreffen. Und wenn ich nur ein bisschen von der Zauberkraft meines Opas, an die ich als Kind fest geglaubt habe, geerbt habe, dann wünsche ich ihm von ganzem Herzen, dass er genau dort heute sitzt und seinen Geburtstag feiert!

Katja

Neulich in meiner Küche

Wird Zeit, dass ich mal damit anfange, ein paar der Rezepte der letzten beiden Sonntage zu notieren. Weihnachten steht ja quasi schon in den Startlöchern, kocht doch mal für eure Lieben! 🙂

Los geht’s mit dem Menü vom 17. November, von dem es hier zumindest schon mal die Bilder gab:

Crostini mit Ziegenkäse

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Sehr simpel und gut tauglich als erstes Häppchen zum Aperitif.

Man braucht dafür:

Baguette, pro Nase 1 oder 2 Scheibchen
Ziegenweichkäse von der Rolle (ich habe immer Sainte Maure, aber natürlich tut’s auch jeder andere Ziegenkäse oder auch Camembert, wem Ziege zu streng ist)
Walnüsse
Pflaumenchutney (Klick für’s Rezept), aber es gehen sicherlich auch Preisselbeeren
gutes Olivenöl

Und so geht’s:

Backofen auf 180-200°C vorheizen. Baguette in Scheiben schneiden, auf ein Backblech legen und die Oberseite dünn mit Olivenöl einpinseln. Für ein paar Minuten in den Ofen schieben bis die Oberseite leicht bräunt.
Dann jede Baguettescheibe mit einer Scheibe Ziegenkäse belegen und wieder in den Ofen schieben bis der Käse schmilzt. Einen Klecks Chutney drauf, eine Walnusshälfte reindrücken und direkt servieren.

Wenig Aufwand, gute Wirkung.

Und weil’s gerade passt:

Mein aktueller Lieblingsaperitif, den es bei uns dazu gab, ist der 4.4.2

4 cl Grand Marnier
4 cl sprudelndes Mineralwasser
2 cl Zitronensaft

mit ’nem Scheibchen Zitrone und 1, 2 Eiswürfeln.

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Süffiges Zeug das!

(No-Butter-no-Chicken-) Kürbiscappuccino mit Parmesankeks

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Bei der Suche nach einem Suppenrezept für mein Menü war ich auf ein Rezept für Kürbiscappuccino gestoßen, der mit Milchschaum serviert wird und das fand ich des Effekts wegen ganz schick.
Beim Testkochen stellte sich dann raus, dass die Suppe (mit Orangensaft und Kokosmilch) zwar ganz nett schmeckte, aber auch nicht darüber hinauskam. Und dann fing mein großes Problem an, denn es gibt so viele Kürbissuppenrezepte wie Bärchenpärchen in meinem Regal – vielleicht sogar noch ein paar mehr.

Weil es aber ein paar Tage vorher bei uns wieder mal Tanyas Keine-Butter-Huhn gegeben hatte – eines der Rezepte, die ich wahnsinnig gerne und immer wieder koche, weil ich die Duft- und Geschmacksexplosion der Gewürzmischung so unheimlich mag – kam mir die Idee, die Gewürze in Kombination mit Kürbis zu probieren und das fand ich so grandios, dass ich sehr versucht bin, Kürbissuppe jetzt immer so zuzubereiten.

Man braucht dafür:

1 kleinen Hokaidokürbis
1 rote Zwiebel (weiss tut’s aber auch)
2 Knobizehen
Ingwer, ungefähr ein daumengroßes Stück
2 EL Tomatenmark
1 EL brauner Zucker
1 EL Cumin (ganz)
1 EL Garam Masala
1 TL Curcuma
1 TL rote Chiliflocken, gemahlen
1 TL Salz
2 EL Joghurt (oder Schmand, den hatte ich gerade offen)
ca. 1/2 Liter Gemüsebrühe
Olivenöl

Und so geht’s:

Den Kürbis halbieren, die Kerne und den sehr weichen Innenteil des Fruchtfleischs mit einem Löffel auskratzen und den Kürbis mitsamt der Schale, die man beim Hokaido mitessen kann, in ca. 1,5 – 2 cm große Würfel schneiden.
Die Zwiebel schälen und fein würfeln, ebenso Knobi und Ingwer. Die Gewürze schonmal zusammensammeln und in ein Schälchen abmessen. Das habe ich von Tanya übernommen, das ist praktischer als später über dem Topf rumzuhantieren.

Olivenöl in einem ausreichend großen Topf für alle Zutaten erhitzen und die Zwiebel, den Knobi und den Ingwer ein paar Minuten bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Dann sämtliche Gewürze dazugeben und unter Rühren anbraten. Dabei nicht vergessen, sich über den wahnsinnig intensiven Duft zu freuen, der aus dem Topf in die Nase steigt! Das Tomatenmark dazugeben und mit den Gewürzen und Zwiebel und Co. zu einer Art Paste im Topf verrühren, dann die Kürbiswürfel dazugeben und unter rühren ein bisschen anbraten bis der Kürbis rundum von der Paste überzogen ist. Joghurt dazu, ebenso die Gemüsebrühe und bei mittlerer Hitze mit aufgelegtem Topfdeckel für ca. 20 min vor sich hinköcheln lassen und immer mal umrühren.

Das kann man bis hierhin prima am Vortag vorbereiten – auch wenn dann natürlich den Gästen bei der Ankunft leider nicht mehr der krasse Duft der gerösteten Gewürze im Flur schon in die Nase steigt.

Wenn der Kürbis weich ist, die Suppe mit dem Pürierstab pürieren. Falls man das am nächsten Tag macht, sollte man den Kram unbedingt vorher (!) erhitzen und erst danach pürieren. Es ist sehr viel einfacher, weil wenn die Suppe schon püriert ist und dann kocht, blubbert das heisse Kürbismus vulkanähnlich durch die halbe Küche. Falls die Suppe zu dickflüssig ist, nochmal einen Schluck Brühe oder auch einfach Wasser dazugeben.

Das kann man einfach so in tiefen Tellern oder Suppenschalen servieren, aber wenn man einen Kürbiscappuccino daraus machen möchte, muss man jetzt mit einem Milchschaumerzeugungsgerät seines Vertrauens Milchschaum erstellen. (Bei mir macht das ein Gerät, das mit Induktionsenergie arbeitet und falls ihr Kaffee mit Milchschaum liebt, kann ich das ohnehin uneingeschränkt empfehlen. Dolles Teil, superstabiler Schaum und alle Teile sind spülmaschinentauglich. *der hier Klick*). Dann die Suppe in ein Glas füllen, den Schaum drüber und nach Belieben oben noch Dekogewürz drauf streuen – bei mir sind das ein paar Chilifäden.

Dazu gab’s Parmesankekse. Die hatte ich schon vor längerem beim Sammelhamster entdeckt und hab’s in der Tat noch mit den Resten des im Juli aus Italien mitgebrachten Parmesan zu backen. Rezept hab ich ein bisschen variiert.

Für meine Variante braucht man:

70 g weiche Butter
50 g Kürbiskerne
80 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Salz
30-40 g Parmesan
1 Ei

Und so geht’s:

Backofen auf 180°C vorheizen. Kürbiskerne trocken in einer Pfanne anrösten, anschließend ein bisschen abkühlen lassen und auf einem Brett mit einem Messer ein bisschen kleinhacken. Den Parmesan fein reiben.

Butter, Mehl, Backpulver, Salz und Ei mit den Fingern zu einem Teig verkneten. Die Kürbiskerne drunter kneten und ca. walnussgroße Kugeln aus dem Teig formen. Die Kugeln ein bisschen flach zu Keksen drücken und auf einem mit Backpapier belegten Blech ca. 20 – 25 min backen bis sie leicht bräunen.

Schweinefilet gefüllt mit Backpflaumen in Rumsoße mit Kartoffelplätzchen und Rotkraut

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Wie praktisch! Die Rezepte hatte ich alle schonmal verbloggt. Ich verlinke also an dieser Stelle nur. Vom Rotkraut hatte ich zum Glück noch ein Glas selber eingekochtes im Keller stehen und habe an der Stelle viel Zubereitungszeit und -arbeit gespart. (Und dabei fällt mir ein, wofür ich mir in den nächsten Wochen auch direkt dringend wieder mal Zeit nehmen sollte.)

Schweinefilet-Klick

Kartoffelplätzchen-Klick (Die müsste man sowieso viel häufiger machen! Wie montags angebratene Restklöße vom Sonntagsessen. Nur, dass man sich den Umweg über die Sonntagsklöße spart, gebraten schmecken sie eh nochmal so gut!)

Rotkraut-Klick

Vorbereiten lässt sich davon das Rotkraut – wenn man es einfriert oder in Gläsern einkocht mit ordentlich Vorlaufzeit – und die Kartoffeln kann man am Vortag schon kochen und pellen. Pressen oder reiben sollte man sie aber erst am Morgen des Essens und dann kann man sie auch direkt in Plätzchen verwandeln und dann später nur in die Pfanne werfen. Das Schweinefilet lässt sich auch schon morgens bis zu dem Punkt, wo’s in die Pfanne kommt, gut vorbereiten und im Kühlschrank lagern.

Wenn man das Menü in dieser Zusammensetzung und Reihenfolge kocht, ist es gut, direkt nach den Crostini den Backofen ein bisschen offen stehen zu lassen, damit er auf ca. 80°C runterkühlen kann bis man an der Stelle ankommt, an der das Filet warm gehalten werden muss, damit man die Soße in der Pfanne reduzieren kann. Da lassen sich auch die Kartoffelplätzchen auf Küchenkrepp warm halten, falls man nicht alle auf einmal in die Pfanne bekommt.

Und dann noch:

Orangen Crème Brûlée

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Für 4 solcher ofenfester Förmchen braucht man:

200 ml Sahne
200 ml Vollmilch
das Mark aus 1 Vanilleschote
6 Eigelb
50 Gramm Zucker
1-2 EL Grand Marnier
1 TL fein geriebene Orangenschale (weil es so schwierig ist, Orangen zu bekommen, deren Schale unbehandelt ist, weiche ich da meist auf jene aus, die es bei den Backzutaten zu kaufen gibt)
1 Prise gemahlener Kardamom (jetzt zuschlagen! Zumindest hier in der kleinen Stadt ist es fast unmöglich, das Zeug ausserhalb der Weihnachtsbäckereizutatenverkaufssaison zu bekommen.)
2-3 EL brauner Zucker zum Karamellisieren

Und so geht’s:

Die Vanilleschote auskratzen. Das Vanillemark zusammen mit der ausgekratzen Schote, der Sahne, der Milch, der Hälfte des Zuckers und dem Grand Marnier in einem kleinen Topf zum kochen bringen. Dann vom Herd nehmen und wieder auf etwa Handwärme abkühlen lassen.

Den Backofen auf 150°C vorheizen.

Dann die leere Vanilleschote rausfischen. Die Eigelb verrühren, einen kleinen Schluck der Milchmischung dazugeben und mit einem Schneebesen mit der zweiten Zuckerhälfte verrühren. Der Zucker sollte sich möglichst auflösen, aber das Eigelb nicht schaumig werden. Langsam den Rest der lauwarmen Milch-Sahne-Mischung zufügen und alles miteinander verrühren und auch Orangenschale und Kardamom mit einrühren.

(Die meisten Crème Brûlée Rezepte, die ich gesehen habe, verlangen, dass man direkt Eigelb und Zucker verrühren soll. Macht das nicht! Das gibt kleine Zucker-Eigelb-Klümpchen, die sich nie wieder auflösen. Mit einem Schluck Milchmischung geht es hingegen wunderbar.)

Die Mischung in die ofenfesten Förmchen füllen. Die Förmchen in eine große flache Auflaufform, in die alle reinpassen ohne sich zu berühren oder in die Fettpfanne des Ofens stellen und die Form bzw. Fettpfanne mit Wasser auffüllen, sodass das Wasser bis 1-2 cm unter dem Rand der Creme-Förmchen steht.

In den Backofen damit und nach 35-40 min anfangen, immer mal danach zu schauen und an den Förmchen zu wackeln, um festzustellen, ob die Masse schon gestockt ist. Man merkt das eigentlich relativ leicht. Die Oberfläche sieht zwar schon recht schnell fest aus, aber wenn man an den Förmchen wackelt, bilden sich da große Wellen. Wenn die Masse fest genug ist, bewegt sich die Oberfläche beim Förmchenwackeln nicht mehr.

Meine letzte Crème Brûlée brauchte ca. 50 min. Mein Backofen hat aber eine Macke und dieses Mal hatte ich die Form doppelt so lange im Ofen und habe am Ende die Temperatur auch noch ein bisschen erhöht. So lange man aufpasst, dass die Oberfläche nicht zu dunkel wird, kann innendrin kaum was passieren, wenn man die Creme etwas länger im Ofen hat.

Für mindestens 4 Stunden, aber besser ist über Nacht in den Kühlschrank stellen. Lässt sich also auch super vorbereiten.

Direkt vorm Servieren dann mit braunem Zucker bestreuen und den Zucker mit einem Gasbrenner karamellisieren. (Das kann man wohl auch im Backofen machen, sofern der über einen Grill verfügt, aber ich habe das noch nicht ausprobiert und weiss auch nicht, ob das schnell genug geht, damit die Creme nicht wieder warm wird. Das Schöne an der fertigen Creme ist ja nämlich eigentlich, die noch etwas warme, knackige Karamellkruste über der gut gekühlten Creme.)

Und das war’s schon. 🙂

Alles viel weniger Aufwand als es vielleicht erst mal aussieht, das Kochen ging ja fast schneller als das Aufschreiben. 😀

Demnächst dann noch die Rezepte vom Freunde bekochen gestern!

Katja

Übrigens gab es hier und hier auch schonmal Rezeptsammlungen von vollständigen Menüs.

Und sonntags kocht das Murmeltier*

Die Fotos sind heute leider alle in lausiger Fix-nach-dem-Anrichten-in-der-Küche-knipsen-Qualität, lecker war’s aber trotzdem!

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Wenn nur dieses leidige Küche aufräumen und sauber machen am Ende nicht wäre.

*die Katja

Und nochmal 10 Fragen

Die wunderbare Welt des Wissens bewarf mich mit einem Scheit Holz und während hier die Kaminbauarbeiten auf Hochtouren laufen, damit ich die guten Stöckchen hinterher noch in knisterndem Kuschelfeuer recyclen kann, beantworte ich bisweilen schonmal die wunderbaren 10 Fragen:

  1. Die Aliens, siehe Frage 6 von Fellmonsterchen, landen. Sie können genau eine Frage stellen. Welche?
    Ey kennt ihr eigentlich ‚English Man in New York‘ von Sting? Cooler Song!
  2. Wenn Sie ein Geschenk basteln müssten statt eines zu kaufen, was wäre das?
    Bei mir läuft sowas meistens auf etwas aus der heimischen Küche hinaus und dann richtet es sich nach der oder dem zu Beschenkenden. Ich probiere ja schon, mich nach Vorlieben zu richten, so ich sie kenne.
  3. Wenn Sie die Wahl hätten: würden Sie lieber Gedanken lesen können oder sich unsichtbar machen (ich habe das vage Gefühl, ich hätte diese Frage bereits gestellt, aber ich suche das jetzt nicht)?
    Unsichtbar machen, das könnte ich wirklich häufig gerne. (Der krasse innere Widerspruch ist, dass ich mich manchmal auch genau im Gegenteil nicht ausreichend bemerkt und wahrgenommen fühle und das fühlt sich auch nicht gut an. *soifz*)
  4. Mit BärchenPärchen ist alles…?
    …sowas von superduperundüberhauptwas klärchen!
    Und das konnte man zB hier schon bewundern: *klick*, *klack*, *klonk*, *klickedi*, *klackedi*, *plitsch*, *zonk*, *platsch*, *klatsch*, *brzzzzl*
    (Und ich habe gerade festgestellt, dass mein ältestes Bärchenpärchenfoto sogar älter als Katrins Erfindung des Bärchenpärchenstöckchens ist. :))
  5. Wie wehren Sie sich erfolgreich gegen unsinnige Arbeitsaufträge?
    Ich bin in der relativ (naja, irgendwas ist ja immer) glücklichen Lage, dass ich wenige davon bekomme. Im Spanischkurs manchmal lautstark, wenn’s mir zu irrsinnig erscheint.
  6. Wenn Sie im Urlaub Steine u/o Muscheln sammeln: was machen Sie zu Hause damit?
    Ich sammle fast nur Steine, die mag ich lieber als Muscheln und einzelne davon schleppe ich manchmal schon hinterher monatelang mit mir rum, wenn sie sich gut anfühlen. Die meisten wandern erst mal ins Regal, später irgendwann dürfen sie sich mit den ganzen älteren Steinen aus vorherigen Strandbesuchen in einer Kiste vermischen.
    Oh und: ich muss von jedem Strand, den ich besuche, mindestens einen Stein mit nach Hause schleppen. Meist der erste, der mir ins Auge fällt und gefällt. In Spanien ist das manchmal gar nicht so einfach – an den breiten feinsandigen Stränden gibt es manchmal fast keine Steine.
  7. Darf man erhaltene Geschenke wegwerfen?
    Nein. Ja. Nein. Ich weiss nicht. Kommt auf den Schenker an. Und die Dauer, die man es schon aufbewahrt hat. Und die Stimmung, in der man sich dem stellt. Also ich denke grundsätzlich schon. Nur mir fällt es manchmal schwerer als es sollte.
  8. Was ist Ihrer Ansicht nach der Sinn des Lebens?
    42! (Oder um mal Svüs Blogtitel zu zitieren: „Der Sinn des Lebens ist leben“. Das gefällt mir eigentlich ganz gut.
    Wobei es ja eigentlich dem Spruch von Hans-Christian Andersen widerspricht, den ich schon eine Weile in der Sidebar habe: „Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu.
    Also irgendwie eine Kombination aus leben, aber eben mit den zusätzlichen Dingen, die Glück ausmachen.)
  9. Welches Obst wird unterschätzt?
    Hm, vielleicht die Nektarine! Die ist nämlich weitaus mehr als so eine Art rasierter Pfirsich. Man kann sie auch wunderbarst in viele Salate reinwerfen und das gibt einen herrlichen Kick, der aber dezent genug im Hintergrund verweilt, als dass man es als Obst (oder sogar als: „Igitt Obst im Salat!1elf“) wahrnehmen würde.
  10. Und sonst so?
    Müde. Und Rücken. Heute fast den ganzen Tag in der Küche gestanden und das Essen für’s Freunde bekochen morgen vorbereitet, und in der Wohnung gerödelt. Dann heute Abend spät noch die Schnapsidee gehabt, dass ich frische Luft brauche und am Rhein gewesen und jetzt bin ich halb erfroren und wollte eigentlich längst im Bett liegen, hab mich aber stattdessen hier im Stöckchen verbissen. 😀
    (Liebe WdW, ich liebe diese Frage! Das war auch meine Zehnte und das kann man ja gar nicht oft genug fragen. *5*)

Ich bin so frei, keine neuen Fragen auszudenken, sondern auf meine kürzlich erst im Zusammenhang mit Suses 10 Fragen erdachten zu verweisen. Die sind ja auch noch gut. Hat ja bisher kaum jemand beantwortet. Also bitte nur keine Scheu! Ich freue mich über Antworten. 🙂

Katja

 

 

 

made my day

(via)

Katja

Neulich beim Einkaufen

…und dann hatte ich in Gedanken schon den Tweet formuliert, dass es in den Jahren, als ich die Wohnung nicht verlassen konnte und keinen Menschen begegnet bin, viel einfacher war, Menschen zu mögen als es das jetzt ist, wo ich dauernd auf welche treffe und dann gab’s auch noch die eine letzte Zutat für’s nächste Freunde-Bekochen am Sonntag nicht und ich musste noch in den letzten verbleibenden Laden in der kleinen Stadt und ausgerechnet jenen, den ich am wenigsten mag und dort kehrte sich dann tatsächlich alles um.

Erst besteht eine Frau darauf, dass ich vor ihr da gewesen wäre und sie also gerne warten möchte bis ich bedient worden bin, dann lächelt mich die nächste so freundlich und gänzlich grundlos, weil ich heute bestimmt ordentlich grimmig geguckt habe, an, dass ich gar nicht anders kann als zurückzulächeln, dann ist die doofe Kassiererin, die üblicherweise da ist, nicht da und stattdessen sitzt ein junger und echt freundlicher Typ an der Kasse und dann ist auch noch die Frau in der Schlange hinter mir überaus nett und fängt eine Unterhaltung an. Und das alles in weniger als 10 Minuten, die ich im Laden verbracht habe.

Bei so viel geballter Freundlichkeit ist mir zumindest schnell klar geworden, wieso ansonsten in der ganzen Stadt nur die Deppen unterwegs waren. 😀

Katja