Und so zerbröselt der Keks nunmal

Es kann ja nicht so schwierig sein, das nachzumachen, dachte ich so beim ersten Eis in Italien. Wie die Sorte hieß, weiss ich gar nicht mehr, aber es war so eine Art Vanilleeis, ein bisschen nach Keksen schmeckend und mit relativ großen Cookiesstückchen drin.

Nun ist meines ein bisschen anders geworden, aber es ging so einfach und war so sehr lecker, dass ich das Rezept hier unbedingt aufschreiben muss. Das will ich nämlich auf keinen Fall vergessen!

Man braucht dafür:

1 Vanilleschote
250 ml Vollmilch
200 ml Schlagsahne
60 g Invertzuckersirup (was das ist, wie man’s macht und wozu es gut ist, findet man hier)
60 g Zucker – oder falls man keinen Invertzuckersirup hat oder herstellen möchte: 120 g Zucker
2 Tütchen Vanillezucker, möglichst Bourbon
3 Eigelb
5-6 große Cookies – ich hatte Tripple Chocolate Cookies, die waren toll

Und so geht’s:

Die Vanilleschote aufschneiden, auskratzen und das Mark mitsamt der Schote und der Vollmilch in einen kleinen Topf geben und ein paar Minuten erhitzen bis kurz vorm Kochen. Beiseite stellen und in etwa bis auf lauwarm abkühlen lassen und dann die Schote wieder rausfischen.

Eigelb mit Invertzuckersirup, Zucker und Vanillezucker in einer Schüssel verrühren, die man über dem Wasserbad erhitzen kann. Die Milch dazugeben und über dem Wasserbad erhitzen und mit einem Holzlöffel oder Silikonspatel (nicht mit dem Schneebesen) dauerhaft immer wieder vom Rand wegrühren bis die Masse ca. 80°C warm ist. Das dickt dann durch das Eigelb spürbar ein. Bei mir ist das fast immer ungefähr dann erreicht, wenn das Wasser im Topf gerade so zu kochen beginnt und das dauert schon eine Weile bis es so weit ist. Nicht zu lange erhitzen, sonst hat man Rührei!

Die Eier-Milch-Zucker-Masse für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen, gerne auch über Nacht. Dann die Sahne steif schlagen und vorsichtig unterrühren und die Mischung für ca. 1 Stunde in die Eismaschine einfüllen.

Die Cookies in etwa quadratzentimetergroße Stücke hacken und nach ca. 35-40 min in die laufende Eismaschine dazugeben.

Bei mir sind die Kekse dann in der Maschine noch ziemlich zerbröselt und das was als Stücke übrig blieb, waren nur die drei Sorten Schokoladenstücke, die in den Cookies waren. Und eigentlich hatte ich mir beim Umfüllen aus der Eismaschine schon vorgenommen, dass ich das demnächst nochmal probieren muss und dann die Kekse noch später dazugeben, damit sie stückig bleiben. Und dann probierte ich das Eis und alles war gut! Das war nämlich kein Vanilleeis mehr mit Keksstückchen, sondern das ganze Eis schmeckte nach den Cookies und hatte die toll knackigen Schokoladenstückchen drin. Hammerlecker und zwar genau so! Ich gebe die Kekse also auch beim nächsten Mal wieder so rechtzeitig rein, dass sie beim Rühren noch richtig auseinanderfallen.

IMG_3803

Das Rezept ohne die Cookies ist übrigens jenes Rezept, das sich bei mir mittlerweile für Vanilleeis etabliert hat. Da gebe ich meist noch eine Vanilleschote mehr rein, aber ansonsten ist das identisch.

Und um hier endlich mal Werbung zu machen, nachdem ich sie jetzt schon deutlich über ein Jahr lang habe und auch recht regelmäßig nutze: ich hab die Unold 48806, quasi die hinter dem Link, der zu Am*zon führt, nur dass mein Rührdings aussieht wie jenes vom Nachfolgemodell, und ich bin mit ihr echt super zufrieden. Sie ist ein bisschen laut, wenn sie läuft. Das versuche ich so einzurichten, dass ich sie nicht da aufstelle, wo ich die nächste Stunde verbringen möchte und sie braucht schon eine Menge Platz im Schrank. Aber sie ist einfach zu reinigen und zu befüllen – auch während des Betriebs kann man noch Dinge hinzufügen – der Motor ist stark und ich muss keinen Akku davon vorkühlen – kann also jederzeit spontan Eis zubereiten. Tolles Dings, würde ich exakt so wiederkaufen. 🙂

(Bevor irgendwelche Zweifel aufkommen: Das ist keine bezahlte Werbung oder dergleichen. Ich schreibe das, weil ich mit der Eismaschine sehr zufrieden bin und mich noch gut erinnern kann, wie schwer wir uns damals mit der Auswahl getan haben.)

Bonustrack zum Titel:

Aha. Aha.

Katja

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29 Kommentare zu “Und so zerbröselt der Keks nunmal

    • Dafür müsstet ihr dann schon einen längeren Aufenthalt am Rhein einplanen, weil sie frisch aus der Maschine allesamt am besten schmecken. 😀

  1. Zum Testessen komm ich auch. Gerne im Tausch gegen ein Testessen in Wales 😉
    Auf meiner Warteliste stehen derzeit Cookie Dough und Rocky Road ganz weit oben!

    • Rocky Road musste ich gerade erst mal googeln, das kannte ich gar nicht. Bei mir steht gerade Cookie Dough ganz oben, sofern mir nicht wieder irgendeine Frucht dazwischenhopst. Ich werd es wohl mit diesem Teig probieren: Chefkoch Klick, sofern du nicht vorher was probierst und jubelst, weil du den perfekten Teig hast. 🙂

    • :)!

      Natürlich darf man hier wünschen! Wobei die Lieferung von Rezepten natürlich um einiges einfacher ist als jene von dem echten Eis. (Wollen Sie sich nicht ein paar Kekse wünschen? Oder Sirup? Oder Marmelade? Ein Chutney vielleicht? Das lässt sich wenigstens nicht nur virtuell sondern auch mit der Post transportieren ohne dass man die halbe Republik selber durchreisen muss.)

      Mangoeis hab ich sogar schonmal gemacht im letzten Jahr, aber das war noch optimierungswürdig und ich hatte das Rezept nicht notiert. Die Pistazien sind schon gedanklich auf die Einkaufsliste gewandert, das wollte ich ohnehin schon lange mal probieren. 🙂

      • (Für gierige Wünsche konsultieren Sie bitte die Inbox Ihres Vertrauens.)

        Dabei können Desserts wirklich einfach sein und es braucht nicht viel für gute Wirkung. Ich habe keine Ahnung, wie Ihre küchentechnischen Ambitionen so sind, würde aber, falls es Sie interessiert, hier dann gelegentlich auch mal die ganz einfachen Ideen festhalten, die ich ansonsten gar nicht aufschreibe. 🙂

  2. Katja, das wäre echt genial! Erstens liebe ich einfache Gerichte, und zweitens habe ich bisher die meisten Desserts irgendwie vermurkst.

    Ich koche gern, aber es dürfen nicht zu ungewöhnliche Zutaten verlangt sein, die man sonst für nichts anderes mehr gebrauchen kann.

    Und ich liebe Desserts 😀

    • Na dann gibt’s hier doch demnächst ein bisschen Einführung in die wunderbare Welt der einfachen Desserts! 🙂 (Oder in die einfache Welt der wunderbaren Desserts? :D)
      Erheben Sie dann bitte direkt Einspruch, falls die Zutaten zu exotisch sind? Ich habe letztens beim Einräumen des neuen Küchenschrankes festgestellt, dass ich alleine 3 Schubladen von 40*60 cm mit meinen Gewürzen vollbekomme. Ich bin also nicht sicher, dass ich das immer richtig im Blick habe, wo ungewöhnlich beginnt. 🙂

  3. Nein, ich brauche keine Eismaschine. Überhaupt gar nicht. (Hört das eigentlich auf, wenn der Sommer zuende ist? Nur mal so nachgefragt!) Eismaschinen werden wirklich völlig überbewertet… genauso wie Eis. Und überhaupt. *Augenzuhalt* *Sabberwegwisch*

  4. @Corina: Vorbildlich, dass du deinen Sabber selber wegwischt. 😀
    Also unter Umständen, vielleicht eventuell, gibt es irgendwo tatsächlich Menschen, die keine Eismaschine brauchen! Ob du dazu gehörst? Wir werden es merken! Frau Leo ist mir sicherlich behilflich dabei, das rauszufinden. 😀
    Was allerdings überhaupt gar nicht überbewertet wird ist Eis! Und da stimmt mir der Teil von dir, der heute Vanille geschleckt hat, bestimmt zu. *knuffz* 🙂

    @WdW: Ach die Gewürze sind bei Desserts ja meist recht überschaubar. Was mir nur heute bei der Zubereitung auffiel ist, dass ich da relativ oft mit Likör hantiere, speziell mit Grand Manier (meiner heissen Liebe des Jahres) oder Amaretto. Sagen Sie jetzt bitte, dass Sie sowas natürlich ohnehin im Haus haben. 😀

    Der Mitesser ist übrigens jetzt schon ein Fan der Dessertoffensive seit er heute mit strahlenden Augen den Nachtisch im Kühlschrank entdeckte. 🙂 (Ich muss das ja immer auch nochmal testen, um in etwa Mengen angeben zu können. Natürlich alles nur für die Wissenschaft!)

    • @ WdW: Gibt’s bestimmt… aber noch halte ich mich mantramäßig an „Ich brauche keine Eismaschine!“ Allein der Gedanke stundenlang nach der richtigen Maschine zu recherchieren… Örks.

      Menschen, die Eismaschinen haben und nicht nutzen, kenne ich auch. Die haben aber dennoch scheinbar ein Problem die auszuleihen… Aber das ist eine ganz andere Geschichte. 🙂

  5. @WdW: Das mit dem Platzmangel hält mich immer am längsten von solchen Dingen ab. Irgendwann habe ich im großen Wohnzimmerschrank viel ausgemistet und nachdem ein Schrankfach auch nach einer Weile noch leer stand, war dann klar, dass eine so große Eismaschine hier einziehen kann.
    Mein Traum wären Küchenschränke wie Mary Poppins Reisetasche. Von aussen klein und überschaubar und man kann ohne Ende große Dinge reinstopfen. *träum*

  6. Seit es mit meiner Lacto Intoleranz immer schlimmer wurde und ich irgendwann das Eis essen aufgeben musste (zu der Zeit gab es noch keine der zahlreichen Austauschprodukte) hatte ich irgendwie auch keine großartigen Eisgelüste mehr.

    Wenn ich mir das so anschaue flammt da aber ein wenig „Ohhh, das will ich auch!“ doch wieder auf. Cookies and Cream war immer einer meiner Lieblingseissorten.

    Tanya, mjam.

    • Oh, das wusste ich gar nicht mit der Intoleranz. Aber das betrifft bei dir auch nicht alle Milchprodukte, oder?

      Auf Eis zu verzichten das würde mir schon erheblich schwer fallen.

  7. Es ist diese sich entwickelnde Art und Weise.
    Vor zwei, drei Jahren war das noch eine Lästigkeit und nicht weiter schlimm, solange ich nicht pure Milch getrunken oder Sahnesaucen gegessen habe – mittlerweile ist es eben schleichend schlimmer geworden. Dabei gibt es auch Unterschiede – quasi alles was auf Sahne basiert geht nicht, genauso Milch und mit Milchzucker versetzte Produkte.
    Bei Käse gehen noch viele Sorten – ebenso Butter, Brot, Schokolade – und geringe Mengen Milch, die zum Beispiel in einem Kuchen verbacken sind, von dem ich dann sowieso nur ein Stück esse. Ich kann einfach gut damit Leben – ein Milchproduktefan war ich sowieso niemals und zum kochen und backen gibt es ja seit neustem ziemlich viele Austauschprodukte ohne Lactose, weil es irgendwie „modern“ geworden ist.

    Tanya, berichtend.

  8. Wie cool, dass du gerade diese Eismaschine empfiehlst! *g Das ist ganz intuitiv [und ohne den Preis zu kennen…] auch meine erste Wahl gewesen, die hat nämlich neulich ein Bekannter von mir [Ex-Koch] zum Sorbet-machen benutzt. Und ich hab‘ ja auch den guten Unold-Backautomaten. – Aber groß ist sie ja schon wirklich!

    • Ja, groß ist sie leider. Aber das sind die Kompressormaschinen alle. Irgendwo muss die Leistung ja sitzen.
      Wir hatten damals wirklich länger geguckt, ich wollte ja schon ewig eine haben. Unold schneidet in den Tests ziemlich gut ab und als es diese in der Metro als Angebot gab, haben wir dann zugeschlagen. (Ich weiss nicht mehr haargenau, was wir gezahlt haben, aber sie lag preislich auch noch unter dem aktuell günstigsten Amazon-Angebot.)

  9. Pingback: Rezeptesammlung für ein mediterranes Menü, simpel ohne Chichi | Gedankensprünge

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