52 Bücher, Teil 22 und 23

Das 52-Bücher-Projekt hat zu meinem Glück gerade Hitzefrei und so komme ich wenigstens wieder einmal dazu, ein paar der Themen nachzuholen – denn ganze 6 an der Zahl liegen noch unbearbeitet rum.

Daher auch ohne lange Vorrede.

Nummer 22:

Bücherregal für Jugendliche einrichten (welche Bücher gehören gut versteckt ;-) )

will Mella wissen und Katrin gibt die Frage im Thema der 22. Woche an alle weiter.

Ich muss gestehen, dazu fällt mir nicht viel ein. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jede und jeder Jugendliche erst mal lesen soll, was sie bzw. ihn interessiert. Freiwilligkeit und Interesse sind mMn die einzigen Möglichkeiten wie man nachhaltig seine Liebe zum Lesen und zu Büchern entdecken kann. Sobald da zu sehr eingegriffen und gelenkt wird, bleibt das Vergnügen auf der Strecke und das fände ich doch arg schade. Heutzutage gibt es so viele Möglichkeiten, die um die freie Zeit von Teenagern konkurrieren, dass ich mich zB beim Lieblingsneffen auch über jedes gelesene Manga freue, weil ich, als Viel- und Gerneleserin, es natürlich toll finde, wenn er überhaupt die Nase in ein Buch steckt. 🙂

Ich wäre wohl primär bei zu viel Brutalität und Gewalt auf dem Plan, bei Kindern die zu jung sind, um das richtig einordnen zu können.

*

Das 23. Projektthema hat gar nichts mehr mit Vergnügen zu tun, denn es lautet:

Ein Buch eines Autors, dessen Werke von den Nationalsozialisten verbrannt wurden und/oder der vom Regime verfolgt wurde.

Ich will nicht Katrins kompletten Artikel hier zitieren, möchte euch aber ans Herz legen, dem Link zu folgen und bei ihr den ganzen Artikel zur Themenvorstellung zu lesen.

Ich glaube, bewusst habe ich, abgesehen von Schulzeiten und zB Erich Kästner, bisher noch nicht viel von den Autoren gelesen, die damals verboten waren, also zumindest nicht nach diesen Kriterien ausgewählt. Eine der Ausnahmen bildet die Schachnovelle von Stefan Zweig. Das Buch hatte ich mir vor vielen Jahren gekauft, es dann aber erst mal länger im Regal liegen – mit Büchern, von denen ich annehme, dass sie nicht so einfach zu verdauen sind, bin ich immer so zögerlich –  bis ich es vor drei Jahren endlich gelesen habe.

In aller Kürze zusammengefasst:

Den Rahmen bildet eine Schifffahrt, bei der ein sehr wohlhabender Ölmagnat an Bord ist und ausserdem der eher verschlossene amtierende Schachweltmeister. Es gelingt dem Ölmagnaten den Schachweltmeister zu einer Partie zu überreden und er tritt nicht nur gegen seinen Herausforderer sondern gegen alle Passagiere an. Natürlich gewinnt er und gewährt dann auch Revange.

Ein Unbekannter, Dr. B. greift in die Partie ein und der Schachweltmeister hat endlich einen ernstzunehmenden Gegner.

Der Erzähler wird auf Dr. B. aufmerksam und erfährt dessen Geschichte. B. war in den 30er Jahren von der Gestapo inhaftiert und saß, um seine Aussageverweigerung zu brechen, lange Zeit in Einzelhaft. Einzig ein Buch, das er bei einem Verhör aus einem Mantel gestohlen und in seine Zelle geschmuggelt hatte, bewahrte ihn davor, in den Wahnsinn abzugleiten.

Bei dem Buch handelte es sich um eine Sammlung berühmter Schachpartien. B., der real noch nie auch nur eine Partie Schach gespielt hatte, lerne zunächst sämtliche Partien auswendig und spielte sie im Kopf nach, entwarf dann auch eigene Partien, wo er gegen sich selber antrat und dabei dann doch noch in eine Art Wahn verfiel, eine Persönlichkeitsspaltung, weil er so erbittert gegen sich selber antrat. Er nennt das Schachvergiftung.

Diese hat er eigentlich längst überwunden, bis ihm der Weltmeister auf dem Schiff begegnet und B. seine erste reale Partie spielt…

Hier geht es zum Wikipedia-Eintrag über Stefan Zweig.

1934 emigrierte der in Österreich geborene Autor nach England, nach dem Kriegsausbruch von dort aus weiter nach Brasilien. 1942 begann der erklärte Pazifist dort wegen der Zerstörung seiner „geistigen Heimat Europa“ und der Perspektivlosigkeit im Exil, Suizid.

Katja

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2 Kommentare zu “52 Bücher, Teil 22 und 23

  1. Ich war mir eigentlich ganz sicher, in der Schule mal ein Buch von Stefan Zweig gelesen zu haben. Die Schachnovelle war es nicht, aber auch mit Wikihilfe fällt mir nicht ein, was das gewesen sein könnte.

    • Die Schachnovelle – falls du von ihm lesen möchtest – hat bei mir ein ziemlich beklemmendes Gefühl hinterlassen. Aber das spricht ja eigentlich nur sehr für das Buch, dass es so nahe an einen rankommt beim Lesen.

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