9 : 8 : 10

Ich bin wieder da! Nach einer gleichermaßen schönen wie anstrengenden Woche Italien, bin ich seit knapp 40 Stunden wieder zu Hause und es scheint hier eine krude Tradition zu geben, die besagt, dass die heimische Heizungsanlage entweder zur Begrüßung oder am nächsten Tag in irgendeiner Weise kaputt gehen muss. Vor 2 Jahren kamen wir Anfang November aus fast 3 Wochen bei 30°C in eine für die nächsten 48 Stunden 12°C kalte Wohnung. Gestern sprudelte dann das heisse Wasser in Strömen irgendwo aus der Heizungsanlage und innerhalb kürzester Zeit stand im Heizkeller fast knöcheltief das Wasser. Toitoitoi hatte ich direkt 3 Maschinen Wäsche gewaschen und hab es zeitnah bemerkt als sich die Pfütze in die Waschküche ausdehnte. Das sprudelte so schnell raus, dass es sonst ein schlechtes Ende für sämtliche Waschmaschinen, Wäschetrockner und auch unseren im Keller stehenden Server hätte nehmen können.

Aber eigentlich wollte ich ja kurz schonmal ein bisschen von Italien erzählen.

9 : 8 : 10 ist der Endstand Kirchen : Eis : Kaffee nach einer Woche und nachdem es am 2. Urlaubstag mal 5 : 1 : 2 stand, sieht man, dass sich im Laufe der Zeit dort die Prioritäten eindeutig verändert haben. 😀

Wir haben wahnsinnig viel gesehen in der Woche und am Ende habe ich mich so reizüberflutet gefühlt, dass ich auch gar nirgends mehr reinwollte (ey 9 Kirchen von innen verteilt über 4 Tage reicht ja auch!), weil ich alles Gesehene und dazu die vielen, vielen Menschen gar nicht mehr sinnvoll verarbeiten konnte. Im Vorfeld hatten wir von etlichen Leuten tolle Tipps, speziell zu Florenz, bekommen. (Vielen Dank nochmal an die hier Mitlesenden!) Den mit Abstand besten davon gab mir Herr Silencer (der mir hoffentlich nicht übel nimmt, wenn ich ihn hier direkt zitiere):

Zu Florenz kann ich nur sagen: Sei froh, wenn Du ein oder zwei Sachen schaffst.

Der kam zur genau richtigen Zeit und war folglich wirklich gut und hilfreich, weil es mich schon im Vorfeld wieder ein bisschen runter und aus meinem Hamsterrad des ‚alles sehen müssens‘ rausgeholt hat.
Ich finde es wahnsinnig schwierig, in eine Gegend zu fahren, die sooo sooo viel zu bieten hat und wo es sooo sooo viel zu sehen gibt, weil ich mir da selber erst mal einen immensen Druck aufbaue, jetzt auch unbedingt alles sehen zu wollen. Und das geht ja gar nicht und schon gar nicht in nur einer Woche.

Was ich bei all den Dingen, die ich mitgeschleppt habe, getrost hätte zu Hause lassen können: sämtliche Bücher (7 an der Zahl) bis auf den Reiseführer, Socken und Pullover. Zum Lesen war überhaupt keine Zeit und ich war abends auch so fertig und übersättigt von den vielen Eindrücken, dass ich gar keine Ruhe dafür gefunden hätte. Und für die warmen Klamotten gab es bei Mitte 30°C auch keine Verwendung.

Dafür steht auf meiner ewigen Packliste für Ferienwohnungsurlaube, seit ich wieder zurück bin, für zukünftige Urlaube eine Zehnfachsteckdose, um endlich mal das leidige Problem des Akkuaufladens der zahlreichen mitgeschleppten Gerätschäften sinnvoll zu bündeln, ohne dass man abends hinter den Möbeln rumkriechen und in dunklen Ecken nach noch einer freien Steckdose suchen muss. 😀

Worüber ich mich in Italien gewundert habe: Es gab dort nirgends, wo wir Eis gegessen haben (und das waren ja 8 verschiedene Läden), Vanilleeis! Echt wahr! Dass es keine so seltsam kreierten Eisbecher wie in Deutschland gibt, fand ich nicht so erstaunlich. Immerhin können die Eis (!) und müssen es nicht unter Soßen oder Früchten verstecken. Aber dass es kein Vanilleeis gab, hat mich wirklich gewundert. Hat da jemand andere Erfahrungen gemacht und ich hab vielleicht einfach immer nur bei den falschen Gelaterias geschaut oder isst man das tatsächlich grundsätzlich nicht in Italien?

Oh und kann es sein, dass sie dort einfach sämtliche Pizzabäcker, die es nicht drauf haben, zwangsausgewiesen und nach Deutschland umgesiedelt haben? Anders kann ich mir diese wahnsinnigen Unterschiede zwischen der Pizza dort und jener hier (die ja auch von Italienern zubereitet wird) nicht erklären. Gleiches gilt übrigens für den Cappuccino. Ich fürchte, ich werde nie wieder einen in Deutschland trinken können, ohne losheulen zu müssen, weil die Plörre nichts mit dem zu tun hat, was ich dort trinken durfte. 🙂

Neben über 2000 Fotos (uffff!) und einem italienischen kleinen Prinzen für die Sammlung, habe ich überwiegend Nahrungsmittel aus dem Urlaub mit nach Hause geschleppt. Die Küche der Ferienwohnung war leider gar nicht auf Kochen ausgelegt und der echte holzbetriebene Pizzasteinofen, der mich auf den Fotos so gelockt hatte, war eher Deko, denn wirklich benutzbar. Wer mich ein bisschen kennt, kann sich vielleicht vorstellen, welche Qualen ich erleide, wenn ich durch einen ausländischen Lebensmittelladen mit all den unbekannten Köstlichkeiten laufe, ohne sie mitnehmen und in der Ferienwohnung in den Topf werfen zu können. Es gab zwar einen schicken 5-flammigen Gasherd, aber tatsächlich nur einen einzigen kleinen Topf und keinerlei Kochgeschirr. Das konnte ich nicht mal mit den Dingen, die ich mitgeschleppt hatte, halbwegs ausgleichen und so kam es, dass mir der letzte Einkauf vor der Heimfahrt ein bisschen aus dem Ruder lief…

IMG_3600Nicht im Bild sind die ca. 1,5 kg Kirschtomaten, die die Fahrt in der Kühlbox überaus heil überstanden haben und deren Geschmack meine selbstgezogenen Tomaten vor Neid zum Erblassen bringt, das Kilo Parmesan und die zwei Flaschen Olivenöl, die wir für viel Geld direkt beim Erzeuger erstanden haben und von denen ich sicher bin, dass der Geschmack jeden Cent davon wert ist.

Schön war’s. (Aber jetzt muss ich mich erst mal vom Urlaub erholen. :D) Bald mehr darüber und vor allem ein paar der über 2000 Fotos!

Katja

 

10 Kommentare zu “9 : 8 : 10

  1. Geht mir genauso mit dem Cappuccino, seufz… Bin auch gespannt auf die Fotos. Florenz überfordert jeden, ich hätte soooo gern die Uffizien gesehen, aber… Warst du drin? Wenigstens war ich in den Cappelle Medicee 🙂

  2. Willkommen zurück! In Italien gibt es überall „Fior di Latte“. Der Name („Blume aus Milch“) impliziert ein Milcheis ohne Geschmack, aber weil das zu langweilig ist, packen die Italiener eine Note Vanille hinein. Milcheis mit zartem Vanillegeschmack. Und deswegen gibt es kein ausgewiesenes Vanilleeis.

  3. @Anette: Genau: aber… Ich hätte die auch gerne gesehen, wir hatten uns aber schon vorher dagegen entschieden, Tickets zu reservieren, weil wir lieber erst mal die Stadt ein bisschen kennenlernen und auf uns wirken lassen wollten. 🙂

    @Silencer: Dankeschön für’s Willkommen und die Aufklärung bezüglich des Vanilleeises! Jetzt muss ich ja glatt nochmal hin, um das zu probieren. 😀
    Das Eis in Florenz an der Santa Trinita war übrigens das beste der ganzen Woche. 🙂

  4. uihuihuih, das klingt ja eher nach harter Arbeit als nach Erholung 😉
    Bei so viel Kirchen wäre mir schwindelig geworden. Mein aktueller Wunschurlaub ist eher 5 Tage á 12 Stunden täglich auf´s blanke Meer starren… und sich nicht vom Fleck rühren müssen 🙂

    Wünsche gute Erholung vom Urlaub 🙂

    • Danke, die Erholung kommt sicherlich noch. 😀

      Dass das in der Toskana nicht unbedingt ideal klappen wird, war uns ja vorher klar. 🙂 Bei dem Plan mit dem Meer wäre ich übrigens auch sofort dabei!

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