Open mind for a different view

Meistens ist Schreiben für mich das Aufdröseln von Gedankenknäueln, aber es gibt Tage, da passiert genau das Gegenteil und ich merke beim Schreiben, wie ich mich immer weiter verheddere und wie es mir nicht gelingt, das in Worte zu fassen, was ich eigentlich ausdrücken möchte.

*

Heute ist nach vielen ich-muss-heute-unbedingt-Tagen in Folge der erste ich-müsste-heute-mal-Tag und ich bin noch am überlegen, ob das nun gut oder schlecht ist. Einerseits bin ich immer noch furchtbar angespannt und fertig, von all den Dingen, die ich in den letzten Tagen erledigt habe, so sehr, dass nicht mal ein gewisser Stolz einsetzt, dass ich mich auch tatsächlich durch alles durchgekämpft habe, und ich bin froh, dass es heute auch mit einem weniger durchgetretenen Gaspedal geht. Andererseits kann ich mir das wieder mal nicht gut zugestehen, wenig zu machen und so hänge ich zwischen Motivationsverlust (der dringende Zwang ist weg) und dem nicht gut damit Fühlen, wenig zu schaffen.

So kommt es, dass mich die wenigen Dinge, die ich heute tatsächlich schaffe, viel mehr mentale Kraft kosten als das Durchziehen die letzten Tage. Und die Zeit, in der ich nichts echt Produktives mache, fließt an mir vorbei, ohne dass ich sie wirklich nutzen würde für die Dinge, die ich neben all jenen, die ich erledigen muss, gerne machen würde. So als würde irgendwas in mir dicht machen nach solchen hektischen Tagen und dieses Machenmachen anhalten – nur nicht auf dem gesunden Weg, dass es sich tatsächlich nach Ruhe anfühlt, sondern auf diesem innerlich durchdrehenden, der nur die Gedanken rotieren lässt und den Rest von mir blockiert.

Ich weiss nicht, wieviele Dinge ich heute angefangen habe, wie oft ich sinnlos in der Wohnung hin- und hergerannt bin, ohne wenn ich bei B angekommen war noch zu wissen, wieso ich von A losgelaufen war. Dann mache ich irgendwas ganz anderes, gehe zurück nach A und das, was ich machen wollte, fällt mir kurz darauf wieder ein. Nur, dass ich dann eigentlich schon etwas ganz anderes angefangen hatte, was ich in just dem Moment dann aber auch wieder aus den Augen verliere, weil mir ja das vorherige wieder eingefallen war. Und so fühle ich mich immer noch total gehetzt und gestresst, obwohl ich tatsächlich viel mehr Zeit damit verbringe, völlig verpeilt zu sein und dauernd den Faden zu verlieren, sowohl gedanklich als auch im Tun.

Und da sind so viele Gedanken in mir, die ich eigentlich aufschreiben möchte, aber mir fehlt so sehr die Zeit und die Ruhe dafür. Zumindest gefühlt tut sie das. Wie wird man das nur wieder los, dieses Zeitwegrenngefühl? Ich glaube, ich hänge da seit Wochen drin fest und weiss nicht, wie ich zur Ruhe kommen soll, weil ich, sobald ich mich still hinsetze, auch sofort wieder das Gefühl habe, dringend etwas zu erledigen zu müssen, weil da so viele Dinge sind für viel zu wenig Zeit… Aber das, was wirklich fehlt ist vermutlich gar nicht so sehr die Zeit sondern nur die innere Ruhe.

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Und der Kopf kreiselt und kreiselt und dann kommt eine SMS und ein Anruf und mir wird wieder mal bewusst, was dieses in mir selber festhängen doch für Luxusprobleme sind, im Vergleich zu jenen echten Problemen, die über anderen gerade zusammenbrechen. Und das ist der erste Moment, wo die Welt kurz stillsteht und die Gedanken kurz stillstehen und wo ich denke, dass das alles nichts ist, das, was ich da oben um mich selber kreiselnd aufgeschrieben habe. Gar nichts von irgendeiner Bedeutung.

Katja

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7 Kommentare zu “Open mind for a different view

  1. ahgrrr… ich hab´s schon wieder vergessen… das Herzlein. Man, bin ich blöd. Nun gut, ich nehm dann mal den imaginären Stift und male dir hier ein wunderschönes Herzlein auf´s Papier… (grummelgrummel, eswarirgendwasmitderalttaste..hmhmhm…).

  2. @Rüdiger & Corina: :)!

    @Rabea: Handgemalt ist ja ohnehin viel schöner. 🙂 (Und für den Rest hatte ich eben eine Idee für dich. :))

  3. Pingback: Wie geht das denn? #1 | Gedankensprünge

  4. Wenn alles rast und kreiselt (meine Gedanken, die Zeit, mein Herz…), hilft es mir manchmal, wenn ich mich in meinem Zimmer auf den Holzfußboden lege und für ein paar Minuten einfach nur an die Decke starre… (-;

    • Tolle Methode, wenn das so schnell hilft! 🙂
      Bei mir hilft üblicherweise, wenn ich Dinge mit den Händen mache. Das erdet mich. Aber momentan geht nicht mal das gut. 🙄

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