Gelesen im Juni 2013

Das vorherrschende Gefühl war auch im Juni wieder, gar keine Zeit zum Lesen gehabt zu haben. Immerhin habe ich endlich, endlich den Biff geschafft. Der lag schon über ein Jahr auf dem ungelesenen Stapel und dann habe ich über einen Monat lang gebraucht, um ihn durchzulesen.

Christopher Moore – Die Bibel nach Biff

Das war eine schwierige Sache mit mir und diesem Buch. Ich weiss nicht, wann ich zuletzt so lange an einem Buch gelesen habe (ohne nebenbei noch etliche andere zu lesen) und wann ich zuletzt insgesamt so wenig gelesen habe.

Christopher Moore lässt Biff, oder besser gesagt Levi bar Alphaeus, den man Biff nannte und der Jesus – oder wie man ihn damals nannte Joshs – bester Freund war, über Jesus Leben, und speziell über die (wilden) Jugendjahre, die die anderen Evangelisten auslassen, berichten. Das tut der vorlaute Biff mit viel Humor – manchmal recht plump, oft aber auch mit sehr trockenem und feinsinnigen Humor. Wie das eben so ist, wenn man alte Jugendgeschichten und Anekdoten erzählt.

Ich kann gar nicht so richtig benennen, was es ist, was mich an dem Buch gestört hat. Eigentlich macht Moore alles richtig und hat mich auch wirklich häufig zum Schmunzeln gebracht (und das schaffen nicht so viele Bücher, ich kann meist mit den humorigen nur wenig anfangen). Aber dann merke ich, wie ich abends statt frühzeitig ins Bett zu gehen und die Nase ins Buch zu stecken (was ich eigentlich immer mache), eher doch noch eine halbe Stunde länger am Internet festklebe und wie da gar nichts an dem Buch ist, das mich drängt, es weiterzulesen – ausser dem Gefühl, es irgendwann endlich geschafft haben zu wollen und das spricht dann doch nicht so für das Buch. Also zumindest nicht für die Kombination Bibel nach Biff und Katja.

Ken Follett – Die Spur der Füchse

Nach den Säulen der Erde mein zweiter Ken Follett, ganz anders, aber doch auch ganz gut.

London, ein Tag irgendwann in den 1970ern. Hier laufen streng chronologisch viele Handlungsstränge mit vielen verschiedenen Hauptfiguren nebeneinander her und die Verbindungen zwischen den einzelnen Schicksalen werden mit Fortschreiten des Tages immer deutlicher. Politik, Korruption, Wirtschaft, Verbrechen – alles mit dabei und parallel dazu noch die Zeitungsredaktion der Evening Post mit ihren Mitarbeitern, die aus den losen Fäden, die sie von den Ereignissen in der Stadt (und damit im Buch) haben, die Geschichte zusammenfügen.

Die Handlung ist stellenweise schon recht deutlich vorhersehbar, ich fand es trotzdem spannend zu lesen, wie Follett das letztendlich zusammenführt. Die Charaktere bleiben leider alle ziemlich flach, aber mehr kann man vermutlich bei so vielen Handelnden und so viel Handlung auf nur 285 Seiten nicht erwarten. Bei der Kürze bleibt kein Raum für tiefe Schichten. Und das Ende fand ich leider auch völlig nichtssagend und flach.

Was ich allerdings überhaupt nicht nachvollziehen kann ist die 2,5-seitige Vorbemerkung Folletts im Buch. Das wirkt alles so, als würde er sich aus sehr viel späterer Sicht für dieses frühe Werk (das Buch stammt aus 1976) irgendwie schämen und sich erklären, fast schon rechtfertigen, weswegen er damals bestimmte Dinge auf bestimmte Weise geschrieben hat. Ich möchte beim Lesen selber merken (oder wenn es besonders gut gemacht ist, vielleicht auch gerade nicht bewusst wahrnehmen) welche ‚Tricks‘ ein Autor beim Schreiben anwendet. Ich möchte mir aber nicht vorher vom Autor erzählen lassen, was mich für Techniken im Buch erwarten werden. Ich hab mich anfangs tatsächlich geärgert, dass ich das überhaupt gelesen habe, weil es mir fast die Lust auf das Buch verdorben hätte.

Um’s in einem Satz zusammenzufassen: Ganz nette Unterhaltung, muss man aber keineswegs gelesen haben.

Mal sehen, wieviel Zeit der Juli mir zum Lesen lässt. Ich habe gestern zumindest erst mal ganz optimistisch für Nachschub auf dem SUB gesorgt, damit ich für Italien genügend Auswahl da habe.

Katja

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2 Kommentare zu “Gelesen im Juni 2013

  1. Uff. Das hatte ich mir nach deinen drei Sternen für den Biff ja schon so in etwa gedacht. Schade! Aber das mit dem Schmunzeln kann ich definitiv bestätigen – ich musste echt oft lachen beim Lesen *g…

    • Ich weiss auch nicht, weswegen ich den so zäh empfunden habe. Ich schrieb ja, dass ich das gar nicht an etwas bestimmtem festmachen kann und normalerweise, wenn mir Bücher wenig gefallen, dann kann ich greifen, woran das liegt. Vielleicht war das einfach die falsche Zeit für das Buch. *Schultern zuck*

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