Ho sete. Andiamo in questo bar?

Der Juli bringt nicht nur einen neuen Header.

Einschub: Dieses Mal ganz unspektakulär, also nicht das Foto, das mag ich schon, sondern die Geschichte zum Header, die ist nämlich in einem halben Satz abgehandelt, weil es einfach eines der Fotos von dem herrlichen Sonnenuntergang gestern Abend ist, das hier hoffentlich ein bisschen Sommerabendstimmung verbreitet.

Im Juli findet nun auch endlich jenes verlängerte Wochenende statt, das wir wegfahren wollten und für dessen möglichen Zielort ich hier so viele tolle Ideen von euch bekommen habe. Und wie das so mit so Dingsen ist, die ein bisschen länger brauchen, sie altern und wachsen in der Zwischenzeit. Weil unser langes Wochenende nun doch weder im Mai, noch Anfang Juni stattfinden konnte, hatte es auch ein bisschen Zeit zu reifen und ist jetzt doch zu einer ganzen Urlaubswoche herangewachsen. Und wenn’s dann eh schon eine ganze Woche wird, dann kann man ja auch ein klitzekleines bisschen weiter fahren als der ursprünglich angedachte Radius von 6-800 km rund um Frankfurt/Darmstadt.

Ich hänge also gerade mit der Nase im Toskana-Reiseführer (naja, gerade hänge ich eher mit der Nase über der Tastatur) und weine jetzt schon ein bisschen, weil ich am liebsten viel, viel mehr sehen würde, als in eine Woche reinpasst. Und weil wir ausserdem länger fahren, damit es eben nicht so stressig wird, wie an nur einem Wochenende, sondern auch Zeit für Erholung bleibt, streiche ich gedanklich noch ein paar Dinge von der Liste und bin gespannt, worauf wir dann tatsächlich Lust haben werden in der Woche.

Die Zeit rast – in weniger als 2 Wochen geht’s los – und ich habe das Gefühl, nie im Leben mit allem fertig zu werden, was ich vorher noch erledigen muss. Aber letztendlich wird es dann doch irgendwie wieder gehen – tut es ja am Ende doch immer.

Grinsen musste ich sehr als ich die paar Reisevokabeln hinten im Reiseführer entdeckt habe. Weniger über die italienischen Worte als viel mehr darüber, dass die deutsche Übersetzung von ‚latte macchiato‘ dort als ‚Milch mit einem Schuss Espresso‘ angegeben ist. Ob das jemand versteht, wenn man es in einem deutschen Café so bestellt? 😀

Der Titel des Beitrages ist übrigens einer der wenigen Sätze, die ich noch aus meinem Italienischkurs kann, den ich mit 16 mal gemacht habe. Kurz zuvor war ich unsterblich in den Neffen des örtlichen Pizzabäckers verknallt, der den Sommer über in Deutschland bei seinem Zio zu Besuch war. Vittorio – blond, blauäuig – wie man sich einen typischen 20-jährigen Italiener eben so vorstellt. Sein komplettes Deutschvokabular am Ende des Sommers beschränkte sich auf „Hallo“, „Tschüss“ und „ich liebe dich“ – aber küssen konnte der… 😳
Im Herbst habe ich damals dann vorsorglich Italienisch lernen wollen – man weiss ja nie, wer einem sonst noch so im Leben begegnet – aber unsere Motivation reichte damals meistens nur bis zur Eisdiele oder bis zur Pizzeria, die praktischerweise beide auf dem Weg zu den Räumen der Volkshochschule lagen. Und es war unser running gag natürlich voller guter Vorsätze dieses Mal aber wirklich in den Kurs gehen zu wollen bis dann eine von uns vor einer der entsprechenden Türen exakt diesen Satz raushaute, den wir in einer der ersten Kursstunden gelernt hatten und der auf Deutsch so viel wie ‚Ich habe Durst. Lass uns in diese Bar gehen.‘ bedeutet. Eventuell hat der sich deswegen so gut bei mir eingeprägt. :mrgreen:
(Liebe Sprachlehrerinnen, bringt euren Schülern sowas lieber erst in der letzten Kursstunde bei. Vorher führt das nur zu grobem Missbrauch der neu erworbenen Kenntnisse. :D)

Und vielleicht erzähle ich irgendwann auch nochmal von der härtesten Italienischstunde, die mir unglaublich viel Selbstbeherrschung abverlangt hat und weswegen ich ausser jenem Satz oben, nie nie nie das Wort für Kirschen vergessen werde. 😀

Katja