Gelesen im Mai 2013

Der Mai war bei mir der lausigste Lesemonat seit Jahren. Ich bin noch nicht sicher, ob es daran liegt, dass ich tatsächlich nicht dazu gekommen bin bzw. keine Lust zum Lesen hatte, oder ob sich die Leseunlust aus jenem Buch ergibt, das seit Monatsanfang angefangen auf dem Nachttisch liegt, bei dem ich aber bisher kaum weiter als bis zur Hälfte gekommen bin. Darüber mache ich mir dann aber ausführlicher Gedanken, wenn ich das hoffentlich (!) im Juni fertig gelesen habe.

Bescheidene zwei Bücher habe ich dann zwischendrin gelesen und eines davon ist noch dazu ein Manga. 😀

Kei Ishiyama – Grimms Manga 2

Der Lieblingsneffe, der eigentlich ein Nichtleser ist, drückte mir den Band vor einiger Zeit in die Hand und meinte, ich müsse den unbedingt lesen, weil ich ja eh immer so viel lesen würde. Und wie könnte ich da widerstehen, ich bin ja froh, dass er gerade überhaupt anfängt, die Nase mal zwischen Buchseiten zu stecken.

Grimms Manga war mein erster Manga und ich brauchte erst mal eine Weile, bis ich mit der ungewohnten Leserichtung zurecht kam. Gefallen hat er mir überhaupt nicht. Die Märchenadaptionen sind mir zu kitschig (vermutlich bin ich einfach zu alt für diese Art von Drama :D), es gibt wenig Text und der ist nichtssagend und die Zeichnungen sind ein schwarz-weisser Wischiwaschikram, darin steckt nichts von der Detailverliebtheit, wie ich sie zB bei Flix oder Sarah Burrini so sehr schätze.

Nun werde ich wohl nicht drum herumkommen irgendwann nochmal ein anderes Manga zu testen, um zu sehen, ob ich mit denen generell nichts anfangen kann oder ob es an diesem speziellen lag. Falls jemand von euch auf diesem Gebiet belesen ist, nehme ich gerne Tipps entgegen. 🙂

Michelle Kaden – Die verborgenen Pforten, Jacobs Vermächtnis

Die Idee an sich ist total gut: Es gibt neben unserer eine weitere Welt und es gibt Pforten, die die beiden Welten miteinander verbinden. Zu diesen Pforten gibt es Schlüssel und diese werden – wie auch die Pforten selber – von Wächtern gehütet.

Vier miteinander befreundete Kinder aus der Parallelwelt (eine Königstochter, ein Werwolfmädchen, ein Zaubererjunge und ein Vampirjunge) haben dem dortseitigen Wächter den Schlüssel gemopst und besuchen regelmäßig den Wächter unserer Welt. Kurz nach dessen Tod, von dem sie noch nichts wissen, wollen sie ihn wieder besuchen, treffen dort aber nur auf den Enkel, der mittlerweile mit seiner Mutter das Haus, in dem sich die Pforte befindet, bewohnt. Die Kids stellen kurz darauf fest, dass sie erst mal in unserer Welt festsitzen und dann bemerken sie auch noch nach kurzer Zeit, dass ein weiteres Wesen aus ihrer Welt in unserer Welt unterwegs ist und ihnen auflauert.

Das alles klingt nach einer guten Idee und dann scheitert Michelle Kaden leider in meinen Augen gewaltig am Aufschreiben. Die Geschichte liest sich nämlich stinkend langweilig. Es passiert einfach nichts. Man erfährt ein bisschen was über die andere Welt und über die Fähigkeiten der Bewohner, sowie den Magier, der lt. Buch unsere Welt überhaupt erst erschaffen hat, aber es entsteht – zumindest für mich – keine Spannung.

Zum Beispiel leben in der Parallelwelt alle in der Stadt eingemauert und die Bauern können auch nur unter Wachschutz von Soldaten die Stadt verlassen, weil ausserhalb viel zu viele Gefahren lauern. Dass es draussen gefährlich ist, taucht an etlichen Stellen im Buch auf, aber es wird auch nicht mal ansatzweise angedeutet, was für Gefahren das sein könnten. Also nicht mal so weit, dass man selber neugierig werden könnte und sich fragen, was das wohl ist, was da lauert. Es lauern Gefahren. Ach so. OK, danke. Weiter, nächstes Thema. Das wird einfach alles hingenommen und obwohl viel im Ungewissen bleibt, gelingt es Kaden nicht, Fragen aufzuwerfen und die angedeuteten Geschichten weiter- oder überhaupt erst mal zu spinnen. Irgendwann war einfach nur noch genervt davon, dass sie über alles, was ansatzweise interessant werden könnte, einfach so darüber weggeht ohne wirklich eine Geschichte zu erzählen.

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist das der erste Band einer Trilogie und vielleicht würden die anderen beiden Bände ein bisschen mehr der Hintergründe aufdecken – vielleicht sogar, was da für Gefahren lauern. Mir reicht aber schon die Lektüre des ersten Bandes, ich bin nicht neugierig geworden, wie es weitergehen könnte.

Schade, das Buch war Corinas diesjährige-Buchmessen Entdeckung und ich war total hibbelig es zu lesen und immens glücklich, dass ich es bei der Geburtstagstombola der kleinen Idee gewonnen hatte. Aber vielleicht waren gerade deswegen meine Erwartungen auch zu hoch. Es ist nunmal ein Kinder- und Jugendbuch. Oft hält mich das nicht davon ab, die Bücher trotzdem zu verschlingen – ich liebe zB Artemis Fowl, Flavia de Luce und das Unkrautland und nicht zuletzt ist ja Harry Potter eigentlich auch eine Kinder-/Jugendbuchserie, die allesamt wunderbare und liebevoll erzählte Geschichten sind – in diesem Fall hoffe ich einfach mal, dass die ‚echte‘ Zielgruppe sich besser unterhalten fühlt. Für mich war’s leider nix.

Katja

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6 Kommentare zu “Gelesen im Mai 2013

  1. Ich liebe „Artemis Fowl“ auch! Die Flavia de Luce-Bücher möchte ich auch noch lesen. 🙂 Hab auch noch nie einen Manga gelesen, vielleicht sollte ich mich auch mal daran versuchen, aber ich befürchte auch, dass das nix für mich ist…

  2. Hach, verflixt. Ich hatte ja schon die Befürchtung, dass die Erwartungen viel zu hoch waren, weil ja das Unkrautland so genial schön war… Daran kommen die Pforten wirklich nicht ran. Da geben sie zu wenig für die „großen“ Leser her.
    Ich fand’s aber dennoch ganz spannend zu lesen und hoffe, dass sich das im zweiten Teil noch ein wenig steigert. Was mich ja die ganze Zeit kirre gemacht hat, war die Benamsung. Auf dem Cover stand „Jacob“, im Buch hieß er „Jakob“.

    • Ich bin gespannt, wie du dann den zweiten Teil findest. Den würde ich wohl wirklich nur lesen, wenn er dich richtig überzeugt und die Geschichten endlich mal auch erzählt werden. Die Idee an sich finde ich ja immer noch sehr gelungen. 🙂

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