Freestyle

Emily hat letztens ein so tolles Rezept gebloggt, dass bei mir sofort der Muss-ich-unbedingt-sofort-nachmachen-Reflex einsetzte.

Nun ist die kleine Stadt zwar dem Namen nach eine solche, aber beim Einkaufen (ok, eigentlich auch sonst fast immer) könnte man manchmal annehmen, dass es sich eher um ein Dorf handelt. Eines ganz weit ab vom Schuss. Ein kleines Dorf kurz vorm Ende der Welt, denn den Yufka-Teig, den das Rezept verlangt, bekommt man hier natürlich nicht.

Weil ich jetzt aber schonmal ein Bund unheimlich hübschen Bärlauchs und einen schafen Käse im Korb hatte, wollte ich mich nicht einfach so geschlagen geben und weil die Sortierung in den Läden zwar durchaus eigenwillig, aber nicht in allen Bereichen lausig ist, konnte ich anstatt des Yufka-Teiges immerhin Reisteig-Platten auftreiben. Gut, das ist jetzt nicht ganz das gleiche, aber hey, ich wollte eh schon ewig mal probieren, Irgendwas-in-Reisteig selber zuzubereiten.

Statt eleganter Zigarre mit Bärlauch und Schafskäse, gab es hier also Bärlauch-Schafskäse-Röllchen und die waren so sehr lecker, dass ich sie unbedingt hier festhalten muss, damit ich auch im nächsten Jahr daran denke, die unbedingt wieder zu machen. (Und vielleicht gibt es dann ja sogar irgendwann irgendwo Yufka-Teig – man weiss ja nie so genau.)

Für die Röllchen braucht man:

100 Gramm, gerne auch mehr Bärlauchblätter
200 Gramm Schafskäse
etwas mehr als 1/2 Packung kleine runde Reisteigplatten (250 Gramm sind eine ganze Packung)
eine ganze Menge Olivenöl

Und so geht’s:

Den Bärlauch waschen, trockenschleudern oder ein bisschen trocken tupfen, die gröbsten Stiele entfernen und die Blättchen kleinschnippeln und in eine Schüssel geben. Den Schafskäse mit den Fingern in die gleiche Schüssel zerbröseln. Immer zwei Reisteigplatten zusammen in einer Schüssel mit kaltem Wasser einweichen, wenn sie weich sind, doppellagig auf einem feuchten Geschirrtuch auslegen, einen EL der Bärlauch-Schafskäse-Mischung ein Stück vom Rand entfernt auf die Platten geben, dann diesen Rand umschlagen, die beiden Seiten einklappen und die Platten zu einem Röllchen aufrollen. Das so oft wiederholen bis die Füllung alle ist.

Weil auf meiner Teigpackung nicht dabei stand, wie lange die einweichen müssen, musste ich anfangs ein bisschen rumprobieren, um genau zwischen ’noch zu fest, lässt sich nicht vernünftig rollen‘ und ’schon zu weich, klebt zusammen‘ zu landen. Die Erfahrung zeigte, dass das ziemlich genau hinhaut mit der Dauer für einmal zusammenbauen plus Hände an einem Handtuch abwischen, um nicht die trockenen Platten in der Packung schon aufzuweichen.

In einer hohen Pfanne (oder einem Topf, der für’s quasi-Frittieren taugt) das Öl erhitzen und dann die Röllchen portionsweise von beiden seiten knusprig gelb ausbacken. Ich habe eine superdupertolle recht neue Wokpfanne mit Keramikbeschichtung, in der geht das ganz wunderbar.

Wenn die Röllchen ins Fett kommen, plustern die sich erst mal komplett auf. Man sollte also immer langsam eins nach dem anderen reingeben, das nächste erst, wenn das geplusterte wieder zusammengesackt ist, weil wenn sie sich in aufgeplustertem Zustand berühren, dann kleben sie aneinander und wenn man dann versucht, sie zu trennen, reisst der Teig ein und die Füllung entweicht ins Öl. (Das sind natürlich nur Vermutungen! Mir ist das auf keinen Fall passiert! :mrgreen: )

Das Fett auf Küchenpapier abtropfen lassen und während die letzten Röllchen noch im Öl zappeln unbedingt schon mit den Fingern das erste Abgetropfte naschen. 🙂

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(Und wenn das Öl wieder kalt ist, durch ein Küchenpapier filtern und in einem Schraubglas für den Rest der Reisteigplatten-mit-Irgendwas-Füllung aufbewahren.)

Katja