Eine Art Liebeserklärung

Ich glaube, ich mag diese spezielle Stelle am Rhein so gerne, weil sie so vieles gleichzeitig hat und ist. Und der Rhein an sich ist dort für mich ausnahmsweise nur die Nebenattraktion.

Auf dem Weg dorthin kommt man durch die Rheinauen und an jeder Menge Felder vorbei. Gerade leuchtet jedes zweite Feld in strahlendem Rapsgelb und der süße Geruch weht durch’s offene Autofenster. Auf den anderen Äckern wogen die noch grünen Getreidepflanzen im Wind und auf wieder anderen überwiegt noch das Braun der Erde, aus der, in Reih und Glied, die gerade aus der Saat aufgegangenen Pflänzchen ragen.

Die Felder am Straßenrand sind immer wieder unterbrochen von Abschnitten mit Laubwald, der im Winter in der Dunkelheit gespenstisch in den Himmel ragt, aber gerade aussieht wie ein verwunschener Zauberwald. Zumindest aber so, als bräuchte es eine Prinzessin mit erhobenem Schwert, um sich durch das verschlungene Grün zu kämpfen.

Direkt parallel zum Rhein liegt ein alter Flusslauf, der im Sommer trocken fällt, im Frühjahr und Herbst aber zusammen mit den Auen das Hochwasser des Rheins aufnimmt und diese Stelle liebe ich zu jeder Jahreszeit sehr. Im Moment spiegeln sich dort wieder die endlich ergrünten Bäume im hochstehenden Wasser und an diesen Spiegelbildern kann ich mich gar nicht satt sehen. In Zeiten, wenn dort kein Wasser steht, erkennt man trotzdem deutlich den Flusslauf. Dann schlängelt sich an dieser Stelle ein üppig grüner Grasfluss im Flussbett.

Im Winter ist das ein Ort vollkommener Stille und es verirren sich nur wenige Menschen dort hin. Die meisten folgen dann dem gleichen Ritual. Raus aus dem Auto und ein paar Schritte bis zum Wasser, dann eine Weile auf den Rhein gucken und wieder zurück ins warme Auto. Im Sommer ist es dort unheimlich voll, weil es dort zwei kleine Abschnitte mit Sandstrand gibt, wo sich die Sonnenhungrigen dicht tummeln. Irgendwo wummert dann immer der Bass aus einem Auto und ein Hauch von gegrillten Würstchen liegt in der Luft.

Am Schönsten ist es im Frühling, wenn noch nicht viele Menschen dort unterwegs sind und die Stille nur vom eifrigen Gezwitscher der zahlreichen gefiederten Waldbewohner durchbrochen wird. ♥

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Katja

 

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5 Kommentare zu “Eine Art Liebeserklärung

  1. Mein Favorit [warum muss ich das eigentlich ständig rückmelden, was mein Favorit ist? Hm. Keine Ahnung…] ist Bild Nr. 260. Und auch das zwei oder drei später, wo der Erpel sozusagen in den überkopfen Baumspiegelungen herumschwimmt *g…

    • Ich freue mich immer drüber, wenn du deine(n) Favoriten rückmeldest! Das ist zum einen viel schöner als gar keine Rückmeldung und ausserdem finde ich es interessant, weil ich ja meist auch (ein oder mehrere) Favoriten habe und sehen kann, ob sich das deckt und nochmal gucken kann, was die Fotos ausmacht. Also mach das sehr gerne auch weiterhin so. 🙂

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

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