Eigentlich ja ganz logisch, dass man nur loslassen kann, was man überhaupt angefasst hat

Ich weiss, dass etwas an dem Spruch dran ist, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist.

Ich weiss, dass es oft / meist eine Frage meiner Einstellung und Wahrnehmung ist, als wie glücklich ich mich empfinde.

Ich weiss, welche Dinge es sind, die mich darin blockieren, ich kenne die Muster, in denen ich gefangen bin.

Und das ist genau der Punkt. All dieses Wissen (und bitte versteht mich da nicht falsch, das ist nur meine Wahrheit, keine für die ich Allgemeingültigkeit beanspruchen wollen würde) nützt mir an dem Punkt nichts, wo es darum geht, aus den Mustern auszubrechen und diese Blockaden loszuwerden.

Das ist diese Sache, die ich bei allen Versuchen, mich selber besser leiden zu können, mich selber wertschätzen zu lernen, mich selber nicht mehr abzuwerten, mir immer wieder ankreide und wo ich nicht milde mit mir sein kann, sondern wofür ich mich verurteile. Dass ich es nicht schaffe, diesen Kram abzulegen, diese Muster loszuwerden – trotz all des intelektuellen Verständnisses. Andere hatten doch auch eine schwierige / komplizierte Vergangenheit und denen gelingt es doch auch. Warum bin ich dann zu doof dafür?

Aber mittlerweile glaube ich auch zu wissen, woran das liegt, dass genau das der Punkt ist. Es gibt da nichts mehr zu verstehen, das ist keine Frage des Denkens sondern eine des Fühlens.

Das was mich plagt, was mich so kaputt hat werden lassen, sind Gefühle, die ich nicht zulassen/erleben/empfinden konnte/durfte, zu denen ich keinen Zugang habe. Und ich habe solche schrägen Ersatzempfindungsmuster so tief in meinem Unterbewusstsein programmiert, dass ich es auch mit Wissen und Wollen nicht schaffe, dort rauszukommen.

Jetzt stoße ich immer wieder an den Punkt, wo Erinnerungen hochkommen, wo es mich plagt, die Dinge nicht loslassen zu können und ich glaube langsam, dass ich da nur weiterkommen kann, wenn ich nicht mehr versuche, das unter Verschluss zu halten, sondern wenn ich mich dem stelle. Das macht mir wahnsinnige Angst und davor laufe ich jetzt schon längere Zeit erfolgreich mit meiner hab-ich-ja-gar-keine-Zeit-für-Methode davon.

Weil ich nicht einfach so drauflosdenken kann, wohl aber einfach so drauflosschreiben und mich schreibend Dingen besser annähern, besser stellen kann, werde ich das auch damit probieren. Weil ich dafür aber sehr viel konkreter werden muss, die Dinge, die ich immer nur als Dinge oder Kram oder wasauchimmer bezeichne, aussprechen bzw. aufschreiben muss, bin ich zögerlich damit, es (öffentlich) im Blog zu tun. Es ist eine Sache für mich, mittlerweile recht frei über meine Depressionen und Ängste zu schreiben, die mich aktuell, respektive in den letzten Jahren plag(t)en, eine andere Sache ist es für mich, konkret Sachen aufzuschreiben, von denen ich denke/weiss, dass sie mich krank gemacht haben und diese schädlichen Denkmuster geprägt haben.

Kann sein, dass es hier in Zukunft einige Artikel mit Passwortschutz gibt (falls ihr da mitlesen wollt, fragt dann bitte einfach per Mail). Ich habe in letzter Zeit häufiger unter anderem deswegen gezögert, Gedanken direkt festzuhalten, weil ich unsicher war, ob ich das tatsächlich aufschreiben kann. Und klar, natürlich könnte ich es dann auch einfach in die Entwürfe tippen oder in ein Textfile auf meinem Rechner, aber ich weiss auch nicht, was das mit diesem Bloggen ist, dass dieser ‚Publizieren‘-Knopf irgendwie für mich einen Teil des aus-dem-Kopf-Kippens ausmacht. Zumindest fühlt es sich gelegentlich so an, denn Dinge, die in den Entwürfen schlummern, plagen mich oft trotzdem weiter.

Aber sofern ich es überhaupt schaffe, die Dinge aufzuschreiben und evtl. auch zu veröffentlichen, muss ich wenigstens in diesen Fällen gerade das Gefühl haben, dass ich die Kontrolle darüber habe, wer das lesen kann. Das soll jetzt erst mal gar niemanden pauschal aussperren, ich möchte vor allem nur wissen, wer das liest und wissen, dass niemand diese Dinge lesen kann, weil er zufällig oder über meinen Klarnamen auf meinem Blog gelandet ist. Diese Gedanken, dass ich mich dem wirklich stellen muss, um loslassen zu können, fühlen sich für mich ziemlich nach Kontrollverlust an, deswegen ist es für mich wichtig, wenigstens diesen Teil unter Kontrolle zu behalten.

Und bevor ich jetzt wieder an den Punkt komme zu denken ’nee, das kannste doch nicht schreiben‘ klicke ich jetzt einfach auf den Publizieren-Knopf und entlasse das Geschwurbel aus dem Kopf.

Katja

7 Kommentare zu “Eigentlich ja ganz logisch, dass man nur loslassen kann, was man überhaupt angefasst hat

  1. Ich auch, wenn ich darf :)! – Und klingt wie ’ne sehr gute Idee, das mit dem Passwort. Liest sich ‚richtig‘, wenn du verstehst, was ich meine?..

    • Wird sich zeigen, wie gut das ist, aber immerhin nimmt es mir einen Grund hinter dem ich mich vor mir selber verstecken kann – das ist auf jeden Fall gut. 🙂
      Mail und so. 🙂

  2. Pingback: Artikel mit Passwortschutz | Gedankensprünge

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