Unstrukturiert

Das, was den Kopf dauernd schwer macht, fasse ich im Moment immer nur in Gedanken in Worte, formuliere Sätze, bleibe hängen, überlege, dass ich mir eigentlich längst die Zeit nehmen müsste, diese Dinge mal aus dem Kopf raus in die Tastatur zu denken, weil das doch so oft dieses gedanklich Holpern wegnimmt und dann bleibt es bei diesem eigentlich und ich mache es doch nicht. Dabei rede ich mir die ganze Zeit ein, dass mir ja sowohl Zeit als auch Ruhe fehlen, um mich wirklich mal länger hinzusetzen – immerhin komme ich ja auch so gerade zu viel zu wenig – aber ich glaube in Wahrheit verstecke ich mich wieder mal nur vor mir selber, verstecke mich vor diesen Gedanken und weiss auch gar nicht, wo ich neben der Zeit und Ruhe gerade die Kraft hernehmen soll, mich diesen Dingen zu stellen. Aber sie sind ja dauernd da, pieksen mich und lassen mir keine Ruhe. Und für so Fälle ist Aufschreiben in den letzten Jahren für mich ein guter Weg gewesen, weil es dieses Pieksen sanfter macht und das Gedankenkarussell abbremst. Und so wie das in meinem Kopf durcheinander geht, wie kein Gedanke länger ausharrt bevor schon der nächste von hinten kommt und ihn beiseite schubst, so weiss ich auch gar nicht, wo ich anfangen soll. Da ist gerade keine Struktur. Deswegen sollte ich vielleicht einfach irgendwo anfangen, vielleicht gerade hier und mit diesen ersten wirren Gedanken darüber, dass ich ja eigentlich diese wirren Gedanken aufschreiben müsste. Aber vielleicht nicht gerade jetzt und heute, wo ich so müde bin und dann schiebe ich es wieder einen Tag weiter und bekomme den Kram einfach nicht zu fassen, trete auf der Stelle und der Kopf wird immer schwerer. Aber es drängt mich ja auch nichts und niemand, ausser mir selber, die ich jetzt endlich glaube, den Schlüssel in der Hand zu haben, um zum Kern vorzudringen. Aber was, wenn das gar nicht der Kern sondern die Büchse der Pandora ist? Und kann man das überhaupt von aussen sehen ohne sie aufzumachen? Das ist diese Grenze, diese Linie vor der ich immer zurückschrecke.

Wirr. Wieder mal. Und ich seufze und bin von mir selber genervt, weil ich – statt endlich einfach eines dieser verworrenen Gedankenknubbelknäuel zu nehmen und aufzuschreiben (aufzudröseln) nur darüber schreibe, dass ich das eigentlich tun sollte.

Katja

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4 Kommentare zu “Unstrukturiert

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