Geschwurbel, wieder mal.

Manche Tage sind anders, sind schlimmer als andere. Manchmal lässt sich trotz all jenen Dingen, die ich mittlerweile gefunden habe und die mich froh machen nicht verdrängen, dass das, was mir am meisten fehlt, eine echte beste Freundin ist.

Sicher, ich habe mein Blog. Hier kann ich mir Dinge von der Seele und aus dem Kopf schreiben. Hier lesen mittlerweile einige Menschen, die sich für mich – auch wenn ich sie vielleicht nie getroffen habe und nur durch geschriebene Worte kenne – nahe anfühlen. Hier fühle ich mich oft aufgefangen, wenn ich wieder mal sehr ins Trudeln gerate. Und doch ist das etwas anderes, das mir fehlt. Weil ich nicht weiss, wo ich mit den Dingen hinsoll, die nicht blogtauglich sind. Die bleiben fast immer nur in mir, kreiseln in meinem Kopf und manchmal zerfrisst mich das so von innen, niemanden zu haben, dem ich mich anvertrauen kann. Niemanden, der einfach mal zuhört und still da ist und auch mal Zeit hat oder sie sich nimmt.

Sicher, ich kenne in der Gegend mittlerweile ein paar Leute, die ich auch gelegentlich treffe. Aber das ist es nicht, was ich meine. Da fehlt dieser spezielle Draht, diese gemeinsame Wellenlänge, die nicht krampfhaft Worte finden muss, um sich zu verstehen. Mir fehlt jemand, der zuhört ohne zu (be-)werten, ohne zu vergleichen. Eine, die mich, wenn ich gerade ansetze zu erzählen, wie es mir in einer Sache geht, nicht unterbricht und mir nicht sagt, wie ich mich doch eigentlich fühlen müsste, sondern die akzeptieren kann, wenn und dass ich mich in einer Sache nicht so fühle, wie diejenige, oder der Rest der Welt, denkt, dass ich mich eigentlich fühlen müsste. Und die mir überhaupt erst mal soweit zuhört, dass ich das rauslassen könnte.

Und wenn ich mich tatsächlich traue, solche Dinge jetzt, hier aufzuschreiben, dann fühle ich mich so undankbar den Menschen gegenüber, die ich ja habe und ich frage mich, ob es mein Anspruch ist, der zu hoch ist, ob meine Erwartungen einfach nicht mehr zu meinem Lebensabschnitt passen, ob es dieses Phänomen von Freundschaft vielleicht einfach nur in der Jugend gibt, ob später automatisch mehr Distanz da ist. Aber dann denke ich wieder, dass das doch eigentlich kein so wahnsinnig hoher Anspruch oder großer Wunsch ist, einen Menschen zu haben, bei dem man sich mal ausheulen kann, ohne dass man seinen Kummer via Tastatur an eine zumeist anonyme Menge rauslässt.

Und natürlich liest sich das gerade alles furchtbar egoistisch, weil ich es nur von meiner Seite aus betrachte – aber natürlich meine ich damit, dass ich eben das nicht nur ’nehmen‘ sondern selbstredend auch geben und erwidern möchte, weil es nur dann auf Augenhöhe funktionieren kann, weil es nur dann diesen Kern von Freundschaft enthält nach dem ich mich so sehne.

Katja

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12 Kommentare zu “Geschwurbel, wieder mal.

  1. Oh… *umarm*
    Ich weiß was du meinst glaub ich… Auch wenn ich wirklich einige sehr sehr gute Freunde habe. Mir fehlt DIE EINE. Es gab mal eine… die ist jetzt zwar wieder eine sehr sehr gute Freundin. Aber eben nicht mehr so wie früher. Bei allen meinen Freunden fühle ich mich auch immer etwas am Rand. Weil ich gegenüber mindestens einer anderen Person „verliere“. Vielleicht hast du Recht… vielleicht ist es ein Jugendphänomen. Vielleicht fängt so etwas danach nicht mehr an.. sondern kann allenfalls fortbestehen.

    Und auch wenn ich diese Lücke sicher nicht füllen könnte… Finde es trotzdem blöd, dass du so weit weg wohnst. 😉

  2. @Svü: Drück dich!

    @Guinan: ♥ :)!

    @Noemi: Irgendwie muss es doch möglich sein auch später noch solche Freundinnen zu finden?! Ich hätte nie gedacht, dass das im Erwachsenenleben so schwierig sein könnte – zudem ich eigentlich seit Kindergartentagen an eine beste Freundin hatte. *soifz*

  3. Ja, das ist schon nicht einfach mit guten Freundinnen, mir ist vor noch gar nicht so langer Zeit auch eine wichtige Freundschaft in die Brüche gegangen oder besser gesagt, eingeschlafen. Klassisches Auseinanderleben durch Veränderung der Interessen und … egal, ich will hier ja nicht groß von mir rumsabbeln, sondern eine Ladung Knuddeleinheiten hier lassen, und dann noch das hier: ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥ Das sind echte Monstermagdichherzchen!
    PS: Leute, die immer gleich einen tollen (?) Ratschlag parat haben, können manchmal oder auch öfter echt nerven…

    • Oh, ich glaube, die Herzchen muss ich mir ausdrucken! Wer hat schon echte Monstermagmichherzchen? ♥♥♥
      Bei einer Freundschaft (jener Freundin, die ich am meisten vermisse, weil sie immer zu meinem Leben gehörte) hätte ich gedacht, die könne niemals verblassen, aber das war leider ein Trugschluss. Wir waren immer – auch in Phasen, wo wir wenig Kontakt hatten – ein Kopp und ein Arsch, wie man so schön sagt, sobald wir uns gesehen haben. Da kam auch bei längeren Pausen nie ein komisches Gefühl auf. Aber ich fürchte, so ein Zusammengehörigkeitsgefühl, wie wenn man zusammen aufgewachsen ist und alle Kindheits- und Jugenderfahrungen miteinander geteilt hat, lässt sich vermutlich durch nichts, was man gemeinsam als Erwachsene erleben könnte, wenn man sich in dem Alter erst kennen lernt, irgendwie ersetzen und heraufbeschwören. *soifz*

      Jetzt aber mal Schluss mit Tränchen, ich war gestern erst melancholisch genug!

      Ich schick dir ein paar Herzchen zurück ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥ und nicke zu den Ratschlägen, die manchmal tatsächlich Schläge sind. Vor allem, wenn es erst mal nur um das von-der-Seele-reden von Dingen geht.

      • War bei mir ähnlich, ich dachte auch, mit derjenigen bin ich noch befreundet, wenn wir zusammen im Rentenalter im Garten sitzen und nur noch normal große Caipis trinken, weil man in dem Alter nicht mehr so viel verträgt.
        So was ist einfach deprimierend, irgendwie auf eine Art genauso schmerzhaft wie Liebeskummer. 😦
        Ja, die Herzchen musst Du ausdrucken und … ah, ich habe da gerade eine Idee, aber die verrate ich noch nicht, ich muss da mal was ausprobieren…

      • Ich fand das irgendwie sogar noch seltsamer als Liebeskummer, weil ich diese Möglichkeit, irgendwann nicht mehr mit ihr befreundet zu sein, überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Wie bei dir mit den Caipis im Rentenalter… Gerade hänge ich wieder in diesem Gefühlschaos, dass ich dir (und auch sonst niemandem) das natürlich auf keinen Fall wünschen würde, sowas erlebt zu haben, aber andererseits tröstet es mich auch ein bisschen, dass unsere Gefühle diesbezüglich ähnlich sind. Dieses Gefühl mit so ’nem Kummer nicht alleine zu sein, sondern jemanden zu kennen, der das nachfühlen kann, tröstet ja ein bisschen. Ich hoffe, du verstehst das jetzt nicht falsch, liebe Katrin! ♥♥♥

      • Ich denke, ich weiß, was Du meinst, Du hast es sehr gut erklärt und genauso isses. ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
        Und zu mehr Text bin ich heute nicht mehr fähig, weil ziemlich platt, muss jetzt noch mit den Wuschelhunden raus… LG von Katrin

  4. Pingback: BÄMM. | Gedankensprünge

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