Fertig!

Irgendein Vormieter dieser Wohnung hielt es für eine gute Idee, ohne Rücksprache mit dem Eigentümer eine Ecke des Gartens zu betonieren, Bauzaun festzubetonieren, eine Tür einzubauen, ein paar Dachlatten und ein Wellpappdach drüber und seinen Hund dort (zumindest teilweise) zu halten. Als wir hier eingezogen sind, war das eine Abstell- und Gerümpelecke sondergleichen und die Dachlatten samt Pappdach waren mittlerweile so vermodert, dass man drinnen immer Angst haben musste, dass einem irgendwann der Himmel auf den Kopf fällt. Ich fand die Ecke so doof, dass ich sie bisher auch immer auf allen Fotos vom Garten ausgespart habe. Wer zeigt schon gerne ein Betoneck mit Bauzaun drumrum?

Seit ich vor ein paar Jahren so großen Spaß an der Gartenarbeit entdeckt habe, nervt mich dieses Schmuddeleck noch mehr als vorher, weil man es für gar nichts sinnvoll nutzen konnte. Und ich wollte das am liebsten mit neuem, transparenten Dach ausstatten und Folie drumrum und als Gewächshaus nutzen, was den positiven Nebeneffekt hätte, dass ich im Frühjahr nicht wochenlang den halben Esstisch mit Anzuchtschalen belagern müsste und den ganzen Sommer über den Tomaten und diversen weiteren Memmenpflanzen, die es lieber ein bisschen geschützt haben, kein Heim mehr auf der Terrasse bieten müsste. Aber irgendwie war das nicht so einfach, sich aufzuraffen, das wirklich mal anzupacken und den Kram von Vormietergenerationen zu entrümpeln und das marode Dach abzureissen.
Dann ergab es sich, dass im letzten Jahr der Sohn des Vermieters einen Rundumschlag machte und dabei auch das kaputte Dach abriss und einen Teil der Sachen, die von Vormietern stammten und für die wir absolut keine Verwendung hatten, nahm er direkt mit, weil er ohnehin den Schrott vom Dach abtransportieren musste. Das brachte mich dem Traum vom eigenen Gewächshaus dann schon ein ganzes Stück näher.

Vor ein paar Wochen kam mir dann der Gedanke, statt selber irgendwas zu konstruieren, einfach ein kleines Fertiggewächshaus zu kaufen und in der Ecke aufzustellen. Und weil ich so furchtbar ungeduldig war und, nachdem es geliefert war, nicht noch eine Woche warten wollte, haben wir’s ausgerechnet an diesem kalten Wochenende (am Samstag bei irgendwas zwischen 10 und 12 Grad und mit Schal um den Hals) aufgebaut und sind gestern Abend damit fertig geworden, nachdem es Sonntagabend schon so spät war und wir uns kaum noch rühren konnten.

Jetzt steht’s, ist fertig und vorhin sind schonmal die Tomaten eingezogen. Und ich grinse wie ein Honigkuchenpferd und bin gespannt, was da jetzt sonst noch so auf mich zukommt. 🙂

 

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Ich hab jetzt übrigens Rücken. Und Beine. Und Arme. Und Finger. Und dem besten aller Mitaufbauer geht’s ähnlich. Aber der hat ausserdem noch ’ne breit grinsende Freundin. :mrgreen:

Katja

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18 Kommentare zu “Fertig!

  1. Wie hübsch 🙂 Nur den blöden Zaun kriegt man wohl nicht weg, oder? Krass, sowas als Mieter einfach zu machen, vom Zweck erst gar nicht zu reden.

    Gartenarbeit ist die beste Therapie. Ich liebe das auch, in der Erde buddeln, pflanzen, säen und zugucken, wie es wächst 🙂

  2. Das ist bestimmt bundesweit einmalig. Ein eingezäuntes Gewächshaus.
    Musst ja wertvolle Pflanzen da drin haben, wenns zusätzlich umzäunt ist … 😉

  3. @Träumerin: Genau das isses. In Erde buddeln erdet mich ungemein. 🙂
    Beim Zaun müssen wir mal gucken. Wenn er denn sehr nervt, lässt sich da sicher was machen. Andererseits habe ich so auch noch eine recht geschützte Ecke, in der ich meine Blumenpötte und Co. aufbewahren kann.

    @Frau Leo: Auch yeah! 🙂

    @diepaulines: Danke! Ich bin mittlerweile ganz gut darin geworden, ihn zu ignorieren und einfach weiterzumachen. Natürlich unter viel Ächzen und Stöhnen! Das gehört dann schon dazu. :mrgreen:

    @Guinan: Yeah! An mein Herz, du weise Frau! 🙂

    @Armin: Bitte sag’s nicht weiter, aber tatsächlich ist es weniger ein Schutz für die Pflanzen als viel mehr ein Schutz vor den Pflanzen. Ich arbeite dort an der Zucht wahnsinnig gefährlicher Killertomaten und diversen weiteren ganz geheimen Geheimprojekten. Das wäre für die Menschheit viel zu gefährlich, wenn ich die einfach frei im Garten (oder sogar in der Welt) herumlaufen ließe!

  4. Und während die Killertomaten im Hochsicherheitsgewächshaus zu wahren Monstern heranwachsen, könnten doch schnöde Erbsen und Bohnen am Gitter hochklettern, um den geheimnisvollen Machenschaften ein wenig die Sicht zu nehmen. WIcken und andere Rankelpflanzen machen sich am Gitter sicher auch ganz gut 🙂

  5. @Katrin: Mache ich! Damit er gut gestärkt in seine Anführungszeichen Besprechungen Anführungszeichen gehen kann. :mrgreen:

    @Silencer: 6 qm hat’s! 🙂

    @Rabea: Das ist ja ’ne gute Idee! Ich hab hier ohnehin noch Schlingpflanzensamen rumliegen, weil ich damit ein anderes Stück vom Zaun im letzten Jahr ‚versteckt‘ habe. 🙂
    Oder ich gucke mal, ob ich in der kleinen Stadt Samen für Duftwicken bekomme. Die habe ich als Kind schon so geliebt.

    • …und Trichterwinde… unbedingt Trichterwinde… und Kapuzinerkresse… am besten beide gemischt, das hatte ich hier im Steingarten mal gemacht – sieht sooo schön aus 🙂

  6. Super! Und der Tipp mit den Schlingpflanzen kommt dem ’selbstbestimmt sein trotz Einschränkungen und Richtlinien‘ in meinem Herzen total entgegen ;)… Ihm erzähl‘ ich davon aber mal lieber nicht, der hätte eh schon soo gern ’nen Gemüsegarten [wir haben ja überhaupt keinen zur Zeit :(].

    • Ich hab auf der einen Seite vorhin schon meine Bougainvillea, die (yeahyeahyeah) den Winter im Keller überlebt hat, vor’s Gitter gestellt und sie zum Ranken befestigt. Für die hatte ich eh keinen wirklich tollen Platz, aber ich wollte so unheimlich gerne eine haben, weil die mich so an Spanien erinnert. Bin mal gespannt, ob sie sich dort wohlfühlt. 🙂
      Den Wunsch nach dem Gemüsegarten kann ich ja bestens nachvollziehen. (Vielleicht kommt der automatisch, wenn man gerne kocht? Er ist bei euch doch derjenige, den es mehr fasziniert, oder erinnere ich mich da falsch?) Gibt es nicht vielleicht in eurer Nähe irgendwo Schrebergärtchen, von denen man ein kleines mieten kann? Wobei das vermutlich schieres Glück ist, wenn sowas gerade frei ist, wenn man sucht. Und ein Garten verschlingt auch schon ordentlich Zeit, die man erst mal haben muss…

      • Ja, er kocht eher – da könnte in der Tat ein Zusammenhang sein! 😀 Schrebergarten: Ja, später auf jeden Fall. Die Zeit wird er aufbringen, da bin ich mir sicher. Und die Devise bei uns: erst ein Garten, dann das Pferd. *g [Wenn überhaupt jemals. Also, Pferd.]

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