Würzflash

Ich finde das Internet unter anderem deswegen so großartig, weil es dafür sorgt, dass ich wesentlich mutiger und experimentierfreudiger geworden bin, wenn es darum geht, spontan zuzugreifen, falls ich irgendwo einem exotischen Lebensmittel zum ersten Mal begegne, das ich noch nie probiert habe oder von dem ich nicht weiss, was ich dann in der heimischen Küche damit anfangen könnte. Früher hätte ich mich an sowas nie rangewagt, heute kaufe ich so Dinge gerne gelegentlich spontan – es wird sich in den Weiten des Netzes schon was finden, was ich dann damit und daraus machen könnte.

Also musste ich auch Samstag nicht lange nachdenken, als ich zum ersten Mal in einem Laden Kochbananen sah. Die wollte ich ohnehin schon lange gerne mal ausprobieren. Ich hatte in der Vergangenheit auch schon gelegentlich mit normalen Bananen – vor allem in scharfem Essen – rumprobiert und war gespannt, ob und wie sich Kochbananen davon unterscheiden.

Leider war ich dann irgendwie unmotiviert und fand kein Rezept im Web mit Plátanos, wie die Dinger auf Spanisch heissen. Ich habe also mal wieder drauflos experimentiert, was ich in letzter Zeit viel zu selten gemacht habe, und weil das Ergebnis wirklich gut war, halte ich’s mal hier fest.

Es gab eine Art Bananencurry und bei den Gewürzen habe ich mit der Gewürzmischung von Tanyas Keine-Butter-Huhn angefangen und hinterher noch mit weiteren Gewürzen nachgewürzt, weil es durch die Kokosmilch sehr mild geworden war, ich aber lieber ein bisschen mehr Schärfe haben wollte. Insgesamt war das aber immer noch nicht besonders scharf – auch wenn es nach unheimlich viel Gewürz aussieht – aber sehr rund im Geschmack.

Man braucht dafür:

2 Kochbananen
2 Paprikaschoten (ich hatte eine gelbe und eine orange)
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
1 etwa daumengroßes Stück Ingwer
2-3 Knoblauchzehen
2-3 EL Tomatenmark
1 EL Garam Masala
1 EL Cumin (Kreuzkümmel)
1 TL Kurkuma
1 TL rote Chiliflocken
2 TL Salz
1/2 TL Cayennepfeffer
1 TL scharfes Paprikapulver
1 TL Madras Curry
400 ml Kokosmilch
Olivenöl zum Braten

Und so geht’s:

Ingwer, Frühlingszwiebeln und Knobi sehr fein schneiden und in der Pfanne in heissem Olivenöl anbraten. Währenddesssen die Paprika waschen, putzen und würfeln und die Bananen schälen und in ca. 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Gewürze in die Pfanne dazugeben und ein paar Minuten rösten, Tomatenmark dazugeben und alles zu einer Paste vermengen und ein bisschen braten lassen. Dann Paprika und Bananen dazugeben und mit der Paste vermischen und ein bisschen anbraten.

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Kokosmilch dazugeben und evtl. einen Schuss Wasser, damit alle Bananenstücke bedeckt sind. Bei mittlerer Hitze vor sich hinköcheln lassen bis die Bananen weich sind und die Soße schön sämig. Das dauert ziemlich lange, meine köchelten so an die 20 min, allerdings waren die Schalen der Bananen auch noch nicht so richtig schwarz, was darauf hindeuten könnte, dass die Bananen noch ein paar Tage zusätzliche Reife vertragen hätten. Bei richtig reifen Bananen geht das unter Umständen schneller. Vielleicht hätte es auch geholfen, sie erst ein bisschen kräftiger und länger anzubraten. Das würde ich im Zweifel beim nächsten Mal ausprobieren in einer separaten Pfanne ohne die Gewürze. Zusammen mit den Gewürzen habe ich mich dieses Mal nicht getraut, sie länger zu braten, weil ich befürchtete, die Gewürze könnten sonst irgendwann anbrennen anstatt ein bisschen zu rösten.

Lecker war es allemal, die weicheren Bananenstücke waren deutlich geschmackiger als die noch etwas härteren, die Geduld lohnt sich also. Bei uns gab es noch Reis dazu, passte gut. 🙂

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Katja

6 Kommentare zu “Würzflash

  1. So was in der Art hat meine Mum früher immer ausm lamäng gekocht, mit normalen Bananen und dazu eine Dose (!) Coctailfrüchte (urgs) und Pute. Mit ner Menge Gewürze und Experimentierfreudigkeit bin ich dankenswerter Weise aufgewachsen.

    Kochbananen hatten sie hier neulich interessanter weise beim Re*e zur Verkostung, die waren in Teigmantel in Scheiben frittiert und dazu gab es einen Frischkäsedip – das war auch serh sehr lecker. Ich glaub, ich muss mich an die Dinger auch mal rantrauen, da hast Du mir kulinarisch was vorraus 🙂

    • Ein kleines bisschen bin ich jetzt erleichtert, dass es doch Ausnahmen von meinem Hinterherhinken gibt. 🙂

      Ich hab noch eine der Bananen in der Küche – die wurden zu dritt in der Tüte verkauft – die will ich dann auch einfach in Scheiben in Öl braten. Die soll ja dann von aussen toll karamellisieren ohne so weich zu werden wie die normalen.

      Toll, dass du schon so aufgewachsen bist. Ich hab das Interesse irgendwann alleine entdeckt. Ich glaube, ich hatte schon gelegentlich über die Kochgewohnheiten meiner restlichen Familie gelästert. Sonntag hat meine Mutter dann den Vogel abgeschossen als sie Vanillepudding servierte und uns darauf hinwies, dass diese schwarzen Pünktchen kein Dreck im Schälchen wären, sondern dass sie zum ersten Mal das echte Bourbonvanillepuddingpulver gekauft hätte. Da fällt einem echt nix mehr ein. Vor allem frage ich mich seitdem, ob sie bisher bei meinen Essen immer dachte, meine Küche wäre so schmuddelig, wenn ich irgendwo Vanillemark drin hatte. 🙄

  2. Erstmal „hallo“ Katja 😉
    Auch wenn diese Post bereit etwas älter ist, ist das Rezept ja noch aktuelle (Kochbananen gibt es ja immer noch 😉
    Wir kochen sehr gern asiatisch und Bananen nehmen wir häufig zum „neutralisieren“. Wenn man ein Curry nach seinem Gusto gekocht hat und einem Gast ist es zu scharf, nehmen Bananen die Schärfe ganz gut und geben obendrein eine fruchtige Note. Hier kann man dann natürlich auch herkömmliche Bannen nehmen.

    Das Kochbananencurry steht nun auf meiner 2do bzw. 2koch-Liste. Danke für die Anregung!
    Patrick

    • Hallo Patrick und willkommen auf meinem Blog! 🙂
      Bananen zum Soße neutralisieren habe ich früher auch häufig gemacht. Das hatte ich wieder ganz vergessen – muss ich unbedingt wieder mal machen. Ich mag diesen Kontrast süß-scharf auch sehr. Deswegen bin ich wohl auch so ein Chutney-Fan.
      Viel Vergnügen beim Bananencurry kochen und guten Appetit! 🙂

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