mit tastenden Zehen

Und dann schlägt manchmal die Verzweiflung wie eine Welle über deinen Kopf und während du dich in der Pipeline befindest, das Unvermeidliche ahnend, heranspürend, atmest du noch einmal tief die von Tränen salzigfeuchte Luft ein, bevor es dich von den Füßen haut und dein Kopf und Körper vollständig unter Wasser geraten. Dann hältst du ganz still. Du lässt dich von der Woge unter Wasser ziehen, spürst die Strudel, die Kräfte, die deinen Körper umgeben, treibst nach unten, wissend, dass jedes dagegen Ankämpfen, jedes Strampeln bewirken würde, dass deine Kräfte aufgebraucht sind, so lange du unter Wasser bist, dass dir bald schon japsend das eiskalte Wasser in die Lungen strömen würde. Also hältst du ganz still. Hoffend, dass deine Luft ausreicht, bis du mit den vorsichtig tastenden Zehen den Boden spüren kannst, denn du weisst, dass er irgendwann kommen muss, um dich dann abzustoßen und mit der Strömung wieder aufzutauchen.

Katja

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7 Kommentare zu “mit tastenden Zehen

  1. Oh, anscheinend fühlen wir sehr ähnlich und denken auch in ähnlichen Bildern – ich kann Dir aber versichern das der Text bei mir schon vor einigen Wochen entstanden ist. Der Unterschied ist, dass ich lange vergangenen Gefühlen hinterherspüre, und Du das vermutlich gerade durchmachst. Ich wünsche Dir viel Kraft weiter zu kämpfen, den so verlockend das aufgeben und Herabsinken auf den Grund auch scheinen mag – er muss das Mittel zurück nach oben sein, nicht das Ziel.

  2. @Karin: Danke!

    @Frau Leo & Corina: :)!

    @Silencer: Keine Notwendigkeit für die Versicherung, auch wenn ich das Bedürfnis dazu nachvollziehen kann.
    So traurig/kraftraubend/… die Situationen/Anlässe/… denen die Gefühle und Bilder entspringen auch sind, irgendwie hatte es für mich gerade etwas Tröstliches, deinen Text und die Ähnlichkeit im Empfinden zu lesen.
    Und nein, an Aufgeben denke ich nicht, die Zehen tasten schon nicht grundlos nach dem Grund. Es ist so eine schwierige Situation gerade, weil es sich komplett meiner Kontrolle und meinem Einfluss entzieht, was passiert. Das ist gerade keine Kopfsache, mit denen habe ich Übung und Erfahrung.

    Danke für die Kraftwünsche! Vielmals.

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

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