mit tastenden Zehen

Und dann schlägt manchmal die Verzweiflung wie eine Welle über deinen Kopf und während du dich in der Pipeline befindest, das Unvermeidliche ahnend, heranspürend, atmest du noch einmal tief die von Tränen salzigfeuchte Luft ein, bevor es dich von den Füßen haut und dein Kopf und Körper vollständig unter Wasser geraten. Dann hältst du ganz still. Du lässt dich von der Woge unter Wasser ziehen, spürst die Strudel, die Kräfte, die deinen Körper umgeben, treibst nach unten, wissend, dass jedes dagegen Ankämpfen, jedes Strampeln bewirken würde, dass deine Kräfte aufgebraucht sind, so lange du unter Wasser bist, dass dir bald schon japsend das eiskalte Wasser in die Lungen strömen würde. Also hältst du ganz still. Hoffend, dass deine Luft ausreicht, bis du mit den vorsichtig tastenden Zehen den Boden spüren kannst, denn du weisst, dass er irgendwann kommen muss, um dich dann abzustoßen und mit der Strömung wieder aufzutauchen.

Katja