kurz zitiert #37

„[…] Un nu: Kiek mool! Kannst du dor günt de Weetenkampen sehn? Ik spies keen Broot. De Weeten is mi to niks nütt. Bi de Weetenkampen, dor fallt mi niks to in. Un dat is truuri! Man du hest güllen Hoor. Jungedi, dat warrt wunnerscheun, hest du mi ierstmool toom mookt! De Weeten, de is güllen, und dor warr ik jümmers an di bi denken. Un ik warr dat denn giern hebben, wenn de Wind öber den Weeten strieken deit…“
De Voss sweeg still un keek en lang Tiet op den lütten Prinzen:
„Wenn du dat magst … mook mi toom!“ see he.
„Ik wull jo to giern“, anter de lütte Prinz, „man ik heff ni veel Tiet. Ik sall Frünnen finnen un en Barg Soken kennenliehrn.“
„Du kannst bloots Soken kennenliehren, de du ook toom mookt hest“, see de Voss. „De Minschen hebbt dor keen Tiet miehr för öber, dat se jichtenswat kennenliehren doot. Wat se sick bi’n Hööker käupen doot, dat’s glieks fardi. Man dat gifft keen Höökeri’en för Frünnen, dorüm hebbt de Minschen ook keen Frünnen nie miehr. Wenn du en Fründ hebben wullt, denn mook mi man toom!“

(Antoine de Saint-Exupéry, De lütte Prinz (Plattdüütsch), vmn, S. 68f)

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Mit der plattdeuschen Ausgabe ist, nach Deutsch, Englisch, Französisch, Dänisch, Fränkisch, Spanisch und Latein das Buch jetzt in der 8. Sprache bei mir eingezogen – und lediglich die dänische und die lateinische Ausgabe sind ungelesen.

Ich mag norddeutsche Sprachfärbung wahnsinnig gerne hören und fand es schon als Kind furchtbar faszinierend, wenn die alten Männer in dem Ort, in dem wir über Jahre hinweg den Urlaub verbrachten, mich auf platt anschnackten – auch wenn ich nicht viel davon verstehen konnte.

Man bannig goot, dass ich den Text so gut kenne, so hat das Lesen auf Plattdüütsch mir unheimliches Vergnügen bereitet. Auch wenn ich vor manchen Vokabeln nicht weniger ratlos saß als bei der spanischen Ausgabe, die ich vor ca. 1,5 Jahren gelesen habe.
An kaum einer Stelle des Buches musste ich so schallend lachen wie an jener oben, wo ich erst mehrfach hingucken musste, bis ich in den „Barg Soken“ keinen Sockenberg mehr reingelesen habe. 😀

Dass ich den Prinzen mag, hatte ich schon häufiger kundgetan (zB hier und hier und hier). Ich bin schon gespannt auf die nächste Sprache (oder den nächsten Dialekt), die hier einziehen werden. Mit den Sprachen bin ich fast am Ende jener, die ich verstehen kann – wobei ich irgendwann unbedingt noch eine holländische und eine italienische Version haben muss – aber durch die zahlreichen Dialektausgaben gibt es ja sogar noch jede Menge lesbare Ausgaben, die nicht nur aus Gründen des Sammeldranges im Regal landen.

Katja

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7 Kommentare zu “kurz zitiert #37

    • Oh ja! Also nicht, dass ich das könnte, aber ich höre das wahnsinnig gerne. Ich finde, irgendwie klingt da selbst ordentliches Schimpfen noch freundlich. 😀

      • So’n Schiet kann man problemlos sagen. Hochdeutsch geht nicht.
        Ich kann’s auch nicht sprechen, nur verstehen. Meine Großeltern von einer Seite (die mit dem Bauernhof) sprachen fast nur Platt, aber ich war nicht oft genug bei ihnen, um es richtig zu lernen.
        Da gibt es aber auch noch viele regionale Unterschiede. Dort in Ostwestfalen klingt das schon wieder ganz anders als hier oder weiter nördlich. Hilft mir aber trotzdem beim Urlaub in Holland, da kann man sich manches zusammenreimen.

      • Oh ja! Und Schietwetter klingt auch gleich viel freundlicher als das hochdeutsche Pendant. An Holländisch musste ich beim Lesen der plattdeutschen Ausgabe oft denken – und an Englisch, aber Holländisch und Englisch sind sich ja auch recht nahe.

  1. Oh! Plattdeutsch! Dazu habe ich als Schleswig-Holsteinerin natürlich einen besonderen Bezug, trotz meiner relativ jungen Jahre. Meine Großeltern haben es immer gesprochen und früher, als sie klein waren, da haben sie sogar zuerst Plattdeutsch gelernt und erst in der Schule wurde dann hochdeutsch gesprochen.
    Den kleinen Prinzen mag ich übrigens auch sehr. Wann hast du das Buch das erste Mal gelesen, weißt du das noch?

    • Das war in der Gegend in Hessen, aus der ich stamme, auch üblich, dass die Großeltern erst in der Schule Hochdeutsch lernten. Das stelle ich mir wahnsinnig schwierig vor, je nach Stärke des Dialektes ist das ja quasi schon die erste Fremdsprache.

      Den Prinzen habe ich in frühen Grundschuljahren zum ersten Mal gelesen und fand ihn doof. Ich hatte das ->hier mal aufgeschrieben. 🙂

      Das ganz links im Regal ist übrigens immer noch meine ganz alte Ausgabe, die ich damals von meiner Oma geschenkt bekam. Der Schutzumschlag ist völlig zerstoßen und vergilbt, weil ich das Buch so häufig gelesen habe und so oft mit mir rumgeschleppt habe.

  2. Pingback: Gelesen im Februar 2013 | Gedankensprünge

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