Chamäleon

Die Kartoffel ist für mich eindeutig das Chamäleon unter den Gemüsen bzw. Beilagen. Mir fällt spontan kaum ein Nahrungsmittel ein, das so ungeheuer wandlungsfähig ist – wenn man jetzt mal davon absieht, was alles zB alles aus Mehl werden kann.

Kartoffelsalat, Kartoffelpü, Kartoffelgratin, Rosmarinkartoffeln, Pellkartoffeln, Kartoffelklöße, Gnocchi, Crashed Toffeln, Bratkartoffeln, Pommes – das sind nur 10 von vielen Möglichkeiten und die konnte ich ohne darüber nachzudenken zu müssen, einfach fix runterschreiben.

In meiner Kindheit gab es meist Kartoffeln als Beilagen zu allem möglichen. Meist waren das schnöde Salzkartoffeln und meine Mutter schaffte es, sie so zu kochen, dass sie am Ende möglichst nur verwässert aber sonst nach wenig anderem schmeckten. Deswegen dauerte es, selbst als ich dann gerne und viel kochte, eine Weile, bis ich das Potential der ollen Knollen zu schätzen wusste. Ein so als Hauptattraktion taugliches Gemüse sollte keinesfalls zu einem Leben als schnöde Beilage, womöglich noch als verwässerte Salzkartoffel, verdammt sein!

Zu den diversen Verarbeitungsmethoden, die ich bisher schon getestet hatte, kam jetzt noch eine neue hinzu, die so toll ist, dass ich sie hier unbedingt festhalten muss. Dabei handelt es sich um überaus fluffige Kartoffelplätzchen.

Vor einiger Zeit stieß ich bei Pastasciutta darauf und klickte mich von dort zu dermutanderer, deren schlichte Variante, nur bestehend aus Kartoffeln, Eiern, Mehl, Salz und Muskatnuss ich übernahm.

IMG_8720

Hergestellt hatte ich die aus:

5 mittelgroßen festkochenden Kartoffeln
2 Eiern
ca. 4 EL Mehl
und einer recht großzügigen Menge Salz und Muskatnuss.

Butter und Olivenöl zum Braten

Easypeasy Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln gar kochen, ausdampfen lassen, pellen, etwas abkühlen lassen und ab durch die Kartoffelpresse. Wer keine hat, ersetzt das durch Muskelkraft und reibt die Kartoffeln möglichst fein. Restliche Zutaten dazugeben und gründlich durchkneten. Mit bemehlten Händen (das Zeug klebt ziemlich!) Kugeln formen, ein bisschen platt drücken und in ein bisschen Butter mit Olivenöl bei eher mittlerer Hitze (bei meiner Herdplatte irgendwas zwischen 6 und 7 von 10) langsam und gemütlich goldbraun braten. Möglichst nur einmal in der Zeit wenden, wenn sie schon ein bisschen fest geworden sind.

Auf Küchenpapier ein bisschen abtropfen lassen, essen, freuen!

Die Menge oben ergab 15 Plätzchen, die ein bisschen größer als die ollen 5-Mark-Stücke waren und die Reste schmecken kalt auch noch ganz ok. 😀 Das war nämlich deutlich zu viel, die sind sehr sättigend. Nicht im Bild gab es dazu eine Gemüsepfanne (aus Paprika, Aubergine, Zucchini, Fenchel, Süßkartoffel und Möhren in wenig Öl angebraten und dann bei geschlossenem Pfannendeckel gegart, nur mit ein bisschen Pfeffer, Salz und Oregano gewürzt).

1A-Essen. Gerne wieder!

Katja

(Und hier noch der Extralink für Tanya zu einem Rezept für Kimchi-Kartoffelplätzchen bei Miss Boulette. Da sind unten auch noch mehr Kimchi-Rezepte verlinkt und ich wollte dir den Link eh längst mal zukommen lassen, falls du das Blog nicht ohnehin kennst. :))

Man möge mir die aktuelle Buch- und Rezeptelastigkeit verzeihen! Das wird auch wieder anders und ich heule euch bestimmt wieder bald genug die Ohren mit meinem Psychokram voll oder erzähle euch vom letztjährigen Spanienurlaub. 🙂

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5 Kommentare zu “Chamäleon

  1. ooooohhhh, ich liebe Kartoffeln. Leider stellen wir hier im Rabenhaus fest, dass der Geschmack der tollen Knollen zuweilen etwas zu wünschen ürig lässt – also der Kartoffelgeschmack. Irgendwie züchten die mittlerweile Kartoffeln unter dem Motto: optimal geschmacksneutral. Als dann auch noch drohte, dass unsere Lieblingskartoffelsorte „LInda“ vom Markt verschwinden würde, wäre ich fast heulen zusammengebrochen… Nun gibt es sie ja wieder – den Schweiß von der Stirn tupf…

    • Ich glaube, über die Linda hattest du schonmal irgendwo geschrieben *grübel*. Ich muss auf jeden Fall demnächst mal darauf achten, ob ich die hier irgendwo bekomme. Ich kaufe immer weniger nach Namen, denn nach Kocheigenschaften. Da muss es schon für jede Anwendung die richtige Sorte sein, das macht großen Unterschied, finde ich.

  2. Pingback: Neulich in meiner Küche | Gedankensprünge

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