52 Bücher, Teil 6

Da wähnt man Katrin noch krank und geschwächt von ihrer fiesen Erkältung in der letzten Woche und dann haut sie hinterhältig

Zitronen können nicht nur sauer sein…

als Motto der 6. Woche im 52-Bücher-Projekt raus. Vielleicht entspringt das Motto auch ihrem Wunschdenken, geprägt vom Genuss von zu viel heisser Zitrone in der vorangegangenen Woche. 😀

Ich dachte in der Tat, ich müsse bei diesem Thema zum ersten Mal in diser Projektrunde passen, aber dann las ich Corinas Beitrag und hatte endlich eine Idee. Ich wollte nämlich eigentlich eines meiner Backbücher rauskramen, in dem weltungefährdrittbestes Zitronenkuchenrezept* zu finden ist und gerade als ich losschreiben wollte, bog mein Gedanke nochmal um ein, zwei weitere Ecken ab – was bei dem Projekt ja durchaus erlaubt und erwünscht ist – und landete bei einem ganz anderen Buch, das ich zwar immer noch nicht besitze, das sich aber seit Jahren auf der Wunschliste tummelt und von dem ich gerade überlege, es mir endlich und direkt zu kaufen.

Und das mit den Ecken geht so:

Zitronen können nicht nur sauer sein, sondern auch süß! Ganz besonders sind sie das, wenn man die berühmtberüchtigte Limonade aus den Zitronen macht, die das Leben einem so reicht. In Kombination mit Lemon-Tree von Foolsgarden, das just in diesem Moment automatisch in meinem Kopf losdudelte, war auf einmal dieses Gemisch Limonade – Baum in meinem Kopf und sofort flammte dieser alte Kindheitswunsch wieder auf: Wolltet ihr als Kinder nicht auch alle unbedingt so einen Limonadenbaum haben, wie jenen der bei Pippi Langstrumpf im Garten der Villa Kunterbunt stand? Und am liebsten Haus, Äffchen und Pferd noch mit dazu?

Wann immer in meiner Kindheit die Filme im Fernsehen liefen, saß ich davor und musste sie schauen. Nur die Bücher habe ich, soweit ich mich erinnern kann, nie gelesen. (Wobei ich mich auch nicht an alles erinnern kann, was ich damals aus der Schulbücherei verschlungen habe.)

Ich werfe also die Pippi Langstrumpf Bücher der großartigen Astrid Lindgren zum Thema ‚Zitronen können nicht nur sauer sein‘ in den Ring (und dann hoffentlich bald auch auf meinen SUB).

Alle Projektbeiträge gibt es wie immer in der Liste. 🙂

Katja

(*wenn ich den mal wieder backe, blogge ich’s vielleicht auch endlich mal)

Manchmal…

…braucht es eisigen Wind im Gesicht und um die Ohren. Bei Kälte bewegen sich die Teilchen ja langsamer und an Tagen wie heute treibt mich die Hoffnung raus in die Kälte, dass das auch mit dem Gedankenkarussell im Kopf funktioniert.

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(Klappt leider nicht immer so gut.)

Katja

Als ich einmal an einem Dienstag ein breites Grinsen am Boden eines großen Topfes fand

oder:

Ich habe seit Jahren endlich wieder mal meine liebste Lieblingskartoffelcremesuppe gekocht!

Und ich weiss gar nicht, weswegen es die so lange nicht gab, weil eigentlich macht sie noch nicht mal so arg viel Arbeit. Auf jeden Fall kommt sie heute sehr gelegen, denn heute ist die erste Stunde meines neuen Spanischkurses – der 7. ist das mittlerweile. ufff. – d.h. ich bin wieder im Dienstagskochmodus, bei dem es irgendetwas geben muss/soll, das ich gut vorbereiten kann, damit’s abends dann nur noch aufgewärmt werden muss und schnell geht, wenn ich in perfektem Spanisch (*hust*) „¡Tengo hambre!“ rufend nach Hause komme.

Für einen großen Topf davon braucht man ungefähr:

1,5 kg mehlig kochende Kartoffeln – Wer üblicherweise die Angaben der Kartoffelsorten nicht so ernst nimmt, sollte das bei dieser Suppe ausnahmsweise doch tun. Ich habe sie ein einziges Mal aus festkochenden Kartoffeln gemacht und das Ergebnis war äh irgendwie schleimig statt cremig – auf jeden Fall nicht nachahmenswert!
2-3 Stangen Lauch
Fleischbrühe – Gemüsebrühe geht natürlich auch. Wir mögen’s lieber mit dem etwas krätigeren Geschmack der Fleischbrühe.
Salz
1 Becher Schmand

optional:
Mettenden oder eine ähnliche geräucherte Wurst
Petersilie zum Bestreuen

Und so geht’s:

Kartoffeln schälen und kleinschnippeln, Lauch schnippeln und waschen. Beides zusammen in einen großen Topf geben und knapp mit Brühe bedecken. So lange kochen lassen bis die Kartoffeln fast von selber zerfallen (dabei darf von der Brühe ruhig ein guter Teil verdampfen) dann mit dem Pürierstab so gründlich pürieren, dass keine Klümpchen mehr übrig sind. Den Schmand unterziehen.

Sofern man Würstchen reinmachen möchte, kommen die an dieser Stelle kleingeschnippelt dazu. Die Suppe sollte dann mind. 30 min durchziehen bevor man nötigenfalls noch mit Salz abschmeckt. Meist reicht aber der salzige Geschmack, den die Wurst beim Durchziehen an die Suppe abgibt, längst aus. Wer die Wurst rauslässt, kann direkt nachdem der Schmand drin ist abschmecken.

Nach Belieben noch Petersilie drüber. Fertig!

Und weil sie, wie das bei solchen Eintopfgerichten häufig der Fall ist, aufgewärmt noch besser schmeckt, ist sie ein ideales Dienstagsessen und weil sie so samtig weich im Mund ist und so schön von innen wärmt, ist sie ausserdem ein ideales (Vor-)frühlings*hust*essen. 🙂

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Sieht total doof und unscheinbar aus, schmeckt aber lecker.

Katja

 

Ich würd‘ so gerne das Meer seh’n #1 (Spanien 2012)

Ich weiss gar nicht, ob ich schon erzählt hatte, dass ich (neben Massen an Fotos insgesamt) mit unfassbaren Mengen an Meerbildern aus dem Spanienurlaub im letzten Oktober nach Hause gekommen bin. Keine Chance zu lesen oder sonst etwas zu machen, ich musste stundenlang Wellen beobachten und hätte am liebsten jede einzelne Welle im Bild festgehalten, weil ich bei fast jeder sicher war, dass sie die schönste war, die ich je gesehen habe.

Und weil ich immer noch nicht dazu gekommen bin, hier ein paar Erinnerungen an den Urlaub in Worten festzuhalten, mag ich aber wenigstens mal anfangen, ein paar der Meerfotos zu zeigen – für alle die diesem wunderbaren Nass ebensowenig widerstehen können wie ich. Mich hat nämlich gerade die Sehnsucht im Griff und ich muss eh ein bisschen durch die Fotos blättern.

Hier also ein Dutzend Meerblicke vom ersten Abend am Strand direkt vor der Ferienwohnung. Man stelle sich dazu eine überaus juchzende Katja vor, die sich in den unberechenbaren Wellen zum ersten Mal für diesen Urlaub die Klamotten ungeplant und fast komplett durchgeweicht hat.

(Klick macht groß)

(allesamt vom 19.10.2012 in Atlanterra, Zahara de los Atunes)

Katja

Memo an mich

Erstaunlich, wie leicht mir die Dinge wieder abhanden kommen, die ich längst mal erkannt hatte und wie mich dann aber plötzlich die Erkenntnis trifft, dass sie immer noch funktionieren. Heute wieder mal so geschehen.

Dass es mir gut tut, Dinge mit den Händen zu machen, dass mich das erdet, das weiss ich eigentlich schon recht lange und darüber hatte ich auch schon mal ausführlicher gebloggt. Speziell auf’s Brot backen, auf’s Teig kneten, trifft das immer zu. Das ist etwas, was mich sehr runterholt, wenn ich wieder mal dem Kaninchen aus Alices Wunderland gleich, in ständiger (selbstgemachter) Hektik kopflos durch mein Leben stolpere.

Das habe ich ziemlich lange, ziemlich konsequent gemacht und dann habe ich dooferweise irgendwann damit aufgehört und nur noch sehr selten Brot selber gebacken. Im letzten Jahr bin ich durchschnittlich nicht mal auf eines pro Monat gekommen. Und das, obwohl eigentlich dieses Wissen in meinem Kopf ist, dass Hefeteige kneten etwas ist, was für mich gut funktioniert, was mir sehr gut tut.

Am Wochenende wollte ich zum ersten Mal, seit sehr langer Zeit, Flammkuchen machen. Und dann war ich gestern den ganzen Tag drömmelig und hing durch und hab’s auf heute verschoben und heute war ich aber immer noch total lustlos und hätte am liebsten wieder was anderes gemacht. Ich musste mich also selber mehr oder weniger zwingen, in die Küche zu trotten und die Hefe in eine Schüssel zu zerkrümeln. Und dann fing ich an zu kneten und alles war wieder anders und da. Ich merkte quasi direkt, wieviel von dieser seltsamen Stimmung, die mich heute gefangen hatte, durch das Kneten aus mir raus wanderte und stand in meiner Küche und dachte, dass ich ganz schön bescheuert bin, solche Dinge, die ich über mich weiss, immer wieder so zu verdrängen. Wie doof das ist, nicht besser auf mich aufzupassen und die Dinge häufiger zu tun, die mir gut tun.

Und damit ich’s nicht direkt wieder vergesse/verdränge/whatever, schreibe ich’s jetzt hier auf: Hefeteige kneten macht mich froh, Brot backen macht glücklich! Ich mache das jetzt wieder häufiger!

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Katja

Only hate the road when you’re missin‘ home

Gehört. Verliebt.

Katja

Und dann war da noch…

…diese Oma, die mit ihrem kleinen Enkelkind, das vielleicht zwei Jahre alt war, im Laden unterwegs war. Bevor mir die beiden auffielen, fiel mir das kleine Plüschschaf auf, das neben einem Einkaufswagen auf dem Boden lag und als mein Blick ein Stück weit hochwanderte, wusste ich, dass das wohl erst in diesem Moment runtergefallen sein konnte. Ich hob es auf, reichte es dem Kleinen in den Wagen und er lachte mich an.

Kurz danach war der Knirps aus dem Wagen raus und ich sah ihn gerade noch um die Ecke flitzen, wo er sich hinter einem Regal vor der Oma versteckte und sich zur Sicherheit auch noch die Hände vor die Augen hielt. Die Oma fing mit fröhlichem Gelächter an, ihn zu suchen – die beiden schienen ein eingespieltes Team zu sein. Völlig lässig, freundlich und entspannt. Und das war umso auffälliger, weil direkt daneben eine Mutter gerade mit einem „Wenn du das nicht sofort ins Regal zurücklegst, dann kannst du aber direkt rauschmarschieren und im Auto warten!“-Brüllen ihrer kaum größeren Tochter hinterherjagte, die vor Wut laut aufheulte. Wie sehr sie sich doch manchmal generationsübergreifend gleichen.

Die Oma verließ vor mir den Laden und als ich später rauskam, hatte sie ihre Einkäufe schon weggepackt und fuhr den Kleinen im Laufschritt im Einkaufswagen auf dem Parkplatz spazieren, während sie abwechselnd jede Menge Gehupe und Sirenen imitierten. Völlig aufeinander konzentriert, völlig miteinander in ihrem Spiel versunken (erstaunlicherweise aber ohne irgendwelchen Autos in die Quere zu laufen) und ohne sich einen Deut darum zu scheren, was irgendwer darüber denken könnte.

So tobten sie auch noch über den Parkplatz als ich meine Einkäufe längst im Auto verstaut und meinen Einkaufswagen wieder weggebracht hatte. Ich konnte mich echt kaum an den beiden sattsehen und hätte ich nicht befürchtet, dass es sie irritieren könnte, wenn ich ihnen zuschaue, wäre ich am liebsten noch geblieben.

Katja