52 Bücher, Teil 2

„Puh, da fällt mir bestimmt gar nichts zu ein.“ war mein erster Gedanke als ich gestern das Motto der zweiten Woche des 52 Bücherprojektes bei Katrin gelesen habe.

Stell dir vor, du könntest dein Frühstück, dein Mittag und dein Abendessen auf verschiedenen Kontinenten einnehmen, wohin würdest du reisen, was würdest du essen und welche Bücher würdest du auf die Reise mitnehmen?

Aber so leicht gebe ich ja nicht auf! Schon gar nicht, wenn es erst die zweite Projektwoche ist. Also einmal auf dem Bürostuhl um 180° gedreht und den Blick über die Bücherregale schweifen lassen und dann war meine Reiseroute innerhalb von 2 Minuten komplett.

Frühstücken würde ich ganz klar im Unkrautland. Das klingt jetzt zwar erst mal ein bisschen unappetitlich, aber dort gibt es die köstlichsten Himbeertörtchen! Das weiss ich so genau, weil Primus die immer aus der Klettenheimer Dorfbäckerei stibitzt, wo es bekanntermaßen die besten Torten gibt. Damit versorgt er nicht nur sich selber, sondern natürlich auch Bucklewhee, den Gockel, der in Primus Uhr wohnt und Snigg, den Kürbis, der auf dem Komposthaufen im Garten von Primus Turm lebt und ständig hungrig ist.

Mitnehmen würde ich natürlich die bisher erschienen 3 Bände des Unkrautlandes von Stefan Seitz und darauf hoffen, dass Miss Plimm auch noch auf ihrem Hexenbesen durch den Finsterwald zu Primus Turm käme, um mitzufrühstücken.

Zum Mittagessen würde ich dann nach Europa reisen, genauer gesagt nach Italien. Dorthin mitnehmen würde ich meine gesammelten Brunetti-Romane von Donna Leon – bisher sind das 18 – und am liebsten würde ich auch bei den Brunettis zu Mittag essen. Die Romanserie mag ich nämlich unter anderem so gerne, weil Paola, Guido Brunettis Gattin, eine begnadete Köchin ist und weil das gemeinsame Essen mit der Familie in jedem der Bände einigen Platz einnimmt. Natürlich müsste ich dann essen, was bei den Brunettis auf den Tisch kommt, aber ich bin ganz sicher, dass es in jedem Fall köstlich wäre.

Irgendwann muss ich mir auch unbedingt noch ‚Bei den Brunettis zu Gast‘ leisten. Ein Buch mit Rezepten (ich hoffe jene zu den Gerichten, die die Brunettis in den Romanen futtern) und kulinarischen Geschichten von Donna Leon.

Abends würde ich dann in die Staaten reisen und noch dazu einen Zeitsprung vollführen. Ich würde nämlich wahnsinnig gerne endlich mal gebratene grüne Tomaten probieren und wo könnte man das besser als bei Idgie und Ruth im Whistle Stop Cafe?

Mitreisen müsste natürlich ‚Grüne Tomaten‘ von Fannie Flagg, das ich sehr liebe und das mMn eines der wenigen Bücher ist, deren Verfilmung sich nicht hinter dem Buch zu verstecken braucht.

Kniffliges Thema hatte der Krötengeneral sich da ausgedacht, aber Spaß hat’s gemacht, mal wieder um die Ecke denken zu müssen. 🙂

Ich bin gespannt, was nächste Woche dran kommt!

Katja

*Edit: Ganz vergessen: Hier gibt es dank Katrins Fleiss wieder alle Beiträge zum Thema in der Übersicht.

Advertisements

18 Kommentare zu “52 Bücher, Teil 2

    • Das Unkrautland ist auch ganz bezaubernd. Eigentlich eine Kinder- bzw. Jugendbuchserie, aber die kann man auch als Erwachsene sehr gut lesen. Die Figuren waren mir direkt nach ein paar Seiten ans Herz gewachsen und das ist eine der wenigen Buchserien, wo ich die Bücher direkt beim Erscheinen kaufen muss. Normalerweise bin ich ja recht geduldig und kaufe den Großteil meiner Bücher gebraucht, um mir die Sucht leisten zu können. 🙂

  1. Ich denke auch, dass dir die Paola allerlei leckere Gerichte auftischen würde – ich mag die Brunetti-Romane einfach so fürchterlich gerne, weil auch Brunettis Familie so menschlich und hautnah miterlebt werden kann.. Donna Leon ist einfach eine tolle Autorin!

    So, und jetzt noch schnell ein Törtchen stibizt!

    • Ja die Charaktere kommen einem wirklich nahe. Und ich mag den Schreibstil auch, weil sie so unaufgeregt schreibt. Da ist dieser ein bisschen schrullige Commissario, der schon alleine deswegen sehr sympathisch wirkt, weil er seine Familie liebt und die Stadt, in der er lebt und gutes Essen und guten Wein. Die Kriminalfälle stehen für mich eigentlich immer im Hintergrund und sind nicht so wichtig. Ich mag das einfach, mit Brunetti durch Venedig zu schlendern und auf dem Heimweg frische Blumen zu kaufen.

      Herzlich Willkommen auf meinem Blog, MestraYllana! 🙂

    • Erstaunlich. Oft sind die Geschmäcker bei Büchern ja sehr unterschiedlich, aber ich bin noch niemandem begegnet, der Grüne Tomaten nicht mochte. Also zumindest hat das noch niemand mir gegenüber geäussert, wenn ich davon geschwärmt habe.

      Hast du schonmal gebratene, grüne Tomaten probiert?

  2. Hm… Ich werde die grünen Tomaten wohl mal auf meine Wunschliste packen… zumindest auf die mit den Büchern 🙂

    Geniale Umsetzung der fellmonster’schen bzw. krötengeneraligen Vorgabe!

  3. Hallo Katja,
    die „Unkrautland“-Bücher muss ich mir gleich mal ansehen. Klingt, als könnten sie mir auch gefallen. Bei Donna Leon sind wir uns ja einig 😀
    Tja, und Grüne Tomaten – ich kenne bisher weder Buch noch Film, also vielleicht noch etwas für die WuLi, die sich schon wieder gefährlich füllt….

  4. @Corina: Wenn du da nicht zum Lesen kommst, kannst du das tatsächlich in diesem Fall auch durch den Film ersetzen. Der weicht zwar in einigen Handlungsdetails vom Buch ab, aber die Charakterzüge der Figuren sind so gut umgesetzt, dass er sehr gut für sich stehen kann und dass man ihm diese Änderungen auch nicht übel nimmt.

    @Silke: Vorsicht, das Unkrautland macht ganz schnell süchtig. 😀
    Und Bücher sind natürlich immer per se toller, aber für einen Eindruck über die Grünen Tomaten kann man da auch wirklich gut erst den Film anschauen. Ich kannte den Film ziemlich gut bevor ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, aber das hat den Lesegenuss in diesem Fall nicht geschmälert. Normalerweise mag ich das lieber andersrum und will möglichst erst die Bücher lesen. Aber die Lesezeit ist ja leider immer so begrenzt und es gibt so viele gute Bücher…

    • Dann werd ich mal schauen, ob mir der Film irgendwo über’n Weg läuft. Solange werde ich das Buch auf der Wunschliste hüten. Da ist es ja ersteinmal in guter Gesellschaft 🙂

  5. Grüne Tomaten essen!
    Das mit dem nicht-nicht mögen des Buches ist mir auch schon aufgefallen – als Erweiterung kenne ich niemanden, der gebratene grüne Tomaten schon mal probiert hat.
    Vielleicht sollten wir mal parallel kochen? Wo bekommt man überhaupt grüne Tomaten her, außer aus eigenem Anbau? Und überhaupt parallel kochen zu außergewöhnlichen Rezepten aus Büchern, das wäre doch was.
    Essen, Reisen und Bücher, ein wahrhaft tolle Kombination!

    Tanya, schwafelnd

  6. @Tanya: Ich hab gerade mal ein bisschen rumgeguckt. Das sind scheinbar keine echten Tomaten, sondern Tomatillos, eine mexikanische Frucht, verwandt mit den Physalis (was ich lustig finde, weil ich schon immer fand, dass Physalis ein bisschen nach Tomate schmecken). Die Chancen, die in Deutschland zu kaufen, dürften recht gering sein, aber man kann die Samen zumindest im Web bestellen und ich bin jetzt so heiss drauf, dass ich das vermutlich auch ausprobieren muss. 😀

    Rezepte aus Büchern parallel zu kochen ist ’ne coole Idee! Wobei mir da spontan erst mal nur Boeuf Bourguignon aus Julie & Julia einfällt und das hatte ich ja des Buches wegen schon gekocht. (Und am Samstag werde ich’s meinen Gästen als Hauptgang vorsetzen.) 🙂

    @Frühlingsmärchen: Oh ja! Grüne Tomaten gehört auf jeden Fall ins Regal mit den gelesenen Büchern. 🙂
    Sei herzlich willkommen auf meinen Blog!

    • Boeuf Bourguignon aus Julie & Julia steht bei mir auch schon ewig, eben wegen des Buches, bei mir auf der Nachkochliste – ist bisher immer wegen entweder Horrorrindfleischpreisen oder zeitweise fehlende Mitesser gescheitert.

      Solltest Du die Samen bestellen und anpflanzen – berichte unbedingt!

      Nach einem Sergej Lukianenko Roman musste ich mal unbedingt Pelmeni kochen, weil er ständig davon schrieb 😀

      Tanya, das Projekt aus Romanen kochen immer noch sehr reizvoll findend

      • Das Boeuf gab’s hier letztens gerade wieder beim Freunde bekochen (den Roland hat’s übrigens getroffen).
        Sind Pelmeni geschmacklich mit Ravioli vergleichbar? Die Teigzutaten klingen irgendwie nach Nudelteig, aber der Teig wird dicker ausgerollt, oder?

      • Das ist ja vom Teig her alles recht ähnlich, Pelmeni, Ravioli, Maultaschen – das vorstechende Merkmal an Pelmeni ist, dass die Füllung fast ausschließlich aus Fleisch besteht, ohne „Füllmaterial“. Lecker waren sie in jedem Fall.

      • Hast du das Rezept zufällig noch parat? Ich könnte ja jetzt dringend gefüllte Teigtaschen essen, wenn ich so drüber nachdenke. 😀

  7. Nee, das hatte ich iwo aus dem Netz und ist mit Datencrash und virtuellen wie realen Umzügen verloren gegangen. Seither habe ich aber auch kein russisches Buch mehr gelesen oder Sehnsucht nach Pelmeni kochen bekommen 😀

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s