to puzzle

Manchmal bleiben die Informationen nicht mehr voneinander getrennt, sondern verzahnen urplötzlich und geben allem einen ganz neuen Sinn, ein anderes Verständnis, so als würde ein fehlendes und schon lange gesuchtes Puzzleteil an der, für es vorgesehenen Stelle einrasten. Und ich sehe es buchstäblich vor mir, wie es in Großaufnahme in Slowmotion von oben runterfällt, an seinen Platz, und der Klick beim Einrasten ist vorm inneren Ohr hörbar.

Ich fühle mich ein bisschen hilflos mit dieser neuen Erkenntnis, weiss wieder mal nicht so genau, wo genau der Weg langgeht, der vom Erkennen hin zum Umdenken führt. Und ich weiss auch gar nicht, wie ich das erproben und herausfinden soll, weil so vieles sich verändert hat.
Und auch wenn ich ja furchtbarer Verständnisjunkie bin und am liebsten immer alles verstehen möchte, wenn es um Menschen geht und erst recht um mich selber, bin ich gerade gar nicht froh über diese neue Erkenntnis, weil soviel schmerzhafte Erinnerungen daran hängen.

Ich merke, dass ich gerade wieder mal in einer Phase stecke, wo ich viele solcher Momente habe, wo ich Dinge auf einmal von einem anderen Blickpunkt aus betrachten kann, verstehe, weswegen ich auf eine bestimmte Art und Weise ticke, aber es fällt mir gerade wahnsinnig schwer, die Gedanken dazu konkreter in Worte zu fassen. Aber das kommt vielleicht auch wieder einmal aus der Angst heraus, missverstanden zu werden.

Nachdenklich.

Katja

 

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4 Kommentare zu “to puzzle

  1. Ich hab‘ die ganze Zeit überlegt, was es sein könnte. Wenn du dich nur frei davon machen könntest, dass jeder dich verstehen muss. Das muss nicht jeder, aber viele werden es, glaube ich. Denn bis jetzt habe ich noch nichts von dir gelesen, was nicht in irgendeiner Weise vertraut oder verständlich wäre. Ich glaube, wenn du so eine Phase hast, dann ist das eine gute Phase. Die erreicht man sehr oft mit einem guten Therapeuten, und du schaffst es doch grad alleine. Jetzt musst du dich nur noch trauen, die Erkenntnisse wie reife Früchte zu pflücken und sie zu verwerten. Bald oder irgendwann, ganz sicher …

    • Liebe Sherry, hab vielen Dank für deinen Kommentar. 🙂

      An dem Verwerten hängt es bei mir leider immer wieder. Irgendwann dachte ich mal, es würde genügen, wenn ich meine Muster erkenne und noch dazu so weit bin, ihre Ursprünge ausmachen zu können. Mittlerweile merke ich immer häufiger, dass die eigentliche Hürde die Überwindung ist, nicht das Verstehen. Aber vielleicht bin ich da auch zu ungeduldig mit mir. Es ist ja nicht so leicht aus tief eingefurchten Wegen auszuscheren, wenn die Ränder so hoch sind.

      Wegen des Verstehens: Mir ist vor Jahren etwas passiert, das mir sehr zu denken gegeben hat. Ich redete mit einer Freundin darüber, dass ich mich oft wie ein Alien fühle. Irgendwie alleine und hilflos und davon überfordert, mich in der Welt und Gesellschaft richtig zurechtzufinden und meinen Platz darin zu finden. Und eigentlich war das ein Versuch auszudrücken, dass ich mich als irgendwie ‚falsch‘ empfinde.
      Und später bekam ich über andere Wege mit, dass sie verstanden hatte, ich hielte mich für etwas Besonderes, etwas Besseres.
      Für mich war Normalität irgendwie das Angestrebte und ich hatte nicht auf dem Schirm, dass man ‚anders‘ als ‚besonders‘ umdeuten könnte und diese komplett umgekehrte Interpretation setzte mir ordentlich zu.

      Deswegen tue ich mir manchmal so schwer damit, wenn ich erkenne, wie ich an einer bestimmten Stelle ticke, das auch wirklich auszudrücken.

      • Das kann schon wirklich sein, liebe Katja, dass die Erkenntnis alleine nicht ausreicht. Im Grunde muss man einen Bruch begehen mit alten Verhaltensmustern, die dann zu neuen Denkmustern und die wiederum zur Verfestigung neuer Verhaltensmuster führen. Aber das weißt du auch alles. Manchmal spornt es einen an, wenn man noch jemand anderen hat, der ähnliche Hürden zu überwinden hat …

        Deine Freundin wäre wohl gerne nicht normal, sondern etwas „Besonderes“. Diese Tendenz siehst du auch bei vielen anderen Menschen: „Ich bin etwas durchgeknallt“ „Ich bin crazy“ „Ich bin halt bisschen anders gestrickt, schwimme gerne gegen den Strom.“ Viele „normale“ und stabile Menschen wollen sehr gerne auffallen und als Individuum herausstechen. Menschen mit Leidensdruck hingegen, die sich in ihrer Gefühlswelt tatsächlich etwas anders sind und auch darunter leiden oder manchmal gerne vor sich selbst fliehen wollen, sehnen sich nach Normalität. Ich kenne diese Sehnsucht nach Normalität und finde es sehr traurig, dass deine Freundin überhaupt so eine Info weitergegeben hat – und dann auch noch so!

        Hier im Blog ist es aber wirklich anders. Deshalb blogge ich ja so gerne. Man zieht oft automatisch die „richtigen Menschen“ an.

      • Ich bin eigentlich ein recht geduldiger Mensch, nur mit mir selber kann ich nicht so gut geduldig sein. Wobei es ja meist mehr ein Umfühlen ist, das als Ziel da ist. Das Umdenken und mich selber erkennen klappt ganz gut, nur die Gefühlswelt hängt immer so hinterher und spult noch die alten Emotionen ab, die zu einer bestimmten Situation gehören.

        Jene Freundin hatte das wohl einfach überhaupt nicht verstanden, was ich versucht hatte, ihr zu erklären. Vielleicht hat sie es mit einem „Ich bin etwas crazy“ verwechselt? *Schultern zuck*
        Und ja zu dem, was du über’s bloggen schreibst. Ich habe, glaube ich, einfach Angst, man könnte manche Dinge bei geschriebenen Worten, wenn die restlichen Kommunikationsebenen fehlen, noch eher missverstehen.

        Liebe Grüße!

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

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