Leseliebe 2012 – meine Top 5 Bücher des Jahres

Corina und die kleine Idee fragen nach den Top 5 der in 2012 gelesenen Bücher und weil mir der Gedanke gut gefiel, meine Leseliste von 2012 nochmal durchzuschauen und zu überlegen, welches davon jetzt wirklich die besten waren, hier meine Top 5 in aufsteigender Reihenfolge:

5. Allesandro Baricco – Seide

Dieses kleine Büchlein hat mich völlig fasziniert, weil sich der ganze Text anfühlt, wie das Material, das dem Buch auch den Titel verlieh. Hauchzart und fein gewoben erzählt Allesandro Baricco eine berührende Geschichte über die Sehnsucht. Und so wie bei der Sehnsucht stets etwas abwesend ist, liegt die Kunst des Buches in der Auslassung.

4. Tilman Rammstedt – Erledigungen vor der Feier

Darüber hatte ich hier schon ausführlich geschwärmt.

3. Hape Kerkeling – Ich bin dann mal weg

Das Buch ist mir in den letzten Jahren so häufig empfohlen worden wie vermutlich kaum ein anderes, aber irgendwie war ich da immer zögerlich, weil ich mit Hape Kerkeling eigentlich nie so viel anfangen konnte und auch das Pilgern interessierte mich nicht sonderlich.

Schon während ich das Buch las, hätte ich am liebsten mal alle Unwegsamkeiten und Ängste runtergeschluckt und die Schuhe geschnürt und wäre losgelaufen. „Der Weg ist das Ziel“, man hört und sagt das so oft, aber selten habe ich deutlicher verstanden, was sich hinter den 5 Wörtern verbirgt wie beim Lesen von Hape Kerkelings Buch.

Für mich das (positiv) überraschendste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Deswegen gehört es unbedingt in die Top 5.

2. Elisabeth Rank – Und im Zweifel für dich selbst

Großartiges Buch, über das ich hier schon gebloggt hatte. Ich freue mich schon auf ihr nächstes!

1. Anna Gavalda – Zusammen ist man weniger allein

Eines der Bücher, bei denen mir das Herz aufgeht. Deswegen liebe ich lesen so sehr, deswegen liebe ich Bücher so sehr. ♥

Hier hatte ich mich schon zu ausgiebigen Liebesbekundungen zum Buch hinreissen lassen.

Macht noch jemand mit? 🙂

Katja

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28 Kommentare zu “Leseliebe 2012 – meine Top 5 Bücher des Jahres

  1. Mitmachen müsste ich mir noch mal überlegen, aber ich hätte zu Kerkelings Werk eine abweichende Meinung.
    Ich mag ihn ja grundsätzlich schon sehr, und fand auch die Idee einer Pilgerreise an und für sich immer irgendwie nett. Deswegen war ich dann doch eher enttäuscht, dass ihm nur ein okayes Buch gelungen ist, das zwar kaum was falsch macht, für mich aber eben auch wenig richtig richtig. Meh eben.
    Vielleicht ist unsere Differenz da zum größeren Teil der unterschiedlichen Erwartung geschuldet, aber ich würde von dem Ding tendenziell abraten, weil es so viele tolle Bücher gibt, und man sowieso schon zu wenig Zeit für die hat.

    • Das ist natürlich alles nur mein persönlicher Geschmack hier und ich erhebe damit keinen Anspruch auf Relevanz. 🙂
      Vielleicht sind es tatsächlich die unterschiedlichen Erwartungen, die zu so unterschiedlicher Meinung führen, vielleicht ist auch einfach unser Lesegeschmack ganz verschieden.
      Ich wäre auf jeden Fall schon sehr gespannt auf deine Top 5! Führst du eigentlich auch eine Leseliste? Mir wäre im Blog zumindest noch keine aufgefallen. Ich find’s ja grundsätzlich immer spannend, was andere so lesen.

      • Ich vermute, dass unser Lesegeschmack tatsächlich sehr verschieden sein dürfte, denn aus deiner Liste kenne ich nur dieses eine Buch, und das hätte ich mir wahrscheinlich auch nie selbst gekauft. Hast du eigentlich schon mal was von mir gelesen? Nur mal so, eigentlich egal, aber würde mich interessieren, und passt ja irgendwie entfernt zum Thema.
        Eine Leseliste führe ich nicht. Die würde derzeit wohl auch wenig über meinen Geschmack aussagen, weil ich zuletzt viel experimentiert habe, mit leider vernachlässigbarem Erfolg. Wirklich gerne lese ich vor allem Fantasy, aber weniger, weil das Genre unbedingt mein Ding wäre, als weil da eben zurzeit die Autoren schreiben, deren Stil mir gefällt, was natürlich auch kein Zufall sein muss, sondern Methode haben kann, aber wer vermag das schon so genau zu sagen? Müsste ich zurzeit Lieblingsautoren nennen, wären das sicherlich George R.R. Martin (leider mit deutlich absteigender Tendenz), Joe Abercrombie, Jeff Strand und womöglich Steven Erikson, aber der ist irgendwie so eine Sache.

      • Und jetzt gerade fällts mir ein: Du hast ja mal bei Menschenähnlich was geschrieben. Hast du das eigentlich zu Ende gelesen?

  2. Von den Autoren kenne ich in der Tat keinen einzigen, aber das liegt vielleicht daran, dass ich um Fantasy weitestgehend einen Bogen mache.
    Von dir hab ich Nimmermehr komplett gelesen. Ich glaube, in Menschenähnlich hatte ich damals vorher reingeschaut und dann aber Nimmermehr gelesen, weil das abgeschlossen war und ich mit der zerhackten Geschichte durch die Fortsetzungsfolgen nicht gut klar kam. Ich hatte mir das sogar ausgedruckt, weil ich ungerne so lange Texte am Monitor lese.

    • Ahja. Nimmermehr habe ich seitdem ja noch mehrfach überarbeitet und versuche gerade, es an Agenturen zu bringen. Die Fassung im Blog hat zwar noch Gemeinsamkeiten mit der jetzigen, aber es hat sich auch einiges verändert. Darf ich fragen, wie du’s fandest?

      • Darfst du. Ich hatte eben schon in meinen Mails gesucht, weil ich eigentlich ziemlich sicher war, dir damals auch schon Rückmeldung gegeben zu haben, find’s aber partout nicht mehr.
        Ich erinnere mich, dich damals gefragt zu haben, wie höflich / ehrlich du’s gerne hättest, deswegen auch hier jetzt, soweit ich mich noch entsinne, die ehrliche Version. Ich hoffe, die ärgert dich nicht. 🙂
        Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen und mich gut unterhalten (wobei ich mich jetzt nur noch rudimentär erinnern kann, ich las es irgendwann in 2010), mit deinem Stil konnte ich nicht so warm werden. Für mich war das oft ein bisschen überzeichnet, so als hättest du ganz sicher stellen wollen, dass man die Charaktere so versteht, wie du sie meinst. Ich lese gerne leise Bücher, die zurückhaltender daherkommen (ich mag auch gerne französische Filme, weil die oft so angenehm unaufgeregt sind im Vergleich zu Hollywood Produktionen), deswegen war mir das in Nimmermehr manchmal zu viel.

      • Ach ja, richtig, du hattest mir Mails geschrieben!
        Tut mir leid, das war mir gerade nicht mehr gegenwärtig, aber jetzt weiß ich wieder. Vielen Dank, und bitte verzeih mir, das hätte ich echt noch wissen sollen. Peinlich.
        Du hast recht, dass meine Geschichten etwas zur Überzogenheit neigen, und ich fürchte, dass sich daran auch seit Nimmermehr nichts geändert hat. Eine Riesenmenge Geld ist wahrscheinlich meine zurückhaltendste Geschichte, und sogar da geht es mitunter noch ziemlich wüst zu.
        Wahrscheinlich müsste ich dir dann von den Autoren, die ich oben aufgezählt habe, auch abraten. Strand schreibt zwar keine Fantasy, aber sein Kram ist eigentlich noch abgedrehter als meiner, dürfte also auch nicht passen.
        Ich bedanke mich auf jeden Fall, und mal sehen, zurzeit gefällt mir die Idee einer Buch-Top-5 immer besser. Dürfte nicht mal schwer werden, denn ich hab letztes Jahr arg wenig gute Bücher gelesen.

      • Ach was, das ist doch nicht peinlich. 🙂 (Sagt die, die andauernd irgendwas vergisst.)

        Was meinst du denn mit abgedreht? Inhaltlich oder stilistisch? Ich behalte auf jeden Fall mal die Riesenmenge Geld im Hinterkopf, denn deine Ideen finde ich ja sehr originell.

    • Ich kann als der, der’s geschrieben hat, nicht anders, als es dir dringend ans Herz zu legen, aber ich fürchte andererseits wirklich, dass die Charaktere da nicht weniger überzeichnet sind als in Nimmermehr. Allerdings geht es bis zu einem gewissen Punkt trotzdem wesentlich ruhiger zu, und der Body Count ist auch sehr viel niedriger.
      Was das abgedreht angeht: Strand schreibt sehr albern, und gleichzeitig sehr blutig, und manchmal sogar gleichzeitig sehr traurig. Und seine Figuren sind eben auch eher überzeichnet.

      • Naja, ich nörgle so viel an der Welt herum, dass ich mich über jede Gelegenheit freue, jemanden auch mal vorbehaltlos über den grünen Klee zu loben. Ich stehe zu jedem Wort.

  3. Args… 🙂

    Ich erinnere mich an deine Rammstedt-Schwärmerei und überlegte da ja schon… Nun pack ich’s mal in die Irgendwann-mal-Lesen-Liste 🙂

    Elisabeth Rank verfolge ich seit deiner Verbloggerei mit Freude im Blog… Da kommt sicherlich auch mal was auf den Leseteller.

    Hach und beim Kerkeling bin ich nach wie vor sehr skeptisch… und jetzt erst recht 😀

    Vielen Dank fürs „Mitmachen“ und Zeigen!

  4. Pingback: Top 5 Bücher 2012 « überschaubare Relevanz

  5. Ich kenne nur das Buch von Kerkeling. Während meines halbherzigen Versuchs, mit dem Walken anzufangen, hatte ich das als Hörbuch. Und es war als Motivationshilfe wirklich nützlich, während ich mich bei glühender Hitze hier durch die Felder gequält habe.

      • Es hat mich tatsächlich angespornt und mir geholfen, wirklich die geplante Stecke zu nehmen. Kaum zu glauben.
        Trans Amerika von McNab – da geht es um ein Rennen – hatte früher schon mal eine ähnliche Wirkung auf mich. Ich kann mich manchmal sehr in Geschichten eintauchen.

    • @Guinan: Spannend, dass dich Hörbücher tatsächlich antreiben. Mich würde es vermutlich aus dem Tritt bringen, mich darauf zu konzentrieren (aber ich hab’s ja eh gar nicht mit Hörbüchern und kann da quasi nie was nebenbei machen und dann kann ich auch gleich das Buch lesen).

      • Da bin ich zum Beispiel auch ganz anders. Ich komme mental überhaupt nicht klar, Sport zu treiben, oder Staub zu saugen, Auto zu fahren oder zu kochen, oder sowas, ohne nebenbei ein Hörbuch oder einen Podcast oder irgendwas zu hören. Macht mich völlig wahnsinnig, sowas Automatisches zu machen ohne dabei von irgendwem unterhalten zu werden.

      • Bei mir läuft da meistens Musik, aber auf Geschichten kann ich mich echt nur konzentrieren, wenn ich nichts anderes nebenbei mache. Ich kann nicht mal gleichzeitig stricken (oder andere reine Sofatätigkeiten ausüben) und Hörbücher hören.

      • Bei stupiden Tätigkeiten brauche ich Ablenkung – und Musik reicht mir da nicht. Die ist wohl ok beim Lesen, Lernen oder Spielen, aber zum Bügeln, oder noch schlimmer, im Fitnessstudio, muss es mehr sein. So übermäßig anspruchsvoll sind meine Hörbücher aber nicht, ich habe fast nur Sachen, die meine Jungs auch hören.

      • Beim Lesen oder Lernen brauche ich Stille, da kann ich gar nichts aushalten. Mir ist das auch oft schon zu viel, wenn ich mich unterhalten will, wenn Musik im Hintergrund läuft. Das sorgt bei mir gelegentlich schon zu einer Überflutung mit Reizen.
        (Aber ich bin eh ziemlich geräuschempfindlich. Ich liebe es zB ausgiebig zu kochen und auch gleichzeitig auf allen Herdplatten rumzuhantieren, das bringt mich nur noch selten aus der Ruhe. Das was mich am Kochen am meisten stresst ist das Geräusch der Dunstabzugshaube.)

      • Wenn ich für was auch immer Stille brauchen würde, denn hätte ich echt ein Problem. Ich bin ja so gut wie nie alleine, Zuhause läuft ständig entweder der Fernseher oder Musik. Und zwischendurch wird von allen Seiten auf mich eingeplappert. Wenn ich für irgendwas Ruhe brauche oder mich sehr konzentrieren muss, setze ich den Kopfhörer auf und stelle die Musik so laut, dass ich von den sonstigen Nebengeräuschen nichts mehr mitkriege. Das mache ich auch auf der Arbeit, wenn meine Kollegen mal wieder intensiv telefonieren, während ich was Kribbeliges zu tun habe.

      • Spannend. Im Grunde ist das schon sehr ähnlich, es gibt Dinge, für die wir unsere Ruhe vor Ablenkung brauchen. Nur finden tun wir sie an unterschiedlichen Enden des Spektrums.

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