ge-urlaubt

gefahren: 6.760 km – durch wahnsinnig viele Serpentinen

geschlafen: in 5 verschiedenen Betten, eines in einem Ferienhaus und vier davon in Hotels und eines davon in einem Kloster – in Campdevanol, Totana, Atlanterra (Zahara de los Atunes), Las Mestas und Gradignan – vier davon in Spanien, eines in Frankreich

gelesen: insgesamt für Urlaub superwenig (echt wahr, ich konnte meinen Blick nicht von den Wellen reissen, Bücher hab ich ja auch zu Hause) und viel viel weniger als ich Bücher mitgeschleppt hatte, Biss zum Abendrot, In Plüschgewittern, Die Märchen von Beedle dem Barden, Lauf, Jane, lauf!, Erledigungen vor der Feier, Hummeldumm (angefangen), viel im Andalusienreiseführer, im Kunst und Architekturführer Andalusien und bei Wikipedia und auf diversen Tourismuswebseiten über Ausflugsziele, bisschen Blogs und Twitter

gegessenschlemmt: Fisch, fast ausschließlich und vermutlich fast mehr davon als im ganzen letzten Jahr (kann ich das mit diesem gesunden Kram aus Fisch nicht irgendwie schutzimpfungsmäßig immer im Urlaub hinter mich bringen, wenn ich am Meer bin?), fast alles davon frischer Thunfisch (alles andere wäre in dieser Thunfischgegend quasi Sünde gewesen) – selbstgepulte Garnelen mit Knoblauch, Rosmarin und selbstgemachtem Knoblauchbrot – Buñuelos – Queso y Jamón – unglaublich gute Fertigpizza aus dem Kühlregal (genau DIE will ich in Deutschland!) – zum ersten Mal Ochsenschwanz (den Mutigen gehört die Welt! aber was für ein Gepröckel mit den Knochen) – zum ersten Mal Jakobsmupfel und direkt verliebt (ein bisschen zäh und trotzdem unglaublich zart, und salzig nach Meer schmeckend ohne nach Fisch zu schmecken) – wenn nicht im Ferienhaus, dann in 3 sehr guten Hotelrestaurants, 2 sehr guten und einem herausragenden Restaurant (und dabei nur ein einziges Mal das Gefühl gehabt, kein wirklich sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis erwischt zu haben)

getrunken: Kaffee, Vino Tinto (und auch hier: mehr als im ganzen letzten Jahr überhaupt), Agua sin gas, Limettenlimo, diverse spanische lustige Mixsäfte (von denen Pfirsich-Ananas-Traube mein Favorit war. Lecker, ohne Scheiss!), Wodka-Karamell, und überhaupt viel Schnaps, jeweils lokale Spezialitäten als Digestif auf’s Haus und einmal mit einem so nachschenkfreudigen Kellner, dass ich kaum noch gerade aus dem Laden rauskam, weil ich klammheimlich um nicht unfreundlich zu sein, auch noch je das Glas des Mitreisenden geleert habe, der noch fahren musste

gebadet: im Atlantik, freiwillig und unfreiwillig, die Wellen waren so hoch und unberechenbar, dass der Vorsatz nur bis zu den Knien reinzugehen, diverse Male durch überraschende Wellen die Klamotten doch bis zur Hüfte durchgeweicht hat – im Pool mit Meerblick

gesehen: Schnee auf 2.500 m Höhe, Wellen, 3 Länder, 2 Meere, Afrika, Andorra, Sevilla, Cadiz, Jerez de la Frontera, Salamanca, La Rochelle, den Drehort einer Szene aus einem Bondfilm und den Drehort einer Szene aus einem Star Wars Film, eine Menge Surfer, atemberaubende Sonnenuntergänge über’m Atlantik, viel viel Meer und Berge

geknipst: alles! wie immer 😀

gehört: viel Wellenrauschen, wenig Musik

geredet: so viel Spanisch wie möglich und ich war immer froh, wenn die höflichen Spanier nicht direkt auf Englisch umschwenkten sondern Spanisch mit mir redeten. Insgesamt habe ich zum ersten Mal seit ich die Sprache lerne wirklich gemerkt, dass sie mir langsam vertrauter wird, zB ist mir aufgefallen, dass ich viele Aufschriften und Schilder verstehe ohne darüber nachzudenken oder im Kopf zu übersetzen

gedacht (und manchmal leise vor mich hingebrüllt): das hier MUSS das Paradies sein! – ich will hier nicht weg – oh Gott, ist das schön hier! – das sind die coolsten Wellen der Welt!

gehachzt und gefreut: über Wellen und noch mehr Wellen – über die Vögel, von denen fast immer ein paar auf dem Rand des Pools saßen um dort zu trinken – über Sonnenuntergänge – über Freundlichkeit – über Menschen, die das, was sie tun, mit Leidenschaft tun – über guten Wein – über das Kaminfeuer, das der Mitreisende eines Abends entflammte (es war zwar eigentlich viel zu warm dafür, aber wie romantisch! :D) – über ein wunderschönes Gemälde in einer Kirche – über Sternchendecken in maurischen Bädern – über das sehr coole Ferienhaus

geärgert: fast gar nicht, echt wahr – ein bisschen gestöhnt über furchtbar schmerzende Füße in Sevilla und ein bisschen genervt gewesen darüber, dass wir die Führung samt Verkostung durch die Sherry Bodega wegen 10 Min, die wir zu sehr in der Kathedrale rumgetrödelt hatten, ausfallen lassen mussten – über eine Menge Mückenstiche

geschafft: den Urlaub ohne größere Verletzungen zu überstehen (was mir normalerweise nie gelingt), mir eine spanische Prepaid-SIM für’s Internet zu kaufen, womit dann hoffentlich auch die zukünftigen Urlaube gesichert sind und das komplett auf Spanisch inclusive ‚ich erfrag mir alle wichtigen Infos‘! – meine Angst vor der Höhe und vor engen Turmtreppen soweit in den Griff zu bekommen, dass ich mir Cadiz von oben anschauen konnte

gelacht: insgesamt viel mehr als üblich – über ein auf dem Parkplatz komplett rotgestaubtes Auto nach der zweiten Nacht auf der Hinfahrt – über den kleinen in der Sonne dösenden Hund auf dem Parkplatz des Mirador del Estrecho – über mich selber – über den Mitreisenden – über joggende Ampelmännchen – über den Nachbarn aus der anderen Haushälfte, der mich fast jeden Morgen, wenn ich runterkam um mir ’nen Kaffee zu kochen, erschreckt hat, weil er laut platschend in den Pool vor meinem Fenster sprang

geshoppt zu Importzwecken: eine spanische Kinderausgabe des Don Quijote (wenn ich jetzt schon das dritte Jahr in Folge vergeblich versucht habe, den ersten Harry Potter auf Spanisch zu bekommen, dann eben dieses Mal wenigstens den Quijote) – Queso de oveja viejo und ein bisschen Manchego – Jamón Iberico – Dulce de leche – geräucherten, gesalzenen Thunfisch – getrockneten marinierten Thunfisch – Wodka-Karamell – Sherry – einen Jahresvorrat Olivenöl und dieses Mal nur wenig vino tinto

gefühlt: glücklich, oft und sehr

Irgendwann vorm nächsten Spanienurlaub dann sicher auch wieder die ausführliche Version.

Katja