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Ich erinnere mich an etliche Jahre meiner Kindheit, in denen es genau am 14. November den ersten Schnee gab. Es gab nie welchen am 13. oder am 15., immer nur an deinem Geburtstag.

Ich erinnere mich an den Abend in deiner Wohnung, an dem wir bei Kerzenschein ans Sofa gelehnt auf dem Boden saßen, Weintrauben aßen und mit zusammengekniffenen Augen das Usambaraveilchen auf deinem Tisch betrachteten, weil es durch’s Kerzenlicht einen ganz seltsamen und magischen Schimmer hatte.

Ich erinnere mich an unseren letzten längeren Spaziergang um den Stausee, auf dem wir 2 Jahre vorher zusammen dutzende Male vom Surfbrett ins Wasser geplumpst waren und wie wir auf jeder einzelnen Bank Halt machten und über Gott und die Welt redeten und wie deine Kraft am Ende kaum noch von einer Bank bis zur nächsten reichte, aber du wolltest diesen Spaziergang unbedingt machen.

Ich erinnere mich an deine Hand, wie sie mir unzählige Male warm mein Haar durchwuschelt und an deine Stimme, die mir „Du bist schon ein kleines Wawuschel“ zuraunt und an meine gespielte Empörung, weil du damit jedes Mal meine Frisur durcheinander brachtest.

Happy Birthday, Dad. Du fehlst mir!

Katja