Wenn einer eine Reise tut (Spanien 2011) #11

Wenn man den Reales Alcázares de Sevilla, den königlichen Palast durch die Puerta del leon betritt,

könnte man meinen, den kleinen Bruder der Alhambra vor sich zu haben. Auf den ersten Blick sieht das für mich alles recht ähnlich aus und als ich später im Reiseführer nachlese, wundert mich das auch nicht mehr, denn Pedro, der Grausame, der den Alcázar ab 1364 für sich bauen ließ, war Liebhaber des islamischen Baustils und weil er ausserdem mit Mohammed V. aus Granada, der bis 100 Jahre vor dem Ende der Reconquista herrschte, befreundet war, lieh er sich dessen Handwerker aus. Das finde ich wieder mal ein wunderbares Beispiel dafür, dass die bei allen Feindseligkeiten und Unterschieden der Kulturen doch auch friedlich mit- und nebeneinander konnten.

Wie auch immer, die Handwerker machten sich einen Spaß mit dem christlichen König und jubelten ihm an der prächtig geschmückten Fassade des Königspalastes, in dem Pedros private Gemächer lagen, in kufischer Schrift (das blau-weisse Band) als wiederkehrendes Ornament den Wahlspruch der Nasriden „Es gibt keinen Gott ausser Allah“ unter.

Dass der grausame Pedro, der übrigens seine Ehefrau, seiner Lieblingsmätresse zuliebe, in den Kerker werfen ließ, wo sie mit 25 Jahren starb, den maurischen Baustil mag, kann ich gut nachvollziehen. Ich würde da wohl auch direkt einziehen, wenn man mich ließe.

Denn wie in der Alhambra gibt es Räume mit Wasserbecken und Wasserrinnen,

prächtige Wand-

und Bodenmuster

tolle Innenhöfe

und wieder einmal einen wahnsinnig protzig verzierten Empfangsraum für Botschafter, die Sala de los Embajadores, der auch in der Alhambra einer der am prachtvollsten verzierten Räume war. Man zeigte dann wohl schon gerne, was man hatte.

Am besten gefällt mir der Patio de las Doncellas – der Innenhof der Zofen. Da lässt es sich gemütlich auf einem Mäuerchen hocken und Pause machen.

An der oberen Galerie erkennt man deutlich, dass am Alcázar von vielen Herrschern über Jahre immer wieder Änderungen vorgenommen wurden. Die Renaissance-Bögen wurden irgendwann später auf die maurischen Fächerbögen aufgesetzt.

Insgesamt gibt es im Alcázar einen Mix aus etlichen Stilrichtungen, weil die späteren Herrscher alle um- und anbauen ließen.  Der dusslige Karl V. zB, der schon seinen nie beendeten klobigen Palast inmitten der Alhambra errichten ließ, musste auch im Alcázar unbedingt einen eigenen Palast errichten lassen, dessen Wandverzierungen auf mich neben den harmonischen Verzierungen des Mudejarbaustils grellbunt und schreiend wirken.

Viel später, draussen in den Bädern gelingt mir das vermutlich beste Foto, das meine alte Kamera je in schlecht beleuchteter Umgebung ausgespuckt hat. Hell yeah, trotz der Dunkelheit mal nicht völlig verrauscht!

Noch ein paar (*lüg*) mehr Bilder und jene von oben nochmal zum bequemen Galeriedurchklicken:

Ein bisschen von den Gärten des Alcázar gab es ausserdem hier schon zu sehen.

Katja

4 Kommentare zu “Wenn einer eine Reise tut (Spanien 2011) #11

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