I wish, I wish

Diese Tage, wenn alle Worte nicht vermögen auszudrücken, was den Kopf so zum Durchdrehen bringt und weswegen die Tränen nicht aufhören zu fließen.

Ich vermisse dich und wenn ich es irgendwie könnte, dann würde ich die Worte zurücknehmen, die mir vor drei Monaten in einem unbedachten Moment herausgerutscht sind und von denen ich seitdem wünsche, ich hätte sie nicht gesagt. Nicht, dass ich grundsätzlich etwas gesagt habe, bedaure ich. Ich glaube immer noch, dass das wichtig und richtig war und du weisst, um wessen Wohl es mir ging und geht. Ich bedaure die Weise, auf die ich es sagte. Das war so dumm und unüberlegt, wie es in dieser spontanen und unmittelbaren Situation nur sein konnte. Und ausgerechnet dein großes Reizwort habe ich benutzt – eigentlich, weil ich hoffte, dass genau jene Erinnerung deutlich machen könnte, was ich meine und just im Moment, als ich es aussprach wurde mir schon bewusst, dass das haargenau das Falscheste war, was ich sagen konnte. Weil genau dieser Reiz dich dazu brachte, dicht zu machen, anstatt zuzuhören und dich auf den Gedanken einzulassen.

Ich weiss nicht mal, ob du mich seitdem bewusst meidest oder ob du die Dinge, die du mir gegenüber anführst, auch dir selber gegenüber benutzt. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Und mein Mut reicht gerade nicht für mehr als abzuwarten, weil es ja immer noch eine Steigerungsform gibt.

Traurig.

Katja

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12 Kommentare zu “I wish, I wish

  1. Liebe Katja

    Deine Worte sind sehr berührend.
    Ich hoffe ganz fest, dass sie beim Adressaten die Wirkung nicht verfehlen.
    Ich drücke Dir dazu die Daumen!

    Sollten Deine Worte aber die gewünschte Wirkung nicht bringen, dann war er es aus meiner Sicht, vielleicht auch nicht wert.

    Viel Glück und guten Mut
    Resunad

    • Resunad, hab vielen Dank für deinen Kommentar und sei herzlich auf meinem Blog willkommen. 🙂

      Diejenige an die sich meine Worte richten, liest hier gar nicht und so kommen meine Worte dort auch nicht an. Aber manchmal, wenn mir der Mut fehlt, jemandem etwas direkt zu sagen, muss ich es trotzdem so formulieren als richte es sich direkt an den Menschen und es hier aufschreiben.

      Hab vielen Dank für deine Wünsche!
      Herzlich,
      Katja

  2. ich wünsche dir, dass alles wiedergut zwischen euch wird. erwachsene mesnchen müssen lernen,dass wird dinge sagen,die wir nicht so meinen oder wenn doch, dann zumindest nicht die absicht hatten,den anderen so zu verletzen und selbst wenn wir ihn verletzen wollten,dann nur im moment der wut. wir müssen nachsichtig sein, weil wir alle fehler machen und dann lernen wir, dass das ok ist,dass das die liebe nicht zerstört…wer dazu nicht bereitist für den ist es nur eine frage der zeit bis er sich beleidigt/verletzt zurückzieht, denn wir können nicht dauerhaft jede wunde umgehen.
    ich hoffe,dass werimmerdasist,sich dir wieder öffnet,vielleicht braucht er/sie noch ein wenig zeit.

    • Danke, liebe Maryam.
      Ich habe wirklich so ein Talent, Dinge auszusprechen – auch wenn ich mich damit unbeliebt mache. Das wäre in diesem Fall schon schlimm genug gewesen, aber ich hab’s eben auch noch so ungeschickt angepackt, weil es spontan aus mir raussprudelte und ich unüberlegt war.

      Eigentlich sollte ich mich einfach melden, um erst mal wieder zu normalem Kontakt zurückzufinden und vielleicht irgendwann darüber zu reden. Aber ich fürchte wieder mal so sehr die Zurückweisung und mehr noch als die ganz offensichtliche eben jene, die sich hinter ‚keine Zeit‘ und dergleichen verbirgt und von der ich dann nicht mal genau weiss, inwiefern das zutrifft oder eben meine Befürchtung..

      Lieben Dank für deine Gedanken und Wünsche!

  3. Liebe Katja,

    deine Worte sind direkt aus deinem Innern und so berührend wie echt.

    Wir können nie zurücknehmen, was geschehen ist. Wir können nur dazu stehen, dass wir in dem Moment getan haben, war wir getan haben. Du hattest eine bestimmte Absicht und das Ergebnis war ein anderes. Vorher weiß man das nie. Die Folgen sind sehr traurig, vielleicht nicht nur für dich, vielleicht auch für die Person, von der du sprichst.

    Das verrückte aus meiner Sicht ist: Diejenigen, mit denen unsere Seele am stärksten verbunden ist, können uns am stärksten verletzen, aber auch wir sie. Diese Momente sind für keine der beiden Seiten einfach zu nehmen und manchmal kann einer der beiden nur auf Abstand gehen, um damit umzugehen.

    Es tut mir sehr leid für dich. Aber bewerte dich nicht selbst dafür, als hättest du etwas Falsches getan oder gesagt. Falsch sieht es nur im Rückblick aus wegen der Folgen.

    Ganz liebe Grüße
    Marion

    • Dankeschön, Marion!
      Ist das wirklich verrückt, dass die dichtesten Menschen uns am stärksten verletzen können? Ich hielt immer genau das für normal, eben weil sie ja viel dichter an unserem Innersten sind. Hmm.

      Dooferweise komme ich hier nicht drumrum, mich selber zu bewerten, weil ich’s eben hätte wissen müssen und können. Über nichts kann ich mich so ausdauernd und heftig ärgern, wie über eigene, dumme und vor allem, mit ein bisschen Nachdenken, vermeidbare, Fehler.
      Das war ein bisschen so als wäre ich mit dem roten Tuch wedelnd zum Stier gegangen. Das ist absehbar, dass es in die Hose geht. 😦

      Und ja, ich glaube auch, dass es für sie genauso traurig ist. Vielleicht (Vermutlich) drängt sie es weg, sie ist nicht so sehr reflektiert. Aber wenn, dann macht sie das ja, weil die Auseinandersetzung mit dem, was ich gesagt habe, zu sehr weh tut. 😦

      Mist das alles. Und es ist in den letzten 3 Monaten kein Tag vergangen, an dem das nicht an mir genagt hat.

      Liebe Grüße zurück und auch an dich vielen Dank für all die Gedanken!

      • Liebe Katja,

        etwas wollte ich noch dazu sagen…

        Klar ist es normal, dass wir umso mehr verletzt werden können, je näher wir jemandem kommen. Ich hatte mit meiner Aussage etwas anderes im Sinn, das man nicht wissen konnte und daher nicht ankam. Ich versuchs nochmal.

        Es gibt Menschen, die kommen uns nahe und wir fühlen uns beidseitig einfach gut, es passt, man kann einfach miteinander, beide werden durch den Kontakt gestärkt und genährt.

        Und dann gibt es Menschen, die kommen uns nahe und die Interaktion läuft automatisch so, dass wir einander – ohne es zu wollen – immer wieder verletzen, indem wir in genau die Fettnäpfchen treten, wo der andere empfindlich ist, noch eine offene oder vernarbte Wunde hat. Und zwar einfach indem wir sind, was wir sind – und das gegenseitig. Ich nenne es an der Stelle verallgemeinernd mal „karmische Beziehungen“. Meine Sicht ist, mit diesen Menschen haben wir Vorerfahrungen, die unserem Verstand nicht bewusst sind, aber im Laufe des Zusammenseins stellt sich heraus, dass es an allen möglichen Ecken knirscht und knispelt miteinander, es ist teils anstrengend für beide, aber es gibt gleichzeitig eine tiefe Verbundenheit, die eine ganz besondere Qualität des Zusammenseins ergibt, wenn es gerade gut läuft miteinander und keiner verletzt ist.

        Normalerweise meint man, wenn man sich mit jemandem so gut verstehen kann, wichtige gleiche Interessen hat und miteinander tiefe Ebenen erreichen kann, dass es dann einfach gut sein müsste miteinander. Denn danach sehnt man sich besonders, weil die zusammen erreichbare Qualität der Beziehung eine besondere ist. In einer solchen Beziehung verletzt zu werden, trifft tiefer, als jemand anderer einen verletzen könnte und das ist zwar einerseits natürlich, andererseits finde ich es immer noch etwas verrückt.

        Davon hatte ich gesprochen, aber zu kurz, um verstanden werden zu können.

        Liebe Grüße
        Marion

      • Liebe Marion,
        hab vielen lieben Dank dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, mir deine Gedanken noch zu erklären! 🙂
        Ich glaube, jetzt habe ich verstanden, was du meinst und wehmütig seufzend ein Erinnerungstränchen weggedrückt, weil auch das sehr wahr ist, was du im ersten Kommentar schriebst – dass es dann manchmal nur hilft, auf Abstand zu gehen.
        Das trifft nicht auf jenen Menschen zu, über den ich hier schrieb, aber ich habe genau das, was du beschreibst, vor vielen Jahren kennengelernt (ohne dass ich es damals so präzise hätte wahrnehmen oder ausdrücken können).

        Herzliche Grüße an dich. 🙂

  4. Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass ihr wieder zueinander findet. Vermutlich habt ihr euch nicht verloren, nur seid ihr beide verletzt. Vielleicht erwartet sie, dass du auf sie zugehst und dich entschuldigst. Die Worte, die du hier benutzt hast, noch einmal zu ihr sagst. Ich weiß es nicht. Wir sind manchmal noch sehr in dem kindlichen Schema gefangen, dass – wenn man uns was „weggenommen hat“ (Verletzung) – man es uns auch wieder zurückgeben muss (Entschuldigung) …

    Ich glaube, jeder von uns kennt das, dass wir mal Dinge sagen, oder auf eine Art sagen, die sich eben schroffer anhört, als wir es eigentlich meinten. Das wird auch die Person wissen und von sich kennen, von der du hier schreibst. Ganz sicher.

  5. Vielen Dank, Sherry! 🙂
    Ich hatte schon versucht, mich zu entschuldigen, aber sie blockte das damit ab, dass ja gar nichts wäre. Kennst du das, so Situationen, wo man ganz offensichtlich das Gefühl hat, dass etwas quer hängt, aber der andere blockt Versuche, die Dinge zu bereinigen ab, indem er alles abtut als wäre ja gar nichts gewesen? Natürlich kann es sein, dass ich mir das alles nur einbilde und sie tatsächlich nur so viel um die Ohren hat und einfach gerade so gar keine Zeit, aber eigentlich hatte sie immer viel um die Ohren und wir konnten trotzdem in Kontakt bleiben.
    Mir wär’s lieber, sie würde mir ihre Verletzung einmal um die Ohren knallen und wir könnten das irgendwie klären als dieser wortlose Rückzug, der mich hilflos zurücklässt. Das Schlimme ist vermutlich, dass sie sich dann auch dem Teil stellen müsste, der über ihr Reizwort hinausgeht. *soifz*
    Furchtbar kompliziert das richtig zu erklären, ohne mehr Details hier reinzuschreiben und das möchte ich aus Gründen nicht. Ich denke gerade tatsächlich wieder mal darüber nach, gelegentlich mit Passwortschutz zu bloggen.

    Hab lieben Dank für deine Worte!

  6. Liebe Katja, wenn Du das Gefühl hast, dich bei ihr entschuldigen zu wollen, dann solltest Du das tun – bald tun. Vielleicht ist es ja eine Möglichkeit, Deine Gedanken aufzuschreiben, sprich, ihr einen Brief zu schreiben, in dem Du ihr genau das schreibst, was Du empfindest – auch die Trauer über den Verlust der Freundschaft – ich gehe einfach mal davon aus, dass euch die verbunden hat. Ich glaube es ist nicht gut, wenn diese Dinge lange herausgezögert werden. Das führt womöglich zu einem Schwelbrand, der dann am Ende (nach langer Zeit) nicht mehr so einfach oder womöglich gar nicht mehr zu löschen ist.

    Natürlich besteht immer die Möglichkeit, dass man zurückgewiesen wird, weil das was man gesagt/getan hat für den anderen unverzeihbar ist. Dann ist das so – so schrecklich es sich auch anfühlt. Jedoch hat man sich und natürlich auch dem anderen die Chance gegeben, etwas aus der Welt zu schaffen.

    Liebe Grüße
    Rabea – hiermaleinhübschesbriefpapierhinleg…

    • Liebe Rabea, hab vielen Dank für deinen Kommentar und das überaus hübsche Briefpapier!
      In mir krampft es gerade, weil ich gar nicht weiss, wie ich das sinnvoll beantworten soll. Du hast mit all dem, was du schreibst, grundsätzlich sehr recht und ich sehe das genauso, aber in dieser speziellen Situation gibt es Gründe, dass ich genau das nicht tun kann. Und die haben nichts mit mir oder mit Mut zu tun, sondern damit, dass es dadurch vermutlich erst recht für sie schlimmer würde.

      Ich hatte hier gerade eigentlich lange erklärt, weswegen das so ist, aber ich kann das nicht öffentlich auf diese Weise erzählen, weil es eben nicht nur um mich geht, sondern auch um jemanden anderen, der dadurch identifzierbar wäre.

      Deswegen muss ich mich, auch wenn sich in mir gerade alles windet, das so unerklärt zu lassen, gerade weil du eigentlich so recht hast, auf das ‚ja! aber..‘ beschränken, obwohl ich damit selber total unzufrieden bin.

      Liebe Grüße zurück!

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