Back to the future

Nun mag man ja üblicherweise für Zeitreisen einen DeLorean benötigen, aber heute ist mir wieder mal aufgegangen, dass es ein schnöder innig geliebter Golf mit einem handelsüblichen Autoradio gelegentlich auch tut. Auf dem Weg in die Spanischstunde bin ich nämlich just vom Fahrersitz weg und in jene Zeit hineinkatapultiert worden als man statt iPods schnöde Walkmen benutzte, in denen man Cassetten abspielte. Ich hatte damals einen mit zwei Buchsen für Kopfhörer und so war es ganz klar, dass die beste Freundin und ich, jede mit einem Kopfhörer auf – weil es noch längst keine in ears gab – den Ohren durch die Straßen unseres Heimatdorfes liefen, monatelang immer die gleiche Cassette hoch und runter hörend, bis sie irgendwann vom vielen Spulen so hinüber war, dass sie ihr Dasein in einem grandiosen Bandsalat aushauchte.

Der sicherlich meistgespulte und immer wieder gehörte Song auf der Cassette war jener, der mich heute vom Fahrersitz aus in diese Zeit zurück schickte und das ist auch einer der Gründe, weswegen ich manchmal ganz gerne Radio höre. Solche Zeitreisen, das ist nichts, was man gezielt planen könnte. Das funktioniert, zumindest bei mir, am allerbesten, wenn mich der Song überraschend erwischt.

Katja

 

Little Confessions #27

Ich bin ein sehr pünktlicher Mensch. Wenn ich verabredet bin oder einen Termin habe, verlasse ich das Haus so zeitig, dass ich selbst bei irgendwelchen Katastrophen unterwegs noch pünktlich ankommen kann. In den 3,5 Jahren Kollegzeit, in denen ich jeden Morgen 60 km Anfahrtsweg hatte, war ich grundsätzlich die erste die da war und morgens die Kaffeemaschine angeworfen hat, obwohl ich von allen den weitesten Weg hatte.

Immer pünktlich sein zu müssen nervt mich oft selber, weil ich das tatsächlich mit einer gewissen Verbissenheit angehe und sich mein Magen sofort zusammenkrampft, wenn auch nur die Möglichkeit besteht, ich könnte mich doch mal verspäten.

Vermutlich rührt diese Macke daher, dass mein Vater mich oft in meiner Kindheit, mit der Uhr hinter der Haustür stehend, erwartet hat und es selbst bei geringer Verspätung heftigen Ärger gab.

Ich hatte mal eine Phase, in der ich mir das bewusst abgewöhnen wollte und in der ich mich gezwungen habe, absichtlich immer ein paar Minuten zu spät zu Verabredungen zu erscheinen, aber das ging mir so sehr gegen die Natur, dass ich beschlossen habe, einfach hinzunehmen, dass ich so pünktlich bin/sein muss. Im Grunde ist ja auch nichts Schlimmes daran, pünktlich zu sein.

Es stört mich übrigens gar nicht, wenn sich andere verspäten, so lange das im Rahmen bleibt (und so lange es nicht dazu führt, dass ich irgendwo zu spät hinkomme). Lediglich von der Unpünktlichkeit meiner Schwester bin ich ziemlich genervt, was aber daran liegt, dass die selten unter 1,5 Stunden bleibt. Erstaunlich, wie die gleiche Erziehung in unserem Erwachsenenleben so unterschiedliche Folgen hat. 😀

Katja

(Hier finden sich übrigens alle früheren Geständnisse / Macken.)