Eigentlich bin ich ganz schön doof (2)

Mist. Jetzt habe ich so weitschweifig versucht, zu erklären, weswegen mir das mit solchen Treffen so schwer fällt, dass ich gar nicht weiss, wie ich den Bogen dahin schlagen kann, was ich eigentlich erzählen wollte und weswegen ich diesen doof-Titel gewählt habe.

Also eigentlich, wenn ich nicht so doof wäre, hätte ich hier vor ein paar Monaten schon freudig gebloggt, dass ich ’ne voll nette Frau kennengelernt habe, mit der ich mich alle paar Wochen auf ’nen Kaffee oder ein Eis oder zum Frühstücken am Rhein oder zum Spazierengehen um ’nen See oderoder treffe und dass ich zum ersten Mal, seit ich hier wohne, das Gefühl habe, eine Freundin in der Nähe zu haben! 🙂
So doof bin ich gewesen, weil ich befürchtete, ich hätte hier Menschen, denen ich bisher Treffen abgeschlagen habe, dadurch kränken können, anstatt anzunehmen, ihr würdet euch auf jeden Fall mit mir freuen. Im Nachhinein erscheint mir das selber hochgeradig dusslig und auch ganz schön albern. 😳 😳

Und das kam alles so:

Mich selber nervt das am allermeisten, dass ich so wenig Selbstvertrauen habe, dass ich allen Treffen aus dem Weg gehe, aus Angst es zu vermasseln. Für mich hieß das nämlich, eine ziemlich lange und ätzende Zeit lang, Isolation und Einsamkeit.

Ende letzten Jahres erzählte mir ein Freund, der zu dem Zeitpunkt relativ frisch in eine neue Gegend umgezogen war, dass er in der neuen Umgebung durch Kleinanzeigen neue Leute kennengelernt hätte, zB gezielt für Spieleabende. Ich hatte auch schon vorher in unregelmäßigen Abständen mal bei quoka nach solchen Anzeigen geschaut, aber ich kam nie über diese Hemmschwelle, mich tatsächlich irgendwo zu melden. Das Gespräch reichte aber aus, mir einen ausreichenden Stups zu verpassen, damit ich wieder mal die Anzeigen durchblätterte. Und dann, ein paar Tage später, schaffte ich es, alle „ja und was wenn’s“ auszublenden und einfach selber eine Anzeige aufzugeben. Erst mal abwarten, ob sich überhaupt jemand meldet. Was dann damit passiert, darüber wollte ich nachdenken und mich damit auseinandersetzen, wenn es tatsächlich überhaupt dazu käme – was für mich eine echte Anstrengung war, weil ich ja normalerweise immer alle Eventualitäten vorher bedenken muss. Ehrlich gesagt rechnete ich auch gar nicht damit, dass sich jemand melden würde und eigentlich hoffte ich das sogar. Ich war ja immerhin nicht mehr untätig gewesen!1elf

Keine zwei Tage später bekam ich eine Mail von einem Typen, der sich mir nackt vor der Webcam zeigen wollte. Na danke auch. Ansonsten nichts. Nada.

Das war im November/Dezember. Irgendwann im Januar bekam ich eine Erinnerungsmail, dass meine Anzeige auslaufen würde und ich weiss nicht mal weswegen, aber ich setzte mich wieder hin und formulierte eine neue Anzeige. Extrem viel ausführlicher als die erste, extrem viel ausführlicher als quasi alle anderen in der Rubrik. Etwa eine Woche später, als ich schon gar nicht mehr damit rechnete, weil die Gratisanzeigen dort sehr schnell nach hinten durchrutschen, bekam ich eine Mail, die mit den Worten „Hallo liebe Unbekannte, deine Anzeige spricht mir aus der Seele“ anfing und die mir ein echt warmes Gefühl im Bauch machte.

Jene Frau und ich mailten ein paarmal hin und her und merkten schnell, dass wir einen guten Draht zueinander hatten und nach einem halben Dutzend Mails fasste ich all meinen Mut und fragte sie, ob wir einen Kaffee zusammen trinken wollen. Und das war gut und das musste ich auch so schnell machen, weil ich ansonsten wieder in diese Falle gerutscht wäre, mich nicht mehr zu trauen, weil ich das Gefühl gehabt hätte, viel zu verlieren zu haben. Ich habe ihr dann übrigens direkt beim ersten Treffen von genau dieser Angst erzählt und wir haben uns direkt offen Rückmeldung gegeben, dass wir uns auch live mögen und uns auch weiterhin treffen wollen.

Und ich merke, wie es mir gut tut, wenigstens gelegentlich mal jemandem zum Klönen gegenüber zu sitzen und ich bin immens froh, dass ich den Mut für die Anzeige aufgebracht habe. 🙂

Der tolle Nebeneffekt ist, dass ich merke, wie ich mich an solche Situationen gewöhne und dahingehend insgesamt mutiger werde. Dass ich mich schon ein paarmal mit den Spanischkursleuten getroffen habe, hatte ich ja schon gebloggt, aber ich habe mich ausserdem auch mit einer Frau aus dem Kurs (die leider aufgehört hat) vor ein paar Wochen zum Eisessen getroffen und da stand am Ende gar nicht in Frage, ob wir uns wieder mal treffen, sondern nur wo.

Und ausserdem habe ich die Lieblingscorina ♥ (und die kleine Idee) ‚in echt‘ kennengelernt als sie vor 2 Wochen auf dem Weg einen Abstecher über die kleine Stadt gemacht hat. Und das musste ich ja auch endlich mal quiekend und freuend erzählen!1elf

Katja, manchmal eine mutige welche.

 

Bitte hier einen kreativen Titel für ein schnödes Kuchenrezept denken!

Jedes Jahr nehme ich mir vor, mal mehr als einen Zwetschgenkuchen im Jahr zu backen und irgendwie haut das nie hin, weil es meist keine Zwetschgen mehr gibt, bis ich wieder den Nerv hätte, das lästige Entsteinen anzupacken.

Jedes Jahr zur Zwetschgenkuchenzeit suche ich auf’s neue mein Rezept für Quark-Öl-Teig, das ich sonst das ganze Jahr über nicht brauche.

Mindestens eines der beiden Dinge wird sich ab nächstem Jahr ändern und damit das passieren kann, halte ich jetzt endlich mal das olle Rezept hier fest. Dank Tablet (erwähnte ich schon, dass sie weiblich ist und Tabby heisst?) muss ich nicht mal mehr die eigenen Rezepte ausdrucken, um sie wirklich in der Küche parat zu haben, sondern kann extrem bequem einfach vom Display ablesen. Yay!

Für den Quark-Öl-Teig braucht man:

150 g Quark
6 EL Öl
4 EL Milch
1 Ei
1 Prise Salz
80 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
300 g Mehl + noch eine ganze Menge zum Ausrollen
1 Pck. Backpulver

ausserdem

ca. 50 g Butter
60 – 80 Pflaumen (je nach Blechgröße)
Zucker

Alle Zutaten gründlich zu einem glatten Teig verrühren, den Teig ausrollen und auf ein gefettetes Backblech legen und mit ca. 20 g geschmolzener Butter einpinseln.

Die entkernten Pflaumen dicht auf den Teig schichten und bei 200°C Ober-/Unterhitze ca. 30 min backen. Dann sofort mit Zucker bestreuen. Die restliche Butter im Topf schmelzen und leicht bräunen und darüber geben. Gibt man den Zucker direkt auf den heissen Kuchen karamellisiert er ein bisschen und zusammen mit dem Aroma der gebräunten Butter und den säuerlichen Zwetschgen ist das ein wunderbarer Kontrast zum quarkfrischen Teig. Mag ich viel lieber als mit Hefeboden!

Katja (die keinen Pflaumenkuchen mehr fotografieren kann ohne dabei an grinsende rebhühner zu denken)