Trotzdem

Es sind gar nicht so sehr die guten Tage, die für mich den Unterschied so deutlich spürbar machen. Natürlich merke ich so insgesamt, wie zahlreich solche Tage, an denen alles glatt läuft und flutscht, in Phasen sind oder eben auch nicht.

Aber den wirklichen Unterschied machen diese Dooftage, an denen ich durchhänge und mich zu nichts aufraffen kann und an denen es so ungeheuer attraktiv erscheint, einfach das Datum der ToDo-Liste um eins zu erhöhen. Früher tat ich das auch oft einfach, verharrte wie gelähmt, unfähig was dagegen zu unternehmen. Heute gelingt es mir an vielen dieser Tage, mich irgendwann ganz bewusst der Frage und Entscheidung zu stellen: Tag abschreiben oder aufraffen? Und erstaunlich oft genügt mir diese simple Frage an mich selbst, um mich aus dem Tief rauszuziehen, weil es mir einfach ganz bewusst macht, dass ich dem Tag und meiner Stimmung nicht willenlos ausgeliefert bin, sondern dass ich genau jetzt aktiv entscheiden kann, doch noch was daraus zu machen.

Und wenn mir das gelingt, dann bin ich wahnsinnig stolz auf mich – auch wenn ich oft nur einen Teil der eigentlichen Liste für den Tag schaffe. Der eigentliche Erfolg und das, was mich den Unterschied so deutlich wahrnehmen lässt, ist auch nicht der erledigte Kram, sondern dass ich es ganz ohne äusseren Impuls schaffe, mich selber wieder in die Spur zu bringen. Zum Beispiel heute.

Katja

12 Kommentare zu “Trotzdem

    • Das funktioniert leider längst nicht immer. Aber irgendwann ist bei mir ein Knoten geplatzt, als ich mir ganz bewusst gemacht habe, dass jene Tage, an denen ich aktiver bin, die besseren sind und ich durch Inaktivität oft tiefer falle, wovor ich höllische Angst habe.

      Und du bekommst das doch auch ganz oft hin, dass du dich überwindest! An Stellen, für die ich nie mutig genug wäre. 🙂

    • Liebe Maryam, hab vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, bei mir sind die Texte tatsächlich meistens. Leider kann ich so gar nicht anders und bewundere alle, die es können. 🙂

      Ich würde so wahnsinnig gerne fiktionale Geschichten schreiben können, aber bei allen Versuchen starre ich nur ewig weisses Papier an und bekomme kein Wort raus. Aber wenn ich über mich selber schreibe, dann sprudelt es nur so.

      Liebste Grüße in die Hauptstadt!

  1. Es ist doch toll, wenn es Dir gelingt, Dich selbst an so einem Drömeltag wachzurütteln – und auch, wenn es Dir nicht immer gelingt, zu wissen, dass es immer wieder klappt ist doch ein wirklich gutes Gefühl. Dabei finde ich es toll, dass Du „nichts von Außen“ brauchst, sondern Du Dir den Stupser selbst geben kannst / gibst.

    Ein dickes YESS! Strike! Finger gen Himmel zeig!
    Ich freue mich mit Dir 😀

    • Ja, das ist echt viel wert! Ich glaube, mittlerweile ist es wirklich das Wissen darum, dass es mir besser gehen wird, wenn ich es schaffe, mich aufzuraffen, was mir hilft, mich zu motivieren. 🙂

      Danke für’s so dolle Mitfreuen! 🙂

    • Nur falls du Lust hast zu antworten: inwiefern denn anders? Ich kann mir bei dir, glaube ich, überhaupt nur schwierig, Durchhänger vorstellen, weil du immer so sehr aktiv bist. 🙂
      Zwingen dich nicht die vielen fixen Termine zu ziemlicher Disziplin?

      • ja, das stimmt – fixe termine verpflichten. aber das kommt bei mir sozusagen von der anderen seite: ich mag/vereinbare häufig fixe termine, weil ich sonst ’nichts‘ angehe/anfange/mache. dinge, die ich für mich selbst realisieren möchte, dauern dann auch eher monate als tage, wie z.b. die blau bemalten schwalben [ehemals glänzendes messing], die jetzt _endlich_ über dem blauen sofa an der wand hängen… nötige schritte: 1 baumarkt und farbe/pinsel aussuchen, 2 schwalben reinigen, 3 erster farbauftrag, 4 trockenphase, 5 zweiter farbauftrag, 6 trockenphase zwei, 7 aufhängen. projektdauer: ähm.. mehr als 4 monate, glaube ich. *räusper immerhin hängen sie nun!1elf

      • Das finde ich sehr interessant. Was bei dir die Termine bewirken, sind mir ja in einigen Belangen meine Projekte. Die helfen mir dabei Disziplin aufzubringen, den Kram dann auch zu machen.
        Die 4 Monate finde ich in Ordnung bei etwas so Vielschrittigem. Man muss sich dafür ja viel häufiger aufraffen. 🙂

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