Trotzdem

Es sind gar nicht so sehr die guten Tage, die für mich den Unterschied so deutlich spürbar machen. Natürlich merke ich so insgesamt, wie zahlreich solche Tage, an denen alles glatt läuft und flutscht, in Phasen sind oder eben auch nicht.

Aber den wirklichen Unterschied machen diese Dooftage, an denen ich durchhänge und mich zu nichts aufraffen kann und an denen es so ungeheuer attraktiv erscheint, einfach das Datum der ToDo-Liste um eins zu erhöhen. Früher tat ich das auch oft einfach, verharrte wie gelähmt, unfähig was dagegen zu unternehmen. Heute gelingt es mir an vielen dieser Tage, mich irgendwann ganz bewusst der Frage und Entscheidung zu stellen: Tag abschreiben oder aufraffen? Und erstaunlich oft genügt mir diese simple Frage an mich selbst, um mich aus dem Tief rauszuziehen, weil es mir einfach ganz bewusst macht, dass ich dem Tag und meiner Stimmung nicht willenlos ausgeliefert bin, sondern dass ich genau jetzt aktiv entscheiden kann, doch noch was daraus zu machen.

Und wenn mir das gelingt, dann bin ich wahnsinnig stolz auf mich – auch wenn ich oft nur einen Teil der eigentlichen Liste für den Tag schaffe. Der eigentliche Erfolg und das, was mich den Unterschied so deutlich wahrnehmen lässt, ist auch nicht der erledigte Kram, sondern dass ich es ganz ohne äusseren Impuls schaffe, mich selber wieder in die Spur zu bringen. Zum Beispiel heute.

Katja