Neulich in Innsbruck

Beim Durchqueren der Innsbrucker Innenstadt bot sich mir vor einigen Tagen dieses hier abgebildete grausame Bild der Tierquälerei:

Gleich zu Dutzenden hatte man die armen Bärchen gezwungen, in die landestypische Tracht der Alpenregionen zu schlüpfen und ich mochte mir gar nicht das Ausmaß des seelischen Schadens vorstellen, das die gepeinigten Bärenseelen davontragen würden.

Doch just als ich dabei war, mein Handy zu zücken, um zuerst das Fellmonsterchen zu verständigen, um mir wortgewaltige Unterstützung im Kampf gegen Seppelhosen zu sichern und anschließend Bärnesty International zur Befreiung der misshandelten Geschöpfe, sprach mich einer der Bären in fast akzentfreiem Hochdeutsch an und versicherte mir, dass das alles seine Richtigkeit hätte und dass sie alle freiwillig, sowohl in dieser Kluft als auch in diesem Körbchen verweilten, da es sich um eine Spezialeinheit der Bärizei handele, die ihrerseits in Undercovermission unterwegs sei, um die tatsächlich gepeinigten Mützentiere zu retten, denen man – man mag sich das Ausmaß der Grausamkeit kaum vorstellen – kalte Metallständer dorthin geschoben hätte, wo sich eigentlich wärmende Kinderköpfe befinden sollten, damit es den Mützentieren nicht zu kalt ist und das natürlich gerade in diesem Sommer, wo keine Mütze ohne wärmenden Kopf rumlaufen und schon gar nicht auf kalten Metallständern rumhängen sollte!

Der Oberspezialagent der Bären bat mich also – unerklärlicherweise auf einmal gar nicht mehr so akzentfrei – mit einem freundlichen ‚Oiso schlaich di!‘ die Undercoverermittlungsarbeiten nicht durch mein auffälliges Verhalten zu gefährden und ein letzter Blick in die Augen eines der Mützentiere zeigte mir, wie dringend ich diesem Wunsch nachkommen sollte!

Katja