akute Panik

Blinde Panik, ganz akut. Das, was für mich so wichtig ist, mein geschützter Raum in meiner Wohnung bekommt gerade wieder mal riesige Risse und die Sicherheit bröckelt.

Direkt vor meinem Arbeitszimmerfenster ist mit gleicher Bodenhöhe die Terasse. Immer, wenn ich am Rechner sitze, habe ich fast die komplette Terasse und einen Teil des Gartens im Blick. Gerade, während ich an einer Mail tippte, standen auf einmal drei fremde Männer direkt vor meinem Fenster auf der Terasse, also direkt vor mir. Ich war in meine Spanischaufzeichnungen von gestern vertieft gewesen, um einer Frau, die gestern nicht da war, per Mail zu schreiben, was wir gemacht haben. Dieser Moment der Vertiefung hat genügt, dass sie auf die Terasse gelangten ohne dass ich es bemerkte und dann standen sie beim Hochgucken auf einmal direkt vor mir, vor meinem Fenster.

Nach dem ersten Schreck bin ich ins Wohnzimmer, an die Terassentür, habe gefragt, was bitte die da machen. Sie sagten nicht wer sie sind, aber dass sie hier demnächst ein Gerüst aufbauen sollten, um die, über dem Terassendach liegende Dachrinne zu reinigen und dass sie den Auftrag hätten, schonmal auszumessen, was sie da an Material brauchen würden. Die hatten nicht an der Tür geklingelt und mir Bescheid gesagt, sondern sich einfach von aussen Zutritt zu meinem von innen verriegelten Garten verschafft und zu meiner ebenfalls von innen verriegelten Terasse – einfach so, jeweils mit einem Griff über bzw. durch die Tür zum Riegel.

Aber alles, was ich rausbekam waren schüchterne Fragen danach, inwiefern mich das denn beträfe mit dem Gerüst, ob sie dafür auf die Terasse müssten und wann genau das denn stattfinden sollte. Den Termin wussten sie nicht, aber der Chef wusste den und der kam just in diesem Moment auf die Terasse. Er würdigte mich keines Blickes, kein Gruß, kein gar nix.  Einer der bei ihm angestellten Männer meinte dann, ich wüsste gerne, wann die Arbeiten durchgeführt werden sollten und da guckte er mich zum ersten Mal kurz an, um mir ein barsches ‚Morgen Früh ab 8 Uhr.‘ zuzurufen. Sonst nichts weiter, kein einziges Wort. Und mir fehlten bei der Behandlung auch die Worte, ich zog kleinlaut in die Wohnung ab. Doch wohin? Küche, Wohnzimmer, Arbeitszimmer – alle Fenster führen auf den Garten bzw. die Terasse, alle auf dem Weg durch den Garten bis zur Terasse und vor fast jedem Fenster mittlerweile einer der vier Typen, zumindest in Sichtweite.

Und ich merkte wie in mir die Panik hochstieg. Nicht sicher. Nicht in der Wohnung sicher. Angst. Verzweiflung.

Ich bin sicher, die dürfen das so nicht. Da mag die beauftragte Firma auch zigmal dem Sohn unseres Vermieters gehören, dem mit dem barschen Ton. Wir haben mit der Wohnung auch die Terasse und den Garten gemietet und ich erfahre nur zufällig und nur, weil ich gefragt habe, dass hier ab morgen Arbeiten durchgeführt werden sollen, die mich massiv in der Wohnung – die von Garten und Terasse gut einsehbar ist – für mehrere Tage einschränken.

Und trotz allen Wissens, dass das so nicht korrekt ist, schaffe ich es nicht, mich zu wehren. Stattdessen sitze ich jetzt, wo die Fahrzeuge endlich wieder weg sind, heulend vorm Rechner und tippe meine Panik in die Tastatur. Ich empfinde das Verhalten als massiven Ein- und Übergriff. Vielleicht, sogar vermutlich, wäre das nicht so schlimm, wenn ich keine Depressionen und keine Angststörung hätte, aber das macht es noch lange zu keinem korrekten Verhalten und schon gar nicht, dass die (Vermieter und jetzt auch der Sohn) so tun als sei es ihr gutes Recht, hier jederzeit ohne vorherige Anmeldung Einlass zu begehren bzw. sich einfach Zutritt zu verschaffen.

Ich weiss nicht, was ich die nächsten Tage machen soll. Ich kann doch nicht die Rolläden runtermachen und den ganzen Tag im Dunklen sitzen. Oder doch? Ich weiss es nicht. Mir ist ja echt egal, was die denken, wenn ich mich verbarrikadiere. Aber wenn ich gar nicht mitbekomme, was um mich rum passiert und weiss, dass da draussen ‚eine Bedrohung‘ besteht, fühlt sich das vielleicht noch schlimmer an als wenn ich sehe, was vor sich geht?

Ich drehe hier gerade massiv am Rad. Mist. So sehr ich die Wohnung mitsamt Terasse und Garten liebe, sobald der Vermieter auf den Plan tritt, würde ich am liebsten hier wegziehen. Der macht mir Angst, nach wie vor und immer wieder.

Katja

23 Kommentare zu “akute Panik

  1. Ich bin mir auch sicher, dass die nicht einfach so bei dir reinkommen dürfen!
    Nützt aber nix, wenn sie diese Panik bei dir auslösen 😦

    Wünsche dir, dass es vielleicht hilft, wenn du darüber schreibst…..
    Liebe Grüße!

  2. *in Arm nehm*
    Ich würde die Rollos runter machen. Ernsthaft. Was sollen die da draußen schon groß anstellen. Problematisch ist doch, dass rein schauen, oder? Mit Rollos runter bist du geschützt. Und zum Sonnenuntergang sind die fertig und du machst die Rollos wieder hoch.

    Und ich denke auch, dass sie das nicht so in der Art dürfen… aber… ich verstehe auch wenn einem die Kraft fehlt dagegen anzugehen. *drück*

  3. Katja, das ist ja furchtbar. Wie du dich wohl gerade fühlen musst, das tut mir unendlich Leid. Du bist tagsüber alleine, oder? Aber sonst doch eigentlich nicht, oder liege ich falsch?

    Ich weiß nicht, was ich an deiner Stelle tun würde. Ich hätte mich an meiner Stelle aber vermutlich in Barschheit geübt und den Trampeln da gesagt, was geht und was nicht geht. Ich glaube, wenn man sich das traut, dann fühlt man sich auch weniger bedroht. Aber das ist nichts, was man jetzt in einem Schnellkurs eben tun kann.

    Deshalb würde ich an deiner Stelle tatsächlich mir einen einzigen Raum aussuchen, bei dem ich die Jalousien runterziehe, wohin du dich zurückziehen kannst, wenn es zuviel wird. Wenn du dann wieder wissen möchtest, was draußen vorgeht, gehst du eben in ein anderes Zimmer. So hast du eine Art Halb-Halb-Ruhe-Kontrolle.

    Es tut mir Leid, dass du das jetzt durchmachen musst. =(

  4. Mann das ist ja echt unverschämt. Der hätte das bestimmt ankündigen müssen. Aber ich glaube, jetzt ist besser Augen zumachen und durch. Wenn du jetzt noch ein Fass aufmachst, ärgerst du dich bloß noch länger, bzw. mehr. So ne Dachrinne müsste doch schnell gereinigt sein. Kannst du nicht die Tage öfter rausgehen, wieder schöne Fotos machen, shoppen und so?
    Viele Durchhaltegrüße,
    tastecup

  5. Du hast absolut recht, das ist eine absolute Unverschämtheit. Und die dürfen das nicht. Sowas muss man vorher ankündigen. Verhindern könntest du es allerdings nicht, aus wichtigem Grund darf dein Vermieter.
    Ich würde dir ja Asyl bieten, sofern dir das helfen könnte. Aber vielleicht kannst du tagsüber anderswo unterkommen? Oder ein schöner Tagesausflug? Irgendein schönes Rheinstädtchen?
    Und diese Handwerker können sehr, sehr froh sein, nicht an jemanden wie mich geraten zu sein. Kennst du das HB-Männchen?
    *Ich drück dich*

  6. Mein Vorschlag wäre der, den auch Sherry schon gemacht hat. Also nur in einem Raum die Laden runter, wenn du denkst, dass sie dich bei allen für spinnert halten.
    Vielleicht fährt der MitEsser morgen mal später zu Arbeit und macht die (bzw. den Chef der Firma, die 4 Arbeiter haben bestimmt nur die Anweisung bekommen: Rein da!) rund?

    Ich drücke dich und hoffe, dir geht es für heute schon etwas besser.

  7. *knuddel*
    Ich kann Dich verstehen. Nicht umsonst sind ja bei Einbruchsfolgen nicht nur die materiellen Verluste, sondern auch der Verlust der Privatsphäre bzw. das Gefühl, das diese nicht mehr geschützt wird, ein großes Problem. Und da Dein Garten wichtig für Dich ist, quasi auch ein Stück Deines Lebensraumes (wie sich das anhört, aber Du weißt hoffentlich, was ich meine) ist das schon ein Schreck, wenn da plötzlich fremde Leute stehen. Eine Anmeldung wäre das Mindeste gewesen… Aber mach Dir keinen Kopf, dass Du die nicht zur Schnecke gemacht hast. Es hätte wohl auch nicht viel gebracht. Die Angestellten können eh nix dafür, und dieser Vermietersohn… na ja, ich als kleiner Zornnickel manchmal kann Dir sagen, dass das Zusammenstauchen auch nicht immer der bessere Weg ist… Manchmal zerschlägt man mehr Porzellan, als die Sache wert ist… Klar soll man sich nicht alles gefallen lassen, aber hier wäre wohl eh nur das Argument gekommen, dass das ja gemacht werden müsste. Vielleicht könnte man mit ein bisschen Abstand mal einen sachlichen, aber bestimmten Brief an den Vermieter schreiben, dass Du künftig vorher informiert werden möchtest.
    Die Idee, die Rolläden runterzulassen, ist doch gar nicht so schlecht. Hoffe, dass die schnell mit ihrer Reinigungsaktion durch sind.

  8. „“Vielleicht, sogar vermutlich, wäre das nicht so schlimm, wenn ich keine Depressionen und keine Angststörung hätte““

    ah doch, das ist so oder so gruselig, wenn Fremde so ungefragt und unverschämt in die Privatsphäre eindringen und dann auch noch so dumm dreist behaupten man müsse das so hinnehmen. Ich bin weiß Gott mit einem losen Mundwerk gesegnet, aber da wäre ich auch erst mal baff und verunsichert. In der alten Wohnung (auch alle Fenster zu einer Seite raus) hatten wir mal Fasadenarbeiten mit Gerüsten, wochenlang, da habe ich immer, so lange die da gearbeitet haben, die Rollos runter gelassen und laut Musik laufen lassen, damit ich die Schritte auf dem Gerüst nicht hören muss.

    Gut, das hilft Dir wahrscheinlich auch nicht weiter, aber zumindest kann ich Dir sagen, dass ich die Empfindung, wenn nicht schön, doch ganz normal finde.

    Ich drück feste die Daumen, dass es zumindest schnell vorbei ist!

    *ärmelnd*, Tanya

  9. LIebe Katja,
    ich kann mich meinen Vorschreibern und anschliessen: Deine Reaktion mag zwar aufgrund der Angstoerung heftiger ausfallen als bei anderen aber normal ist sie trotzdem. Die eigene Wohnung ist heiliger Boden, finde ich, da hat keiner einfach so rein zu spazieren. Das wuerde ich dem Vermieter auch klar machen, egal wem die Firma gehoert. Er scheint das ja eh etwas lockerer zu sehen?
    Kannst Du nicht wirklich einen Tagesausflug machen? Oder sonst eben hauptsaechlich in einem Zimmer bleiben, das moeglichst weit entfernt ist und Dich mit Musik, Internet und einem dicken Buch ablenken? Oder Brot backen?
    Ich wuensche Dir aus ganzen Herzen Kraft und Nerven fuer heute!

  10. @alle: Habt vielen, vielen Dank für eure Kommentare und euer Drücken und Ärmeln! Dieses Gefühl gestern, ziemlich direkt nach dieser schlimmen Panik, nicht ganz ‚alleine zu sein‘, hat mir sehr geholfen, mich zu beruhigen!

    Gerade sitze ich im dunklen Arbeitszimmer und höre das Gerumpel rund ums Haus und das Gebrüll (es wirkt als sei das die einzige Verständigungslautstärke). Das Gefühl der Beklemmung, weil sich so viele Fremde rund um meine Fenster und Wände aufhalten, ist schlimm. Ich muss mich erst mal ein bisschen sammeln und sortieren und mal sehen, ob ich mich nachher entweder in irgendeine Beschäftigung stürze oder, wenn es denn mal eine Weile nicht regnet, ein bisschen hier verschwinde.

    @noemi: Das Schreiben hat es wirklich etwas besser gemacht und auch, was ich oben schon schrieb – dass ihr darauf reagiert habt. Auch wenn eure ‚Anwesenheit‘ natürlich nur eine virtuelle ist, so hat mir das doch das Gefühl genommen in diesem Moment ganz alleine mit dieser Situation dazustehen.

    @Svü: Ich drück dich zurück!
    Ja, das Reingucken ist zumindest das Schlimmste, aber generell das Gefühl, dass jemand ums Haus schleicht, führt bei mir zu einer Beklemmung. Eigentlich mag ich die Erdgeschosswohnung und kann das meistens ausblenden, dass man hier zu allen Fenstern reinschauen kann (ich bin kein besonderer Freund von Gardinen (blickdichten schonmal gar nicht, weil die ja auch die Aussicht nach draussen begrenzen)), weil das von der Straße aus durch den Garten rundum nicht so einfach einsehbar ist, aber gerade wäre mir die Dachwohnung lieber.

    @Sherry: Ja, ich bin tagsüber alleine. (Dooferweise gerade gestern auch noch den ganzen Abend bis sehr spät.)
    Diese Barschheit, die hätte ich gerne in solchen Momenten. Ich ticke leider komplett anders: Je hmm aggressiver jemand mir gegenüber auftritt, desto kleiner und ängstlicher werde ich und desto weniger gelingt es mir, mich zu wehren. Deswegen haben solche Menschen wie mein Vermieter es auch so leicht, mich in die Ecke zu drängen.
    Mittlerweile kann ich das einordnen und weiss, dass das ein Schutzmechanismus ist, den ich meine ganze Kindheit über gelernt habe. Ducken, in Deckung gehen, möglichst klein und unsichtbar machen – alles andere hat zu noch mehr Schlägen und noch mehr Gewalt geführt. Wie schwierig es ist, solche Muster, selbst wenn man sie erkannt hat, abzulegen, wenn sie so im Wesen verankert sind, bringt mich seit Jahren immer wieder zur Verzweiflung. *soifz*

    Danke für deine Idee mit dem teilweisen Abschotten der Wohnung. Ich glaube, ich wäre da in meiner blinden Panik gestern nie drauf gekommen, aber genau diese Mischung aus Rückzugsmöglichkeit, ohne dass ich die Kontrolle oder zumindest Übersicht über das, was passiert, komplett verliere, ist gut. Ich habe das Arbeitszimmer abgeschottet, weil das Fenster wirklich direkt auf die Terasse raus geht und vorhin noch ein Fenster im Wohnzimmer, als ich gesehen habe, dass sie direkt davor noch ein weiteres Gerüst aufbauen. Mal sehen, wie sich das über den Tag weg anfühlen wird.

    @tastecup: Fass aufmachen wäre sicherlich nicht sinnvoll. Grundsätzlich müssen die Arbeiten ja durchgeführt werden und wenn wir jetzt einen Aufstand machen würden, würde die Situation ja eher angespannter. Ich gucke nachher mal, ob mir was einfällt, wo ich hinfahren und ein bisschen fotografieren könnte. Sofern es denn mal aufhört zu regnen. Dankeschön für die Durchhaltegrüße!

    @Guinan: Das Asylangebot ist extrem lieb! In der Nähe hab ich leider niemanden, wo ich so kurzfristig auftauchen könnte. Ich hatte in der Tat überlegt, meine Schwester zu besuchen, aber die hat jede Menge Termine. Das HB Männchen kenne ich! (Wer wird denn gleich in die Luft gehen?) Den Handwerkern selber mache ich gar keinen Vorwurf – die machen vermutlich nur, was der Chef sagt und der Chef führt sich so auf, wie der Vater. Gehört ihm ja alles, kann er jederzeit rein.
    Was mich so maßlos ärgert ist, dass der Vermieter vor einigen Tagen auf dem Hof war und die Ankündigung für den Heizungsableser in den Briefkasten geworfen hat. Da hätte er doch einfach ’nen Zettel mit dazu packen können, dass hier Arbeiten durchgeführt werden sollen.
    Wir überlegen seit Wochen für ein, zwei Tage ans Meer zu fahren, wollten das jetzt auf meinen Geburtstag verschieben, aber hätten wir das geahnt, hätten wir uns doch jetzt verzogen und nicht tagelang im Halbdunkel sitzen müssen.
    Ich drücke zurück! 🙂

    @Sinchen: Hab ich auch gemacht! 🙂 Also nur einen Raum komplett abgeschirmt. Nicht, weil die mich für spinnert halten könnten bei allen, sondern weil ich Angst hatte, dass die Beklemmung dann noch größer ist, wenn ich im Dunklen sitze ohne mitzubekommen, was um mich herum passiert. Der Mitdingens musste heute terminbedingt leider voll pünktlich weg. Aber ich glaube auch, eine zusätzliche angespannte Lage durch Ärger, hätte es eher schlimmer gemacht. Lieber vielleicht in ein paar Tagen in Ruhe mal einen Brief an den Vermieter schreiben. Ich glaube, es ist Sache des Vermieters seine Mieter zu informieren, wenn Handwerkerarbeiten durchgeführt werden müssen. Dass die einfach ohne mal vorher zu klingeln in meinen Garten und auf meine Terasse gerannt sind, liegt sicherlich (mit) daran, dass der Handwerker der Sohn ist, aber grundsätzlich und rechtzeitig vorher hätte der Vermieter was sagen müssen, nicht der Handwerker. *re

    @Rüdiger: Danke und *re 🙂

    @Fellmonsterchen: *re 🙂
    Ja, den Brief werden wir demnächst wohl schreiben. (Ich wollte hier gerade noch anfügen, dass ich nicht glaube, dass er was helfen wird, weil der Vermieter das Problem gar nicht sieht, aber ich will ja meinen Optimismus nicht verlieren.) Weswegen ich manchmal gerne ein bisschen von so ’nem Zornnickel hätte ist, weil mich das so an mir selber nervt, dass ich mich klein fühle, wenn mich wer klein macht. Und dann mache ich selber damit (also mich klein zuu machen) weiter, weil ich mich innerlich dafür ausschimpfe, dass ich mich nicht wehre.

    @Tanya: Doch, das hilft sehr wohl! Bei manchen meiner Gefühle frage ich mich, ob die hmm berechtigt sind oder ob ich mich einfach ‚anstelle‘, besonders empfindlich bin. In so Lagen bin ich froh über so einen ‚Realitätsabgleich‘. Klingt doof, aber ich strebe ja irgendwie möglichst Normalität (whatever it may be) an, bin froh, wenn ich nicht ganz anders (emotional) reagiere als andere es in ähnlicher Lage tun würden, um mich nicht so alienhaft zu fühlen. *reärmsel*

    @Frau Leo: Ja, der Vermieter ist echt ätzend. Ich hatte mit dem schon häufiger das Problem, dass er einfach ohne Ankündigung vor der Tür stand und Einlass in die Wohnung verlangt hat. Und immer nur, wenn ich alleine zu Hause bin (und ich stehe absichtlich, damit mir sowas eigentlich nicht blühen kann nicht im Mietvertrag). Und dann kommt er immer einen halben Schritt näher als der Wohlfühlabstand zwischen fremden Menschen es gebietet. Ätzend!
    Danke für Kraft und Nervenwünsche und insgesamt! 🙂

    Ich gehe jetzt mal vorsichtig im Wohnzimmer durch die Terassentür lugen, was auf meiner Terasse passiert ist. Gerade klingt es so als wäre niemand direkt vorm Fenster zugange. Uffff.

  11. He wo ist denn mein Kommentar? Ich war doch gestern erster! Wie habe ich denn das verbockt?. Oh Gott, das will ich nicht alles nochmal schreiben … So verbleibe ich damit dir zu wünschen, dass es möglichst schnell vorbei ist.
    Viele Durchhaltegrüße,
    tastecup

  12. @Tastecup: Ich glaube, das Probleme tauchte in letzter Zeit häufiger auf, dass man aus irgendwelchen Gründen ausgeloggt wurde. Aber war ja durch die Grüße alles zuordnenbar und ich wusste, dass du es warst. 🙂

  13. Nur mal gerade Bescheid sagen, dass ich an dich denke. Bald hast du es für heute geschaftt, um 4 machen die bestimmt schon Feierabend.
    Wie lange soll sich das noch hinziehen? Dachrinnenreinigen ist ja jetzt nicht so ein gewaltiges Projekt. Das kann man notfalls auch selbst. Also, ich jetzt nicht, weil ich nicht auf Leitern klettere. Ich schicke da lieber die Kinder hoch.

    • @Guinan: Oh danke! Sehr!
      Die stammelten gestern was von 2-3 Tagen, aber ich weiss nicht, wie gültig das ist. Ich glaube, der große Aufwand besteht darin, das Baugerüst aufzubauen. Vorm Haus rumpelt’s auch den ganzen Morgen schon, die scheinen also deutlich mehr als nur den Teil über unserer Terasse mit Gerüst zu äh umrüsten.
      Und dem Werkzeugradau nach, der seit einer Weile herrscht, machen die auch mehr als nur die Dachrinne zu säubern. Keine Ahnung also, was da genau passiert und in welchem Zeitrahmen.

      Ich meine, ich bin ja wirklich ein freundlicher Mensch und wenn Handwerker für länger im oder ums Haus zu tun habe, bin ich die erste die Schnittchen schmiert und Kaffee kocht. Nur eben nicht wenn ich so dermaßen überfahren werde.

      Jetzt ringe ich schon seit über einer Stunde mit mir und sitze hier gestiefelt und gespornt, weil ich einkaufen müsste, aber hab mich bisher noch nicht vor die Tür getraut, weil die auch vorm Haus und auf dem Hof sind und ich nicht mal weiss, ob ich mit dem Auto wegkomme, weil deren Laster quer vorm Hof (also vor unseren Parkplätzen) an der Straße parkt. *soifz*

      • Mach dir keinen Stress, einkaufen kannst du nachher auch noch, und dann wesentlich entspannter.
        Und morgen? Bei uns hier gibt es so in der Gegend verstreute Wellness-Center, Spassbäder, Verwöhneinrichungen. Da kann man sich den ganzen Tag aufhalten, saunieren, faulenzen und sich umsorgen lassen. Ist das was für dich? Dann könntest du morgen einen „Schönheitstag“ einlegen.

      • Ich hatte dann doch direkt die Flucht angetreten. Erst mal zum Rhein, dann zum Einkaufen, damit die auch sicher weg sind, bis ich wieder zuhause wäre. Es sieht aus als wären sie fertig, das Gerüst ist wieder weg. (Dass sie massiv im Garten gewütet haben und unser Kabüffchen mit Gartengeräten komplett umgeräumt haben, steht allerdings noch auf einem anderen Blatt. Als ich die Bescherung gesehen habe, fühlte sich das erst recht als Übergriff an. Mistdas.)

        Morgen also wohl eher erst mal wieder runterkommen. Ich war ehrlich gesagt noch nie in so ’nem Wellness-Center-Verwöhndingens. Ich glaube aber, mich würde das eher ver- denn entspannen. Buch und draussen sitzen ist eher was für mich. 🙂

      • Echt Mist. Sowas würde mich auch SEHR stören. Wenigstens sind sie jetzt weg.

        Bei Regenwetter sind die Verwöhntempel praktisch. Mit Buch, Mp3-Player und Vitamincocktail in ein gemütliches Eckchen zwischen Palmen zurückziehen, Füße hochlegen und die Zeit vergessen, kurz vorm Nachhausefahren noch eben ein paar Alibibahnen Schwimmen…

  14. Oh, das ist ja fürchterlich (gewesen), was sich der Vermieter da geleistet hat. Geht ja wohl mal gar nicht, einfach mal so hereinspazieren. Nun, wie ich lese, ist der Spuk wohl vorbei. Auf alle Fälle sollte man so einen „Überfall“ nicht einfach so hinnehmen, denn wer weiß, was dem Vermieter als nächstes einfällt. Evtl. kann man ja auch noch im Nachhinein (telefonisch?) den Vermieter darauf hinweisen, dass solche Aktionen in Zukunft nicht mehr geduldet werden. Es hätte ja auch gut und gerne sein können, dass ihr gerade an diesem Tag zum Kaffee auf der Terrasse hättet eingeladen…

    Liebe Grüße sende ich Dir – etwas verspätet

    Rabea, noch immer kopfschüttelnd über so viel Dreistigkeit.

  15. @Guinan: Sie sind schon wieder da. Zum Glück hat’s der Mitdings mitbekommen, bevor er aus dem Haus ist und hat mich vorgewarnt. Ich wäre sonst sicher mitohne viel an in die Küche gestolpert, um mir Kaffee zu kochen und genau vorm Küchenfenster und an der Wand sind sie heute mit ihrem Gerüst. Mist das. Hat mich gut umgehauen gerade, weil ich dieses Umräumen unserer Sachen als so übergriffig empfunden habe und jetzt sind die, die’s gemacht haben, wieder da. 😦

    Ah, jetzt habe ich den Verwöhn-Tempel auch besser verstanden. Früher nannten wir das Therme, bevor dieser ganze Wellnesswahn aufkam. Ich dachte, du meinst wirklich sowas, wo man sich ganztägig Haare, Nägel, Haut und Co machen lässt und das wäre wohl nicht so meines. In Ruhe mit ’nem Buch in ’ne Ecke verziehen dahingegen schon eher. Aber eben auch lieber, wenn ich irgendwo alleine bin und nicht so viele Menschen um mich rum habe. 🙂

    @Rabea: Das Schlimme ist, dass ihn sowas eben überhaupt nicht interessiert hätte, ob wir da geladen hatten. Das letzte Mal als er wieder mal unangemeldet vor der Tür stand, war ich krank und schlurfte hier den ganzen Tag von Bett zu Sofa und war nicht mal richtig angezogen. Da hab ich die Tür nicht aufgemacht, woraufhin er über 2 Stunden bei der armen Nachbarin saß um dann wieder zu klingeln als der Mitdingens dann später da war. Und wir waren gerade am Essen und der sagt ihm „Herr … gerade ist ganz schlecht, wir sind gerade am Essen und meine Freundin ist ausserdem krank.“ – „Ei, das ist ja egal. Ich muss jetzt mal mit Ihnen sprechen. Lassen Sie mich mal durch.“
    Und das hat auch den Mitdingens so überrumpelt, dass er dem nix entgegensetzen konnte in dem Moment. Ich glaube, der Vermieter denkt sich nicht mal was bei seinem Verhalten. Ob man so wird, wenn man sein Leben lang Handwerksmeister und Chef eines Betriebes war? Der rüde Ton des Sohnes mit seinen Angestellten hallt hier ja den ganzen Tag durch die Fenster, da wird mir schlecht bei, wie der rumbellt. Es gibt ja so ’nen Schlag von Handwerkern, die sich nicht als Dienstleister verstehen, sondern als Könige…

    Aber ja – irgendwas müssen wir da jetzt unternehmen, um ihm klar zu machen, dass das nicht geht. Die Wohnung verliert gerade für mich ganz viel dieses Schutzes, der für mich so wichtig ist. Wenn die fertig sind, kommt erst mal ein Vorhängeschloss an die Gartentür. Das wird für mich zwar übel unpraktisch, weil ich dann nicht mal eben ausgerupftes Unkraut vom Garten aus in die Biotonne bringen kann, aber ich habe keinen Nerv drauf, dass hier nochmal ohne Vorwarnung jemand einfach in meinem Garten rumläuft.

    Liebe Grüße zurück!

    • Was für ein Mistkerl!
      Aber stell dir das jetzt mal bildlich vor: Du ohne viel oder ohne alles stolperst in die Küche, siehst die Bescherung, und fängst an hollywoodreif zu kreischen und mich Küchengerät zu werfen. Und die Herren der Schöpfung fallen vor Schreck vom Gerüst….
      (Mir helfen solche Vorstellungen, aber ich hab‘ auch einen etwas schrägen Humor)
      Ach ja, und Vorhängeschlösser gibt es auch mit Zahlen 🙂

      • Die wären allerdings direkt in meine Blumen gefallen, also war’s so dann doch besser. 😀

        Danke für den Hinweis mit den Schlössern mit Zahlenschloss. Das wusste ich nicht und wir haben direkt die Bestellung der ’normalen‘ storniert!

        Ich hab dann gestern auch noch die Bekanntschaft des Juniors gemacht und hatte eine längere hmm weder Auseinandersetzung noch Unterhaltung trifft es richtig, es war wohl ein Mix aus beidem.
        Und ich war hinterher irre stolz auf mich, dass ich ihm gesagt habe, dass es nicht ok ist, einfach in den Garten zu laufen ohne Bescheid zu sagen. Bescheid sagen sollte tatsächlich der Vater, dass sie grundsätzlich kommen, aber der hat’s ‚vergessen‘. Und ich hab nicht mal dann einfach nur geschluckt sondern hinterhergesetzt, dass er – ob wir denn nun vorgewarnt gewesen wären oder nicht – trotzdem kurz an der Tür hätte klingeln können um zu sagen, dass sie jetzt da sind und kurz auf die Terasse und in den Garten zum Ausmessen müssen. Ich weiss nicht, ob das bei ihm wirklich angekommen ist, aber für mich fühlte es sich trotzdem gut an, das losgeworden zu sein.

        Mal abwarten wie das jetzt weitergeht, gestern Nachmittag war ich dann so gaga, dass ich hier unbedingt flüchten musste und auch jetzt fühlt es sich noch komisch an. Als hätten die Wunden in die Schutzhaut gehauen, die jetzt erst mal wieder verheilen müssen. 🙄

Platz für eigene Notizen:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.