Wenn einer eine Reise tut (Spanien 2011) #1

So langsam wird’s jetzt aber wirklich aber Zeit, die Erinnerungen an unsere Reise nach Spanien im letzten Herbst hier festzuhalten! Ich weiss gar nicht, weswegen das zwar schon so lange auf meiner todo-Liste steht, aber immer wieder nach hinten durchgerutscht ist. Vielleicht ist das eine Frage der Sehnsucht nach dem Meer, nach Sonne, nach Sand zwischen den Zähnen Zehen, die beim Durchgucken der Bilder und beim Erinnerungen aufschreiben aufkommt, vielleicht kann ich die Sehnsucht leichter aushalten, wenn der nächste Besuch am Meer nicht mehr in so unerreichbarer Ferne liegt?

Beim Kramen in den Unterlagen vom letzten Urlaub (Hotelprospekte und Co.) ist mir dann auch das Heft wieder in die Hände gefallen, in dem ich ein paar Notizen (mit zunehmender Urlaubsdauer immer flüchtiger werdend) gemacht hatte. Daran hatte ich gar nicht mehr gedacht, dass ich ja speziell vom ersten Tag schon einen kompletten Text verfasst hatte – auf Papier, der Urlaub war ja ziemlich Internetlos.

Ich tippe also einfach mal ab – weil nichts, was ich jetzt formulieren würde, die Stimmung passender wieder hervorholen könnte.

Klick macht übrigens (wie fast immer) alle Fotos groß!

(Ich bammsele mal einen Weiterlesen-Link rein, weil das sonst wegen der vielen Fotos zu ewigen Scrollorgien auf der Startseite führt.)

~*~

Um Mitternacht los, 1420 km, einmal quer durch Frankreich, 13 Stunden später im Hotel in Mutriku (im Baskenland in Nordspanien, direkt an der Atlantikküste) mit umwerfendem Ausblick und just, wenn ich’s mal bräuchte, fällt mir beim Check in absolut nichts auf Spanisch ein. Blackout. Die Hoteltüren öffnen sich über den Fingerabdruck, sehr cool, kein Schlüsselverkramen.

Eine Stunde ausruhen, „Wie ich mich einmal in alles verliebte“ fertig lesen, duschen und nochmal los nach Lekeitio – auf Empfehlung der unglaublich freundlichen Hotelbesitzerin, die uns auch direkt eine Karte der Region in die Hand drückte. Hin gelangt man quer durch’s Gebirge. Schon wieder traumhaft und das obwohl es Berge sind, die mich ja an sich längst nicht so faszinieren wie das Meer.

Unterwegs die Tankstelle mit Service (von denen es in Spanien jede Menge gibt), der Tankwart mit kurzen Haaren vorne und beeindruckend langen Rastas hinten – Vokuhila in saucool.
Dann Anhalten an einem Strand nahe Lekeitio mit Wellen so wunderschön, dass ich hätte heulen können. Die vorgelagerte Insel Isla de San Nicolás ist bei Ebbe über den Strand erreichbar. In den Felsspalten dort wimmelt es von Krebsen.

mannshohe Wellen!

In Lekeitio dann nur noch ein paar Runden mit dem Auto durch die Stadt – kein Parkplatz in Sicht und wir nach dem langen Tag und den vielen Eindrücken zu müde, um noch engagierter danach zu suchen oder weit zu laufen.

Also zurück ins Hotel über die Straße schlechthin. Eigentlich dachten wir, das sei eine Küstenstraße mit Blick auf’s Wasser, aber meist verdeckten Bäume die Sicht auf’s Meer. Dafür ging’s durch urige Bergdörfer mit Misthaufen neben der Straße. Where no man has gone before.

Jetzt stehe ich auf dem Balkon, Zettel und Stift in der Hand, um die Eindrücke festzuhalten während ich das Meer vor mir in der Dunkelheit kaum noch erkennen kann und die wichtigste Frage, die mich gerade beschäftigt ist: Ist das Meer nachts wirklich so viel lauter oder ist einfach der Rest der Welt so viel leiser, dass es nur so wirkt?

Gute Nacht!

~*~

Zum Abschluss noch (fast) 360° des ersten Traumstrandes unseres 2011er Spanienurlaubs – links Lekeitio, mittig la Isla de San Nicolás, rechts Lekeitio:

Katja

 

 

14 Kommentare zu “Wenn einer eine Reise tut (Spanien 2011) #1

    • Ach gerne doch! 🙂

      Wetzlar! *hachz* Den Straßenbelag in der Turmstraße habe ich ganz alleine mit 3,5 Jahren Parkknöllchen finanziert! (In der Parallelstraße davon, der Brühlsbachstraße gibt’s die Stätte meines 15 Punkte mündlichen Mathe-Abis zu besichtigen. :D)

    • Das war auch wirklich ein wunderbarer Strand! Als wir dort viel zu bald wieder wegmussten, habe ich mich wirklich gefragt, wieso wir nicht einfach bleiben konnten und stattdessen noch 1.200 km weiter gefahren sind.
      Wobei es am Ziel dann natürlich auch wunderbares zu sehen gab und jede Menge Sand zwischen den Zehen. 🙂

  1. OMG Katja, Du hast keine Ahnung, was fuer eine Riesenfreude Du mir mit diesem Fotobeitrag gemacht hast!!! Ich hatte Dir ja schon mal erzaehlt, dass ich jeden Sommer meiner Kindheit und Jugend 4-6 Wochen in Lekeitio verbracht habe. Es ist wie meine 2te Heimat auch wenn sie mir beim letzten Besuch so fremd vorkam (das Land und die Leute) habe ich dort ein paar Wurzeln.
    Diese Bilder bringen tausende Erinnerungen hoch, die Ziegen, die frueher mal auf San Nicolas lebten, die unzaehligen Spaziergaenge auf der Insel, die durchtanzten Naechte in Loketio’s Bars, die Wellen, auf denen es sich so wunderbar reiten liess und die teilweise meterhoch ueber die Mole klatschten, die hunderte Sandburgen, die wir gebaut haben, die Kilos an Palmeras, die ich verdrueckt habe, die weissen Hochhaeuser, die Kirche mit ihrer Glocke, die wie ein Blecheimer klang, die Gerueche, die Geraeusche, wenn ich die Augen schliesse bin ich wieder dort!!!
    Tausend Dank! Da vergeht mir sogar das schlechte Gewissen wegen der gestohlenen Internetzeit am Arbeitzplatz.
    Frau Leo, zum Unverstaendniss der Kollegen bis ueber beide Ohren grinsend 😀

  2. *hachz*

    Du schaffst es wirklich einen innerhalb ein paar Bilder in einen Zustand zwischen völligem Neid, Fernweh, Danke und Hachz zu versetzen.

    Tanya, mit ganz schlimmen Meerweh gestraft

  3. @tastecup: Danke! 🙂

    @Frau Leo: Als ich die Fotos durchgeguckt und sortiert habe, habe ich breit grinsend an dich denken müssen und gehofft, dass du dich darüber freust.

    Im Hotel in Mutriku hatte ich lausiges W-Lan und kam nicht auf mein Blog, aber ich konnte Mails abrufen und hatte diesen Kommentar von dir gelesen. Ein paar Minuten später drückte uns die freundliche Hotelchefin die Karte der Gegend in die Hand. Eigentlich wollten wir nur an einen beliebigen Strand, um kurz die Zehen ins Wasser zu strecken und den Atlantik zu begrüßen. Da sie uns jedoch so vehement in dieses Lekeitio schickte, überlegten wir, ob wir hinfahren sollten. Ich hab dann erst mal nochmal mein Handy gezückt, weil ich dachte, dass ich den Ortsnamen doch gerade schonmal gelesen hatte und hab deinen Kommentar nochmal nachgeschlagen und dann mussten wir ja wirklich hin, bei doppelter Empfehlung. Dass es diese Bilder von San Nicolás gibt und dass wir ausgerechnet an diesem tollen Strand waren und du dich jetzt so darüber freuen kannst, hast du dir also wirklich verdient! Denn wer weiss, ob wir ohne deinen Kommentar seinerzeit überhaupt noch die Fahrt bis dorthin angetreten hätten. Wir hatten ja schon 1.400 km auf dem Buckel.

    @Tanya: Ich vermute, es ist nur ein schwacher Trost, wenn ich dir sage, dass mir das Durchgucken und Aussuchen der Bilder auch Meerweh (tolles Wort dafür!) macht. Den ganzen Winter über habe ich das vor mir hergeschoben und wollte sie eigentlich so gerne sortieren und mich dorthin zurückversetzen, aber das tat zu weh, weil der nächste Besuch am Wasser in so weiter Ferne lag. Jetzt überlegen wir seit ein paar Wochen (und wären längst gewesen, wäre das Wetter nicht wieder so eklig geworden) für ein, zwei Tage ans Meer zu fahren und da geht es auf einmal.

    Über’s Hachzen freue ich mich natürlich!

  4. Hach! Ich wusst schon, warum ich mir diesen Beitrag für eine ruhige Minute aufgehoben hatte 😀 Sooooo schön! Meine Spanienphopie wird kleiner und kleiner 😉

    Vielen Dank!

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