Erkenntnis des Tages

Ich habe heute etwas Neues gelernt, das, wenn ich es vorher auch nur geahnt hätte, mir in den letzten 5 Wochen eine ungeheuere Menge an Frust, Ärger und Nerven erspart hätte. Und weil ich vermute, dass das jetzt nicht so zwingend zur Allgemeinbildung gehört, teile ich meine Erkenntnis hier mal. Vielleicht erspart es ja dem einen oder der anderen ein, zwei Nerven, falls sich jemand mal in ähnlicher Situation befindet.

Ich übernehme natürlich keine Garantie dafür, dass ich das alles so korrekt ausdrücke, wie es sein müsste, aber im Grunde genügt wohl auch, wenn man überhaupt eine Ahnung hat, dass da doch was war.

Ich bin gerade in einer Situation, die von mir erfordert, einen Notar für die Beurkundung einer Vollmacht zu konsultieren. Da ich darüber hinaus für die Situation noch einigen Klärungs-, Beratungs-, Vertretungsbedarf hatte, habe ich mich an einen Rechtsanwalt und Notar gewendet. Wie ich mittlerweile weiss, ist das nicht in allen Bundesländern so, dass es diese Mischberufe überhaupt gibt, in einigen Ländern sind die beiden Funktionen wohl voneinander getrennt und man kann nur eines davon sein.

Weil es in Hessen aber jede Menge Menschen gibt, die ‚Rechtsanwalt und Notar‘ auf dem Türschild stehen haben, war das für mich bisher immer eins und je nachdem, um was es gerade geht, ist der Rechtsmensch eben für mich als Anwalt oder Notar oder beides tätig.

Davon war ich auch in der aktuellen Situation ausgegangen und war mittlerweile ganz furchtbar genervt von meinem, weil ich mich extrem schlecht vertreten gefühlt habe. Ich war der Meinung, dass er eindeutig ‚auf meiner Seite‘ stehen/kämpfen würde bzw. kämpfen müsste, weil ich ihn ja beauftragt habe und er Geld dafür bekommt. Und das hat er denkbar schlecht getan. Statt mir aus meinem Schlamassel rauszuhelfen, hatte ich das Gefühl, dass er erst recht noch zusätzliche Verwirrung gestiftet hatte.

Heute dann beim Beurkundungstermin die Erkenntnis und das auch nur per Zufall: Ein Notar darf in einer Sache, wo er als Notar tätig ist, nicht auch gleichzeitig die Rechtsberatung bzw. anwaltliche Vertretung übernehmen. Ein Anwalt ist parteiisch für seinen Mandanten. Ein Notar muss wohl neutral sein. Auch wenn ich ihn beauftragt hatte, ist er nicht _mein_ Notar, sondern eben nur _ein_ Notar, der diese Vollmacht, die ja mich und denjenigen, dem ich sie erteile betrifft, beurkundet. Also wohl quasi für beide Seiten.

Dolle Wurst, echt. Ich hatte mich natürlich mit dem Anliegen der Beurkundung an ihn gewandt, woraufhin er vermutlich stillschweigend sein Notarkäppchen aufgesetzt hatte und für ihn ganz klar war, dass er mich dann nicht als Anwalt vertritt. Für mich war das aber überhaupt nicht klar, weil er ja nunmal beides ist und ich nichts wusste, dass er dann in dieser Sache gar nicht _mein_ Anwalt ist/sein darf. Dooferweise hatte er mir das auch zu keinem Zeitpunkt in diesen 5 Wochen kund getan und wir haben jetzt die ganze Zeit mehr oder weniger aneinander vorbeigeredet, was die Erwartung und den Auftrag an ihn betraf und ich war mittlerweile auch der Ansicht, ich hätte ausgerechnet den schlechtesten Anwalt der Gegend erwischt, weil er ja mal so gar nicht meine Interessen vertreten hat.

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, ob das vielleicht ausser mir (und den Menschen in meinem Umfeld, die den Ärger mitbekommen haben) allen bekannt ist und erst recht nicht, ob es üblich ist, dass die Rechtsmenschen einem das nicht mal im Vorfeld erklären oder ob das ausgesprochenes Pech war, aber falls ich mit dem Beitrag hier nur einem von euch, der vielleicht mal in eine Lage gerät rechtliche Hilfe zu brauchen, den gleichen Frust und Ärger ersparen kann, den ich jetzt in den letzten Wochen hatte, dann hat sich das Teilen meiner Erkenntnis schon gelohnt.

Katja

 

Minus eins

Irgendwann ganz zu Anfang meines Bloggens hatte ich mir vorgenommen, dass ich hier primär die positiven Dinge festhalten will, um etwas zu haben, woran ich mich selber festhalten und hochziehen kann, wenn’s mir mal wieder nicht so gut ginge.
Spätestens seit ich damals anfing weniger kryptisch zu schreiben und die Depression und Angst offen beim Namen zu nennen, hat das dann auch mitgebracht, dass ich mich hier mit viel mehr Mist schreibenderweise auseinandergesetzt habe, den ich sonst nur in meinem Kopf ausgetragen hätte. Dazu gehört eben auch, dass hier die Phasen in Beiträgen auftauchen, wenn’s mir nicht gut geht, was in den letzten Wochen und Monaten ziemlich massiv der Fall war und leider auch noch ist. Und irgendwie fühlt sich das alles so nach Zwispalt an, weil ich das eigentlich nicht mag, so viel negative Beiträge hier anzusammeln, aber es fällt mir gerade so schwer, über den guten Kleinkram, den es ja durchaus zwischen all dem Nervzoig, das mich aktuell belastet, gibt, zu schreiben.

Ich sehe nach wie vor die Schmetterlinge und Marienkäfer im Garten und freue mich drüber, aber da ist so vieles, das einen Schatten wirft, dass mein Enthusiasmus über diese schönen Sachen gerade nur selten reicht, um dieses Glücksgefühl zu retten, bis ich wieder vor der Tastatur sitze.

Was ich aber auf jeden Fall und unbedingt endlich noch hier festhalten muss ist die Tatsache, dass sich – hoffentlich *auf Holz klopf* – eines der unangenehmen Dinge gelöst hat. Seit einem halben Jahr hatte ich Probleme mit meinem Auto, das immer mehr Schwierigkeiten beim Anspringen machte und das hat mich so belastet, dass ich wieder vor jedem Rausgehen gezögert habe. Ich hatte massiv Angst davor, irgendwo in der Pampa stehen zu bleiben und mein Auto springt nicht wieder an. Obwohl ich wusste, dass die Angst genau daran lag, ist diese Assoziation von Angst zu Rausgehen in meinem Kopf immer noch so stark verankert, dass ich in der letzten Zeit in so’n doofes Rausgehvermeidungsverhalten gerutscht bin, was mir gar nicht gefallen hat, aber wogegen ich oft genug nicht ankam.

Ich weiss nicht mehr genau, wie oft mein Golfi in diesem letzten halben Jahr in der Werkstatt stand, ohne dass sie den Fehler finden konnten, aber vor etwa 1,5 Wochen gesellte sich zu dem alten Anspringfehler noch ein weiterer Fehler hinzu und auf einmal war’s der Werkstatt möglich auch das ursprüngliche Problem zu identifizieren! Seit ein paar Tagen bin ich also wieder stolze Besitzerin eines immer und auf Anhieb anspringenden Autos und schwups ist dieses beklemmte Gefühl beim vor die Tür gehen fast weg!1elf
Und ausserdem gewichen ist die Sorge, es könnte was so Ernsthaftes kaputt sein, dass die Reparatur nicht lohnt und ich würde ohne Auto dastehen.

Ihr Lieben, Dankesehr an alle, die hier in der letzten Zeit Daumen für mein Golfi gedrückt haben!1elf

Katja