Im Ballon

Dieses Gefühl, als würdest du in einer Gummihülle, ähnlich einem unaufgepustetem Luftballon, leben. Die Wände liegen nicht so eng an, dass du nicht atmen könntest und du kannst dich auch, zwar eingeschränkt aber doch, voranbewegen aber wohin du auch gehst, die Hülle bleibt stets erhalten. Deine Arme und Beine drücken beim Versuch vorwärts zu kommen, Ausbuchtungen in die dehnbare Gummihaut und du kommst auch voran – aber so sehr du dich auch bemühst, es gelingt dir nicht, die Begrenzung endgültig zu überwinden. Dazu bräuchtest du einen spitzen oder scharfen Gegenstand, um die Hülle ein für allemal zu durchtrennen, abzustreifen – doch davon gibt es keine innerhalb dieses kleinen begrenzten Raumes. Und wenn du nicht aufpasst und die Körperspannung in einem erschöpften Moment kurz aufgibst, dann zieht das Gummi sich wieder eng zusammen, just wie bei einem Luftballon, der noch nie aufgepustet war und es fällt so viel schwerer und kostet so viel zusätzliche Kraft, diesen Anfangswiderstand zu überwinden.

Katja