Schlamm unter den Schuhen

Manchmal ist es gut, den grauen Himmel und den daraus fallenden Regen einfach zu ignorieren und loszugehen. Manche Tage brauchen das einfach. Gestern dieser zum Beispiel.

Vogelgezwitscher im Ohr, den Geruch von Regen im Wald in der Nase, dicke nasse Regentropfen auf der Haut, den Rhein und später Raps vor Augen.

(Klick macht wie immer groß.)

 

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Kochbuchkochen 12/36 (+13/36 + Bonustrack)

Mein 12. Kochbuchkochen liegt schon einen ganzen Monat zurück, aber weil das schon wieder ein extrem simples Rezept war, mag ich’s hier noch festhalten – für alle auf der Suche nach einem Essen, das sich schnell und einfach zubereiten lässt.

Es gab Spaghettikuchen mit Speck aus „Pfannengerichte“ aus dem Lingenverlag.

Man braucht dafür:

400 g Spaghetti
3 Zweige Rosmarin
1 Packung Frühstücksspeck – ich hatte eine 100 g Packung Bacon, würde beim nächsten Mal aber locker die doppelte Menge und vermutlich auch eher Schinkenwürfel an Stelle des Bacons verwenden, weil man die eher wahrnimmt
200 ml Sahne
3 Eier
50 g frisch geriebener Parmesan
Salz und Pfeffer, frisch gemahlen
Butter

Die Spaghetti wie üblich kochen, abgießen, gut abtropfen lassen. Die Rosmarinnadeln von den Zweigen abstreifen und fein hacken. Den Bacon in kleine Streifen schneiden und in einer beschichteten Pfanne ohne Fett trocken anbraten. Die Pfanne vom Herd nehmen und den Rosmarin zugeben.

In einer Schüssel die Eier mit der Sahne und dem Parmesan verrühren und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Keine Scheu beim Würzen – ich war recht zaghaft, aber die Nudeln müssen ja auch noch an Geschmack kommen.

Die Spaghetti in die Pfanne zu Rosmarin und Bacon geben und gründlich vermischen. Ich würde beim nächsten Mal wohl Bacon und Rosmarin erst nochmal rausnehmen und die Nudeln zu unterst in die Pfanne werfen. Sowas kleines lässt sich von oben her leichter in die widerspenstigen Spaghetti einarbeiten und gleichmäßiger verteilen als von unten.

Die Sahne-Ei-Parmesan-Mischung drüber kippen und das ganze bei niedriger Temperatur zugedeckt ca. 10 Minuten stocken lassen. Danach vorsichtig wenden (wer keine Idee hat, wie man das macht: Teller (oder Platte) nehmen, der mindestens genauso groß ist wie die Pfanne, auf den Pfannenrand legen und schwungvoll umdrehen, dann die Masse vorsichtig zurück in die Pfanne gleiten lassen. So kann man auch Tortilla Española und dergleichen wenden.) und vorher etwas Butter in die Pfanne geben und die Temperatur der Herdplatte hochdrehen.

Ca. 5 min bräunen und dann ab auf einen großen Teller damit. Nach Belieben noch mit Schnittlauch oder anderen Kräutern garnieren.

Unspektakulär, aber lecker. Und einfach. Und vermutlich gut kinderkompatibel. Nudeln gehen ja quasi immer.

 

~*~

Kochbuchkochen 13/36 oder ’na das sah ja mal wesentlich besser aus als es geschmeckt hat‘

Es gab Kalbssteaks nach Savoyardenart aus „Reizvolle Rezepte mit Käse, von einfach bis raffiniert“ von Holger Hofmann, das sich im Buch allerdings als Rezept für Putensteaks findet. Weil’s aber eh klein geschnippelt wird und ich irrtümlicherweise annahm, ich hätte noch Putenfleisch im Tiefkühler, was dann aber doch nicht so war, habe ich improvisiert und stattdessen das vorhandene Kalbfleisch verwendet.

Es passiert uns nicht so häufig, dass es sowohl dem Mitesser als auch mir so gar nicht schmeckt (und er ist da viel großzügiger und gnädiger mit mir als ich selber), aber das war echt nix. Daher auch ohne Rezept.

Was ich daraus und danach beim Befassen mit dem Thema gelernt habe: Koch nur mit ’nem Wein, den du im Zweifel auch trinken würdest.

Kochen mit Rotwein finde ich sehr einfach. Da nehme ich immer einen ziemlich günstigen französischen Landwein aus der Literflasche (mit immerhin einem dieser modernen Kunststoffkorken und keinem Schraubverschluss) und das ging immer sehr gut.
Mit Weisswein kenne ich mich noch weniger aus als mit Rotem (bei Rotem weiss ich zumindest mittlerweile einigermaßen, was ich gerne trinke) und griff beherzt angesichts der anstehenden Spargelsaison und des für die Hollandaise benötigten Weissweins ebenfalls zu einer Literflasche. Müller Thurgau war’s und ich hab ihn dooferweise nicht erst mal probiert, sondern direkt das Essen damit ruiniert. Der Rest der Flasche ist dann auch direkt nach dem Probieren im Ausguss gelandet. Pfui Deibel. Da verstand ich den Spruch, mit dem zum Kochen nehmen, was man trinken würde.

Jetzt steht in der Küche ein angebrochener italienischer Pinot Grigio, die bisher einzige Weissweintraube, die mein Herz meinen Gaumen erobern konnte und der hat sein Können auch schon in der diesjährigen Hollandaise-Premiere bewiesen.

Falls mich der Ehrgeiz packt und ich das Rezept noch ein zweites Mal – mit einem trinkbaren Wein – probieren muss und es sollte sich doch noch als toll rausstellen, gibt’s das Rezept noch hinterher.

Bonustrack:

Bei der ansehnlichen Deko handelt es sich übrigens um Erbsensprossen von meiner Küchenfensterbank, die nicht nur toll aussehen, sondern auch unheimlich toll nach Erbse schmecken. Dafür einfach getrocknete Erbsen, die man überall zu kaufen bekommt für 24 Stunden in Wasser einweichen, Erde in ’nen Blumentopf, Erbsen rein und dünn mit Erde bedecken. Dann so gießen, dass die Oberfläche nicht austrocknet und schon nach etwa 2 Wochen kann man anfangen zu ernten und sich über die hübsche essbare Essens- und Fensterbankdeko zu freuen, die seit sie da steht auch auf jedem unserer Salate landet.

Katja

 

10-Minuten-Instant-Urlaub

…hatte ich gestern überraschend als ich eigentlich nur Golfi ein paar zusätzliche Meter weit fahren wollte, damit er mir nicht wieder an der Spargelbude das Anspringen versagt. Die kleine Stadt hat also einen Badesee und ich habe nicht mal ganze 5 Jahre gebraucht, um das zufällig herauszufinden. 😀

Leider drängelte der Tiefkühleinkauf im Kofferraum, dass ich nicht noch länger dort rumtrödeln sollte, aber für zweimal kräftig durchatmen und dank des blauen Himmels, der ansonsten fast den ganzen Tag über grau verhangen war und ausgerechnet da aufklarte, sogar für sowas ähnliches wie Sommerfeeling hat’s gereicht.

Und für ein paar Fotos und den Vorsatz, demnächst ohne Einkäufe im Kofferraum und bevor es dort warm genug zum Baden und somit vermutlich voll ist, nochmal für einen Spaziergang dort vorbeizufahren, hat’s auch gelangt.

Klick macht groß.

Katja, die sich sicher wahrscheinlich vielleicht irgendwann doch mal wirklich in der Gegend auskennen wird

Das Beste…

… an der Sherlock Holmes Verfilmung mit Robert Downey jr. als Holmes und Jude Law als Watson ist ja in meinen Augen der Ohrwurm, der nach jedem Ansehen für Tage im Ohr bleibt.

OK, zugegebenermaßen sind die Bilder des alten Londons mit der im Bau befindlichen Tower Bridge auch echt beeindruckend – allerdings bringen die mich nicht so nachhaltig zum Wippen.

Katja

Wolkig, ohne Aussicht auf Fleischbällchen

Tageslow:
Eine eMail, die mitsamt dem, was dran hängt viele Nerven gekostet hat und noch kosten wird.
Golfi, der immer größere Probleme macht und die Werkstatt findet den Fehler einfach nicht. Jede Fahrt wird zur Zitterpartie, ob ich auch wirklich wieder nach Hause komme.

Tageshuch:
Eine Postkarte im Briefkasten, über die ich mich ebenso gefreut, wie im ersten Moment erschreckt habe.

Tageshigh:
Der Himmel heute. Ganztägig ziemlich spektakuläre Wolken.
Das erste selbstgemachte Eis aus der nagelneuen Eismaschine. ♥

Katja

kurz zitiert #31

„Nun ja“, sagte Hector, „was ist Ihrer Meinung nach ein gut ausgefülltes Leben?“
Die beiden Hundertjährigen schauten einander an, und dann brachen sie in Gelächter aus. Das war zwar schön anzusehen, aber es brachte Hector kein bißchen weiter.
Schließlich hörte der Hunderjährige mit der Fliege zu lachen auf und sagte in sehr ernsthaftem Ton: „Das mit dem ausgefüllten Leben ist eine ziemlich schlechte Idee. Man kann es nämlich nie mit allem füllen, was einem vorschwebt. Außerdem füllt man notgedrungen auch Fehler und Irrtümer mit hinein. Was aber zählt, ist, bestimmte Momente gut auszufüllen. Oder wenn Sie so wollen, gewisse Augenblicke voll auszuleben.“
„Um die Gegenwart gut ausfüllen zu können“, sagte der Alte mit der Schirmmütze, „müssen wir auch oft unser Inneres entrümpeln und freien Raum schaffen.“
Hector begriff, was er damit sagen wollte. Wenn man einen Augenblick wirklich auskosten wollte, mußte man sich ganz von ihm erfüllen lassen und durfte sich nicht wegen anderer Dinge den Kopf zerbrechen.
„Das Leben ist ja keine Flasche, in die man etwas hineingießen soll“, meinte der Hundertjährige mit der Fliege, „sondern eher wie eine Musik, die manchmal weniger gelungene oder langweilige Stellen hat und manchmal sehr intensive. Die Musik vermittelt eine sehr gute Vorstellung von der Zeit. Eine einzelne Note berührt Sie nur, weil Sie sich an die vorangegangene erinnern und die nächste erwarten … Jede gewinnt ihren Sinn nur dadurch, daß sie in ein wenig Vergangenheit gehüllt ist und in ein wenig Zukunft.“

(François Lelord, Hector un die Entdeckung der Zeit, Seite 163/164)

 

Die schönsten (und in meinen Augen) klügsten Sätze, die ich seit langem gelesen habe. Überhaupt das ganze Buch ist ungeheuer lesenswert – aber das habe ich auch bei dem weiteren Hector Band, jenem über das Glück, den ich schon gelesen habe, auch so empfunden.

Ich hadere so oft mit der Zeit, habe das Gefühl sie rennt mir davon und ich habe so viel davon verloren und verliere noch, schaffe es nicht, die Flasche mit genügend Inhalt zu füllen. Ewig fühlen sich die Dinge an als würde ich furchtbar hinterherhinken, müsste rennen, um nicht komplett den Anschluss zu verpassen. Und das setzt mich so unter inneren Druck, dass ich regelmäßig stolpere.

Und auch hier scheint das Zauberwort wieder mal Loslassen zu sein.

Zeit als Musik, als Fluss – das Bild mag ich mir in Zukunft gelegentlich rauskramen, wenn ich wieder mal in Sorge um den Inhalt meiner Flasche bin.

Katja

 

Widerstand zwecklos

…der Song ging direkt beim ersten Hören irgendwann vor Wochen auf Emilys Blog in mein Ohr und in die Beine, die beim Anhören einfach nicht still unterm Tisch stehen können. Seitdem ist der youtube-Tab offen und das Lied läuft fast täglich, oft mehrfach. Zeit, ihn hier festzuhalten.

Cause though the truth may vary
this ship will carry our bodies safe to shore

Irgendwas rührt das Lied in mir an.

Hey!

Katja