~♥~

Diese Bücher, die man am liebsten schon nach wenigen gelesenen Seiten nicht wieder aus der Hand legen würde, weil sie direkt so ganz dicht an einen herankommen. Die man am liebsten in einem Rutsch durchlesen würde und wo man sich zwingen muss, den Alltag darüber nicht völlig aus den Augen zu verlieren.

Diese Bücher, bei denen man schon nach wenigen gelesenen Seiten weiss, wie sehr man es bedauern wird, wenn man sie erst mal ausgelesen hat. Bei denen man sich wünscht, für jede gelesene Seite würde sich am Ende mindestens noch eine neue anhängen, damit man sich nicht verabschieden muss.

Und dieses hin- und hergerissene Gefühl zwischen diesen beiden Polen, zwischen dem Ineinemdurchlesenwollen und dem Niefertiggelesenhabenwollen, die widersprüchlicher nicht sein könnten.

Ich glaube Bücher, die das mit mir machen, die dafür sorgen, dass ich mich so fühle, sind jene, die wirklich das Zeug zu Lieblingsbüchern haben. Das sind jene Geschichten, weswegen ich das Lesen so sehr liebe.

Gerade lese ich wieder mal ein solches Buch. Vor etwas über einem Jahr hatte ich den Film gesehen und der war so wunderschön, dass ich direkt das Buch auf meine Wunschliste gesetzt hatte. Jetzt lag es schon seit vor dem Urlaub auf dem ungelesenen Stapel, war auch mit in Spanien und irgendwie hatte ich die ganze Zeit Angst davor, es zu lesen. Ich weiss nicht, ob ich befürchtete, es könnte nicht an den zauberhaften Film herankommen oder ob ich befürchtete, es könnte ganz genau an den zauberhaften Film herankommen, was im Falle eines Buches ja (für mich) immer bedeutet, dass es ihn noch übertreffen würde.

Jetzt lache ich beim Lesen abwechselnd damit, dass mir die Tränen kommen – und meist nicht jene traurigen sondern jene ‚oh Gott ist das schön’igen und das ganz ohne (zu) kitschig zu sein. Und ich bin schon seit der 30. oder 40. Seite so im Bann, dass ich weiss, wie traurig ich sein werde, wenn ich’s fertig habe und von diesem Ende trennen mich nur noch gut 100 Seiten. Und auch wenn ich durch den Film grob weiss, was da noch passieren wird, nimmt mir das nichts von der Freude beim Lesen, weil es weniger um die Spannung geht, sondern mehr um das nahe Gefühl beim Lesen. Darum, wie lieb mir diese paar skurrilen Charaktere auf den letzten 450 Seiten geworden sind.

Und zu all dem wunderbaren kommt noch hinzu, dass es einen der schönsten Buchtitel überhaupt hat:

Zusammen ist man weniger allein.

Ich glaube, ich muss in Zukunft bei der Frage über mein Lieblingsbuch zumindest nachdenken. Ganz verdrängen kann’s den Prinzen nicht. Dafür ist der zu viel für mich. Aber dieses Buch, das muss mindestens mit auf’s Treppchen.

Hachz. Ich geh jetzt mal gucken, ob die Frau noch mehr geschrieben hat.

Katja

(Witzig, als ich über den Film gebloggt hatte, hatte Tanya kommentiert und gerade auch bei diesem Buch hatte sie über diese Leere gebloggt.)

20 Kommentare zu “~♥~

  1. Ach fein :]

    Lustigerweise habe ich gestern endlich ein zweites Buch von Anna Gavalda mitgenommen: „Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf mich wartet“. Das stand schon lange auf meiner A.Wunschliste. Darüber kann ich natürlich noch nichts sagen, gute Kritiken habe ich aber hier und da schon gelesen.

    Tanya, auch immer noch, mit einigem Abstand begeistert von dem Buch, den Film zwischenzeitlich gesehen und für ganz nett befunden habend.

  2. @Leonie: Ich bin gespannt, ob du’s auch mögen wirst. 🙂

    @Katrin: Hast du den Film auch gesehen?

    @Tanya: Erzähl doch dann bitte mal wie das zweite von ihr war. Das ist die Kurzgeschichtensammlung, oder?
    Ich mag den Film nochmal schauen, wenn ich jetzt mit dem Buch durch bin. Bin gespannt, ob ich ihn dann immer noch so mag. Wobei ich ja alleine Audrey Tautou schon so bezaubernd finde.

    @Corina: Bei diesem Buch grinse ich ganz frei von schlechtem Gewissen darüber. 🙂

    • Genau, die Kurzgeschichten, die aber wohl, trotz Kürze, eher schwerere Kost sein sollen. Ging beim Trödel spontan mit, momentan lese ich noch an meinem 3/3 Fantasywälzerteil.

      Tanya, momentan am liebsten stricken und lesen gleichzeitig könnend

    • Nein, ich kenne nur das Buch. Ich bin eigentlich nicht so der Filmegucker…
      Kennst Du eigentlich „Grüne Tomaten“? Ich glaube, das würde Dir auch gefallen. Dieses Buch hat mich ein bisschen daran erinnert, weil es auch Themen wie Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft beinhaltet, aber auch der Humor nicht zu kurz kommt.

  3. „Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf mich wartet“ habe ich mal auf französisch angefangen, als mein Französisch noch nicht gut genug dafür war – leider. Sollte es beim nächsten Besuch im Elternhaus noch da sein, werde ich es nochmal angehen.

    @Tany: Ja, Stricken und Lesen gleichzeitig wäre gigantisch!

  4. @Tanya: Das Zusammen ist man weniger allein ist ja eigentlich auch schwere Kost, also zumindest stellenweise. Die haben ja schon auch alle ihre tragische Geschichte. Und das machte das Buch vermutlich auch gerade für mich zu so was Besonderem. Dass man sich trotz dieser schwierigen Geschichten so geborgen in der Erzählung fühlt. Hmm, klingt irgendwie doof, aber ich kann’s gerade gar nicht anders beschreiben.

    Und das könnte ich in der Tat auch gerne gleichzeitig. 🙂

    @Katrin: Grüne Tomaten liebe ich – sowohl das Buch als auch den Film. Ich finde, das ist eines der ganz wenigen guten Bücher aus denen ein wahnsinnstoller Film geworden ist, der sich nicht hinterm Buch zu verstecken braucht. (OK, ich gestehe, ich stehe auch seit Teenietagen und ‚Ist sie nicht wunderbar‘ unheimlich auf Mary Stuart Masterson.)

    @Frau Leo: Das kann ich echt immer nur wieder bewundern, dass du so gut französisch kannst. 🙂
    Ich lese nicht mal gerne auf Englisch – ich verstehe dann zwar recht viel und man kommt ja mit der Zeit auch rein, aber mein Englisch ist zu schlecht, um so sprachliche Feinheiten mitzubekommen. Und ich lese ja mittlerweile viel mehr sprachfixiert als inhaltsfixiert. Hmmm.

    • oh – da der tab schon so lange offen war, hatte ich diesen kommentar noch nicht gesehen… kannst room/raum bestimmt auch auf deutsch lesen.

      ps: seit neuestem bin ich übersetzungen gegenüber aber immer skeptischer – gerade, weil ich sprachfixiert lese. hm.]

      *rumgoogle nach rückwirkend oben eingesetztem link

      [beim rumgooglen auch gefunden:]
      pps: oder auch wieder nicht. hmhm.

      offensichtlich habe ich noch keine abschließende eigene meinung. -.-

      • Wenn ich die Original-Sprache gut genug beherrsche, lese ich das Buch am liebsten in dieser. Alles andere übersetzt, am liebsten ins Deutsche, denn wenn bei der Übersetzung schon etwas verloren geht, dann bitte nicht noch beim Lesen.
        Natürlich bringt ein Übersetzer seinen eigenen Stil ein. Das finde ich auch gar nicht weiter schlimm 🙂 GsD bin ich keine und kann somit Englisch lesen, ohne es simultan zu übersetzen, das wäre im Alltag auch hinderlich.
        Da fällt mir ein: Herr der Ringe kam doch vor einigen Jahren in einer neuen Übersetzung raus. Meiner Meinung nach ging dabei sooooo viel verloren im Vergleich zur alten, soviel von dem alten, etwas geschraubten Englisch, das in der alten so schön ins Deutsche übernommen wurde – weg! 😦

      • Zu schnell auf Senden gedrückt: Mein Englisch reicht auch erst nach viel Übung aus. Und ich achte gerne auf sprachliche Feinheiten und freu mir nen Ast, wenn ich sie erkenne.
        Ich muss dazu sagen, dass ich deutsche Texte (und die gesamte Deutsche Sprache!) vielmehr genieße, seitdem ich im Ausland lebe 🙂

    • So denn, mal in geklauten 10 Minuten ein paar Kommentarschulden einlösen :]
      Ich fand es leider etwas enttäuschend, das Kurzgeschichtenbüchlein. Also an sich recht nett, aber auch nichts anderes als Du oder ich aufschreiben würden, wenn wir Mitreisende beobachten, uns dazu eine kleine Fantasiegeschichte ausdenken und sie aufschreiben würden. In diese Kürze (manche Geschichten sind gerade mal vier Seiten lang) können sich Ihre Charaktere eben nicht so schön verschroben entwickeln, was, meiner bescheidener Meinung nach, Ihr eigentliches Können ausmacht.

      Tanya, einen kurzen Buchabriss gebend

      • Ah Dankeschön! 🙂
        Neugierig bin ich ja jetzt trotzdem und Kurzgeschichten sind ja ganz praktisch zum in der Tasche immer dabei haben um Wartezeiten totzuschlagen.
        (Aber ich hab gerade erst wieder meinen SUB in größerem Maße aufgefüllt bzw. die Auffüllung veranlasst – muss also eh noch ein bisschen warten. :D)

  5. ❤ ja! ja! ja! buch. sagte ich ja beim film schon. noch so eins: room [amazon.de] – hab’s auf englisch gelesen, war auch ziemlich einfach, der 5jährige erzählt ja…

    wenn dich die hingeschmissenen empfehlungen nerven, sag einfach ‚piep‘ :).

  6. @hühnschn: Nein, die Empfehlungen nerven kein bisschen – auch wenn die Wunschliste gerade wieder um einen Eintrag gewachsen ist. 😀
    Auf Deutsch allerdings. 🙂

    Und Dankeschön für die Links zu Isabel Bogdan! Ich muss gestehen, dass ich gerade beim Lesen des ersten Links ein bisschen geschrumpft bin. Verflucht, ich hab das tatsächlich nicht (oder nur selten) im Bewusstsein, dass ich da eigentlich die Sprache des Übersetzers mag.
    Wahrnehmung geschärft! Da werde ich in Zukunft stärker drauf achten. Und find’s gerade spontan schon direkt blöd, dass die Übersetzer nicht mal auf dem Cover zu finden sind.

  7. @Frau Leo: Ich war bei einer Fremdsprache nie an dem Punkt, wo ich einfach drauflos lesen konnte, ohne im Kopf zu übersetzen – nicht weil ich so besonders gut übersetzen könnte, sondern weil ich mich in der fremden Sprache nie ausreichend zuhause gefühlt habe. Aber wenn man die wirklich lesen kann ohne dauernd zu überlegen, was das auf Deutsch heisst, macht es sicherlich Spaß. 🙂

    Herr der Ringe kann ich gar nicht mitreden, ich mag weder die Bücher noch die Filme, finde den einfach furchtbar langweilig.

  8. Pingback: Leseliebe 2012 – meine Top 5 Bücher des Jahres | Gedankensprünge

  9. Hallo Katja,
    ich liebe deinen Blog! Einen ähnlichen (über Bücher) bin ich im Begriff zu schreiben. Wenn ich ihn fertig hab, melde ich mich bei dir, okay?
    Ganz liebe Grüße aus OWL,
    Suse

    • Hallo Suse,
      herzlich willkommen auf meinem Blog und ich freue mich, dass dir das Blog – oder meintest du damit diesen Eintrag? Ich glaube fast, aber im Grund ja auch egal – so gut gefällt. 🙂
      Und klar, sag doch mal Bescheid dann.
      Herzliche Grüße,
      Katja

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