Unverdautes

Diese Dinge, 1000 Mal ins Bewusstsein hochgeschwemmt und darüber nachgedacht, einige wenige Male mit einigen wenigen Menschen darüber geredet. Der Verstand weiss so deutlich, dass es gut und richtig und wichtig wäre, sie loszulassen und im Bauch kochen sie doch wieder hoch. Immer wieder, immer mal wieder. Sie türmen sich auf, wie unerklimmbare Kletterwände, unverdaut, auch oder gerade weil sie ungeklärt sind. Es macht mich krank, Dinge nicht (er-)klären zu können, mir und anderen, mit mir und mit anderen. Klären, darüber reden, nur das bringt echte Klarheit. Da wo das nicht geht, schwappen die Dinge immer wieder über den Bewusstseinsrand und immer steht da ganz groß die Frage ‚Warum?‘. Ich würde so gerne verstehen. Mich. Die anderen. Was passiert ist. Auch oder gerade weil so viele Ängste aus diesem Unverdauten gewachsen sind. Von denen ich rational weiss, dass sie keinen Grund haben (müssen), von denen ich mich aber emotional nicht lösen kann. Aber was wenn? Was wenn das wieder passiert? Was wenn ich dann noch so einen unverdauten Brocken anhäufe?

So viele Dinge wage ich jetzt. Bei so vielen Dingen gelingt es mir, diese Ängste entweder nicht zuzulassen oder bis zu Ende durchzudenken, um zu sehen, dass eigentlich gar nichts wirklich Schlimmes passieren kann. Aber nicht bei diesen Dingen. Da nicht. Da kocht sofort immer das ‚Und was wenn doch?‘ hoch. Und ich weiss gar nicht, was ich mehr fürchte. Das, was dran hängt, was das bedeuten würde oder dass es in einem weiteren unverdauten Brocken münden könnte, der mich auch nach Jahren nicht wieder loslässt. Ich will nicht noch mehr solches Gepäck. Aber eigentlich ist mir der Vermeidungspreis dafür auch zu hoch. *soifz*

Vielleicht sollte ich auch diese Dinge einfach aufschreiben. Manchmal ist es ja wirklich magisch, wie sehr die Dinge ihren Schrecken verlieren, wenn ich sie erst mal schwarz auf weiss auf dem Monitor gesehen habe. Als würde dieses greifbarer machen, dieses realer machen ihnen ihre böse Zauberkraft nehmen.

Katja