Orientierungslos

Irgendwann vor ein paar Monaten als ich spazieren war, hielt ein Auto neben mir an, weil mich jemand nach dem Weg fragen wollte. Ich konnte nur mit den Schultern zucken und stammeln, dass ich mich nicht so gut auskenne, weil ich keine Ahnung hatte, wie ich dem Fahrer hätte weiterhelfen können.
Einige Tage später auf dem Weg zum Spanischkurs fiel mir auf, dass der Ort den er suchte, von jenem Ort durch den ich einmal wöchentlich durchfahre nur 3 km entfernt ist und dass ich jede Woche an der Beschilderung vorbeifahre, ohne dass ich den Ortsnamen als ich danach gefragt wurde, hätte einordnen können.

Irgendwann dienstags im November prallte ich auf dem Weg zum Spanischkurs fast in eine Baustellenabsperrung und Vollsperrung meiner üblichen Wegstrecke. Die Baustelle war an diesem Tag erst eingerichtet worden und nur sehr notdürftig beschildert. Umleitung war noch gar keine ausgeschildert. Und weil ich mein Navi zu der Zeit weder in meinem Auto noch zuhause hatte und weil ich absolut keine Ahnung hatte, wie ich sonst in den Ort meines Kurses (der nur etwa 10 km von der kleinen Stadt entfernt liegt) kommen kann, fuhr ich zurück nach Hause und guckte bei google-Maps. Weil’s dann aber schon so spät war und ausserdem aus den 10 km fast 30 wurden durch die Umleitung, ließ ich Spanisch an dem Abend sausen. Mir machte aber furchtbar zu schaffen, wie hilflos ich mich in dem Moment fühlte und dass ich keine Orientierung in der Gegend besitze.

Seitdem arbeite ich daran, mich hier endlich ein bisschen zu orientieren.

Und weil mir ausserdem schon im letzten Jahr bei Besuchen in Heppenheim, Bensheim und auch in Lorsch aufgefallen ist, dass ich hier in ’ner ziemlich schönen Umgebung wohne, von der ich bisher viel zu wenig gesehen habe, und damit ich das umgucken auch wirklich anpacke und nicht beim ‚ich müsste ja eigentlich mal‘ hängen bleibe, wird das ‚Gegend erkunden‘ mein nächstes Projekt.

Den Anfang habe ich in der letzten Woche gemeinsam mit meiner Freundin, die zu Besuch war, in Zwingenberg gemacht. Dort bin ich vor einer Weile schon einmal in der Tapas- und Cocktailbar gewesen, aber von der Stadt hatte ich noch nicht viel gesehen.

Der Vorteil an so ’nem trüben Januartag unter der Woche ist, dass wir die Stadt quasi für uns alleine hatten. Der Nachteil war, dass wir, wo wir schon mal zu zweit unterwegs waren, nicht irgendwo gemütlich draussen sitzen und Kaffee schlürfen konnten.

Ein schöner Spaziergang war’s aber allemal. 🙂

Und so sieht’s da aus:

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Katja

(Projektübersicht; alles, was ich mir gerade so vornehme unter machen)