Heute vor 3 Jahren…

…war meine Freundin Bine hier ein Wochenende zu Besuch. Dooferweise hatte ich ’ne fiese Erkältung und fühlte mich das komplette Wochenende matschig und war zu wenig zu gebrauchen. Nachmittags gegen fünf standen wir frierend, obwohl wir dick in Jacken und Schals eingemummelt waren, auf meiner Terasse um eine Zigarette zu rauchen. Ich hustete mir die Lunge halb raus und konnte nur ganz vorsichtig ziehen, weil der Rauch in der Lunge so weh tat. Abends schauten wir ‚Horton hört ein Hu‘, von dem ich kaum was mitbekommen habe mit meinem Fieberkopf und die anderen tranken Feuerzangenbowle, auf die ich lieber zugunsten von Kamillen- und Hustentee verzichtete. Ich war im A….imer und mir tat es so leid, ausgerechnet während des Besuchs so krank zu sein.

Im Nachhinein war diese fette Erkältung eines der besten Dinge, die mir passieren konnten. Jene Zigarette, mit Bine zusammen auf der Terasse, nachmittags um 5 am 20. Dezember 2008, war die letzte, die ich nach 22 Jahren als (Ketten-)Raucherin rauchte. Das ist jetzt genau 3 Jahre her und nachdem die ersten Wochen und Monate eine üble Qual waren, piekst es jetzt nur noch selten – dieses Gefühl jetzt unbedingt eine rauchen zu wollen. Die Erkenntnis, dass ich das nicht mehr MUSSTE, von dem ich 22 Jahre lang überzeugt war, nicht anders zu können, hat bei mir so vieles in Gang gesetzt, was fast so gut / noch besser ist als nicht mehr zu rauchen. Den Klick, den das in meinem Kopf bewirkt hat, diese Erkenntnis, die Wahl zu haben in dieser Sache, von der ich immer das Gefühl hatte, ich könne das nie schaffen, hat mir Selbstbewusstsein und Zuversicht gegeben, dass das auch mit anderen Dingen funktioniert.

Ich dachte einmal, ich könne keine wirklich glückliche Nichtraucherin werden. Ich dachte, das Gefühl, dass da etwas fehlt, würde ich ewig als Preis für diese langen Suchtjahre zahlen, aber dieses mächtige, dauerhafte Gebrüll der Sucht ist zu einem seltenen leisen Fiepsen geworden.

Und nicht zuletzt bin ich glücklich über die vielen gesparten Euro, von denen ich wirklich jeden Samstag (der 20.12.08 war einer) einen Zehner in eine alte, leere Tabakdose packe und die zu einem großen Teil in meine andere Sucht fließen. Bücher ganz ohne schlechtes Gewissen kaufen ist wunderbar! Ich kann das jedem nur als Ersatzdroge empfehlen. 😀

Die Zahlen:

Katja hat am 20. Dezember 2008 um 17:00 Uhr aufgehört zu rauchen,
ist damit schon 1.095 Tage  1 Minute rauchfrei,
hat in dieser Zeit 13.140 Zigaretten nicht geraucht, 1.576,80 Euro gespart
12 Gramm Nikotin und 145 Gramm Teer den Lungen erspart und insgesamt
45 Tage 15 Stunden RauchFrei-Zeit gewonnen.

Mehr SWR3 RauchFrei unter http://www.SWR3.de/rauchfrei

145 Gramm Teer!1elf

Katja (stolz)

18 Kommentare zu “Heute vor 3 Jahren…

  1. Dazu gratuliere ich nochmal so gern wie zum einjährigen Bilderbloggen… 🙂
    Mit Recht kannst du stolz darauf sein, das geschafft zu haben… (fiese Erkältungen haben eben doch manchmal was Gutes).

    Und Bücher als Ersatzdroge sind wunderbar…!

    Viele liebe Grüße…

    🙂

  2. @hühnschn: Dankeschön und Toitoitoi für ihn! 🙂 (Beim jetzt Mitnichtraucher sind’s 8 Monate. Yeah!)

    @Sucherin: Klar ist das für immer. 🙂

    @Rabea: Eigentlich war’s eher feige denn tapfer. Ich wusste, dass ich nie wieder ’ne ‚glückliche‘ Raucherin sein könnte, wenn ich wieder anfinge und ich hatte viel zu viel Schiss, den Horror der ersten Wochen nochmal zu erleben. :mrgreen:

    @Corina: Danke! Bei dir wird’s ja auch täglich wieder einer mehr. 🙂

    @Dompteuse: Dankesehr und herzlich Willkommen auf meinem Blog. 🙂 Und für das ‚irgendwann‘ drücke ich jetzt schonmal die Daumen. Mir hat es nach den ersten fiesen Wochen nur Gutes gebracht.

    • Kannste auch froh sein, dass du nie angefangen hast. 🙂
      Ich glaube, das habe ich mir damals mit 17 zum ersten Mal gesagt dieses ‚hättste mal nie angefangen‘. Und nur 20 Jahre später hab ich dann endlich aufgehört. 🙄

  3. Da kannst du dir wirklich etwas drauf einbilden, liebe Katja. Da kannst du richtig stolz sein! Ich kann das oft nicht mit ansehen, wenn Menschen, die mir wichtig sind, sich dieses Gift in die Lunge ziehen … Ich wünsch‘ dir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch! ❤

  4. @Guinan: Ja, die stimmt.

    @Sherry: Das Interessante daran finde ich, dass ich in der Tat stolz bin. Obwohl ich ja nichts dafür getan habe. Ich habe einfach etwas nicht mehr getan. Vorher war mir nicht bewusst, dass man auch auf unterlassene Handlungen überhaupt stolz sein kann. 😀
    Die schönen Weihnachtstage wünsche ich dir auch! Feiert ihr überhaupt Weihnachten?

  5. Ja, wir feiern Weihnachten. 🙂

    Du sagst, du hast nichts getan, aber eigentlich hast du nichts getan, obwohl die Impulse dazu bestanden, es zu tun. Impulskontrolle ist manchmal ein größeres Problem, als einfach etwas zu tun. Du kannst wirklich stolz auf dich sein.

  6. @Henry: Lieber Henry, dankesehr! Das wünsche ich dir auch! 🙂

    @Sherry: Und auch für euch ein schönes Weihnachtsfest!
    Und ja, ich bin ja tatsächlich stolz. Ich glaube, das war eines der ersten Dinge, bei denen ich es gelernt habe, das auch einzugestehen und auszusprechen. Früher gehörte Stolz bei mir immer zu diesen bösen, nicht erstrebenswerten Gefühlen. Ich hab das immer mit übertriebener Eitelkeit in einen Topf geworfen. Mittlerweile kann ich’s aber ganz gut. 😀

  7. Pingback: Jippijajey Schweinebacke! « Gedankensprünge

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