Katerstimmung

Enttäuschung, nicht über diese Sache an sich, sondern über die Botschaft, die mich zwischen den Zeilen anspringt. Vermutlich ist sie dort weder absichtlich platziert noch ist dem Sender überhaupt bewusst, dass es sie dort gibt. Und noch dazu bin ich die Erwachsene (naja), die Vernünftige (sollte zumindest) und versuche mir die ganze Zeit einzureden, dass das nicht so gemeint ist und dass ich das ausserdem vermutlich einfach runterschlucken sollte, so wie man das mit manchen Kränkungen, die ja nicht mal bewusst erfolgten, einfach machen muss.

Und trotzdem komme ich nicht gegen diesen blöden verweichlichten kindlichen verletzten Teil von mir an, der mir diese Gedanken dauernd wieder unterschiebt, mein Herz zum Schmerzen bringt und mir die Tränen in die Augen schießen lässt.

Ich stelle so vieles gerade in frage. Mich, meine Grundsätze. Die Lösung wäre so einfach, so kalkulierbar, so käuflich. Aber der Preis, meine Integrität, ist mir zu hoch. Und das nicht mal (nur) meinetwegen.

Traurig.

Katja

So I sing for you though you can’t hear me

Obwohl ich Weihnachten noch nie anderswo als Zuhause verbracht habe und obwohl mein Zuhause das ist, wo ich aktuell wohne, weil ich in dieses erste, in dem ich den größten Teil meines Lebens verbracht habe, nie wieder zurückkonnte, ist dieses Lied doch das einzig wirklich wahre Weihnachtslied mit einzig wirklich wahrem Weihnachtsgefühl für mich.

Euch allen ein schönes Weihnachtsfest, gerade so actiongeladen oder gemütlich wie’s euch am liebsten ist!

Vielen Dank, dass ihr hier lest, kommentiert und an meinen Gedankensprüngen teilhabt. 🙂

Katja

Heute vor 3 Jahren…

…war meine Freundin Bine hier ein Wochenende zu Besuch. Dooferweise hatte ich ’ne fiese Erkältung und fühlte mich das komplette Wochenende matschig und war zu wenig zu gebrauchen. Nachmittags gegen fünf standen wir frierend, obwohl wir dick in Jacken und Schals eingemummelt waren, auf meiner Terasse um eine Zigarette zu rauchen. Ich hustete mir die Lunge halb raus und konnte nur ganz vorsichtig ziehen, weil der Rauch in der Lunge so weh tat. Abends schauten wir ‚Horton hört ein Hu‘, von dem ich kaum was mitbekommen habe mit meinem Fieberkopf und die anderen tranken Feuerzangenbowle, auf die ich lieber zugunsten von Kamillen- und Hustentee verzichtete. Ich war im A….imer und mir tat es so leid, ausgerechnet während des Besuchs so krank zu sein.

Im Nachhinein war diese fette Erkältung eines der besten Dinge, die mir passieren konnten. Jene Zigarette, mit Bine zusammen auf der Terasse, nachmittags um 5 am 20. Dezember 2008, war die letzte, die ich nach 22 Jahren als (Ketten-)Raucherin rauchte. Das ist jetzt genau 3 Jahre her und nachdem die ersten Wochen und Monate eine üble Qual waren, piekst es jetzt nur noch selten – dieses Gefühl jetzt unbedingt eine rauchen zu wollen. Die Erkenntnis, dass ich das nicht mehr MUSSTE, von dem ich 22 Jahre lang überzeugt war, nicht anders zu können, hat bei mir so vieles in Gang gesetzt, was fast so gut / noch besser ist als nicht mehr zu rauchen. Den Klick, den das in meinem Kopf bewirkt hat, diese Erkenntnis, die Wahl zu haben in dieser Sache, von der ich immer das Gefühl hatte, ich könne das nie schaffen, hat mir Selbstbewusstsein und Zuversicht gegeben, dass das auch mit anderen Dingen funktioniert.

Ich dachte einmal, ich könne keine wirklich glückliche Nichtraucherin werden. Ich dachte, das Gefühl, dass da etwas fehlt, würde ich ewig als Preis für diese langen Suchtjahre zahlen, aber dieses mächtige, dauerhafte Gebrüll der Sucht ist zu einem seltenen leisen Fiepsen geworden.

Und nicht zuletzt bin ich glücklich über die vielen gesparten Euro, von denen ich wirklich jeden Samstag (der 20.12.08 war einer) einen Zehner in eine alte, leere Tabakdose packe und die zu einem großen Teil in meine andere Sucht fließen. Bücher ganz ohne schlechtes Gewissen kaufen ist wunderbar! Ich kann das jedem nur als Ersatzdroge empfehlen. 😀

Die Zahlen:

Katja hat am 20. Dezember 2008 um 17:00 Uhr aufgehört zu rauchen,
ist damit schon 1.095 Tage  1 Minute rauchfrei,
hat in dieser Zeit 13.140 Zigaretten nicht geraucht, 1.576,80 Euro gespart
12 Gramm Nikotin und 145 Gramm Teer den Lungen erspart und insgesamt
45 Tage 15 Stunden RauchFrei-Zeit gewonnen.

Mehr SWR3 RauchFrei unter http://www.SWR3.de/rauchfrei

145 Gramm Teer!1elf

Katja (stolz)

52 Bücher, Teil 7

Kochbücher lautet das aktuelle Thema des monsterschen Bücherprojektes und das ist ja ganz klar, dass ich dabei wieder mal am Start sein muss.

Ich hatte vor langem hier schon einmal erzählt, dass ich es schon seit meiner Jugend liebe, Kochbücher zu kaufen und darin zu blättern und wenn ich mich nicht gewaltsam mäßigen würde, wären das noch mehr als es so schon sind. Obwohl ich bis vor 2 Jahren so gut wie nie nach Rezept sondern fast immer nur frei Schnauze gekocht habe.

Aus all den vielen Kochbüchern in meinem Besitz ist eines ganz herausragend und das ist ‚ganz & einfach, Tempofrei kochen‘ von Dieter Mo0r und Sabine Schneider. Im Januar hatte Corina über das Buch gebloggt und als ich ihren Blogartikel noch nicht zur Hälfte gelesen hatte, war mir schon klar, dass ich das Buch unbedingt haben muss. Ein paar Tage später stand ich dann in der örtlichen Buchhandlung und hab es direkt gekauft und seitdem schon etliche Rezepte daraus getestet. Mein bisheriger Favorit der getesteten Rezepte sind die Kasknepfle, die sich im Mund so sanft und samtig anfühlen und einfach auf der Zunge zergehen. Hier hatte ich das von mir etwas abgewandelte Rezept gebloggt.

Was das Buch aber ausser den Rezepten, die durchweg bodenständig sind und eher aus der Bauernküche stammen als im feinen Sternetempel zu finden sind und die auf frische Gartenkräuter statt Trüffelschäumchen setzen, so besonders macht sind die Texte und Geschichten von Dieter Moor, die sich zwischen Sabine Schneiders Rezepten finden. Da geht es fast immer um’s Essen und Erinnerungen an besondere Begebenheiten seines Lebens, die mit Essen zusammenhängen. Das, zusammen mit den Rezepten und den rustikalen Bildern, bei denen einem das Wasser im Munde zusammenläuft, macht für mich das Buch zu einem echten Schätzchen, in dem ich immer wieder weiterblättere und lese.

Lesen mag ich das nämlich komplett, inclusive aller Rezepte von vorne bis hinten. Seines großen Formates wegen ist es nichts, was ich so abends im Bett in einem fort lesen würde, daher bin ich immer noch nicht durch. Aber zuviel des Genusses auf einmal geht auch gar nicht. Ich brauche nur 3 Rezepte durchzulesen und kann mich kaum zusammenreissen, nicht direkt in die Küche zu rennen, um das sofort alles nachzukochen.

Frisch und schlicht und einfach und so voller Lebensfreude, Herzblut und Genuss. ‚Ganz & einfach & verliebt‘ hatte Corina ihren Artikel damals benamst und das unterschreibe ich sofort, weil das von all meinen vielen Kochbüchern dasjenige ist, das zwischen und in den Rezepten ganz viel Liebe und Hingabe vermittelt. 🙂

Ich kann mich gar nicht oft genug für den Tipp damals bedanken. 🙂

Katja

 

Heute vor einem Jahr

…hatte ich nachmittags einen Termin bei meiner Friseurin. Während ich auf dem Stuhl saß und sie mir die Haare schnitt, konnte ich das Schneetreiben vorm Fenster beobachten und sie erzählte mir, dass sie Heiligabend in aller Herrgottsfrühe in ihr Auto steigen wolle – sie hatte gerade so den Führerschein – und bei Wind und Wetter loswollte, um Weihnachten in Hamburg zu verbringen, da hat sie einen Onkel. Sie hätte den schon so lange besuchen wollen und ihre Eltern wären zwar traurig, wenn sie über die Feiertage weg wäre und ihr selber sei auch ordentlich mulmig beim Gedanken an die Fahrt beim angekündigten Wetterchaos, aber sie müsse das jetzt einfach machen. Sonst wird das nie was.

Und als ich den Salon verließ, 20 cm weniger Haare auf dem Kopf, und zu meinem Auto ging, holte ich mein Handy aus der Tasche und knipste jenes Foto oben. So lange hatte ich schon vor, ein Jahr lang ein tägliches Foto zu knipsen und die ganze Zeit stand ich mir mit meinen zwanghaften alle Eventualitäten vorher zu bedenken und alle Hättewärewenns zu wälzen und mir Gedanken über die möglichen Gefühle zu machen, wenn ich’s nicht schaffen würde das ein Jahr lang durchzuhalten und wie sehr mich das runterziehen könnte und… und… und…

Manche Dinge muss man einfach anfangen und gucken wo sie hinführen. Sonst wird das nie was. Und so kam es zu dem Foto.

Und jetzt können alle Bedenken und Befürchtungen und Hättewärewenns mal brav die Klappe halten und sich in die Ecke verziehen. Ich hab’s nämlich geschafft. Ich habe seit 16.12.2010 an jedem einzelnen Tag (mindestens) ein Foto geknipst und es am gleichen Tag direkt in mein Blog zu diesem Projekt hochgeladen. Fotos ohne großartigen künstlerischen Anspruch (ein paar davon sind trotzdem ganz hübsch geworden), aber dafür konsequent täglich. Und wenn’s ein Foto der Schlafzimmerlampe, wacklig mit dem Handy geknipst und hochgeladen, an kranken Tagen war. Dass Corina vom 1. Januar an mitgemacht hat, war sicherlich mit einer der Gründe, weswegen mir das Durchhalten letztendlich sogar viel leichter als gedacht fiel. Gesellschaft motiviert und es war einfach spannend zu sehen, wie unterschiedlich unsere Motive an den meisten Tagen waren, aber wie ähnlich dann doch zufällig an einigen anderen. Macht Laune!

Und ich bin stolz auf mein ‚a picture a day – a year‚ – es fühlt sich gut an, das durchgezogen zu haben.

Und weil ich das Gefühl habe, dass ich, seit ich täglich knipse und ein Motiv suche, viel aufmerksamer durch die Welt stolpere, mag ich das auch weiterhin tun. Mal sehen, ob immer noch mit dieser mir selber gegenüber strengen Konsequenz, die mich im Urlaub an einigen Tagen ziemlich Nerven gekostet hat, weil das spanische UMTS Netz des spanischen Anbieters, von dem ich – primär für diesen Zweck – extra eine Prepaidkarte hatte, oft nicht so wollte, wie es sollte. Aber weitermachen will ich auf jeden Fall.

Und irgendwie musste das heute sein. Ein Jahr später:

Und zum Friseur müsste ich auch dringend mal wieder. 😀

Katja

Glück ist #24

…dieser Moment und das kribbelnde Gefühl, wenn man ahnt, aber noch nicht absolut sicher ist, dass man gerade die Lösung für ein Problem gefunden hat, auf dem man wochenlang rumgedacht hat. Und man muss nichts weiter tun als sich noch einen Moment zu gedulden und abzuwarten ob die Rechnung aufgeht, die Idee funktioniert, aber man ist sich eigentlich schon so sicher, dass die Hoffnung den Kampf mit dem Bangen deutlich dominiert.

Katja

And I think to myself

~*~

The colors of the rainbow
So pretty in the sky
Are also on the faces
Of people going by

~*~

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Katja