Auf der Suche nach dem Käse

Mein erster Gedanke als ich das Rezept der ‚Kasknepfle‘ zum ersten Mal durchgelesen habe war ‚Wo bitte ist denn da der Käse?‘ In Käsekuchen benutze ich das ganz automatisch synonym für Quark (obwohl Käsekuchen ja, da wo ich herstamme, ‚Mattekuchen‘ heisst), aber bei herzhaftem Essen, hat mich das erst mal verwirrt. Und unter Knepfle hätte ich mir auch eher was kleineres vorgestellt, wie eben die kurze Spätzlevariante. Aber ob sie nun Kasknepfle oder Quarknocken heissen, eins ist gewiss: Verflucht, sind die lecker!

Und weil es die jetzt schon zweimal in der heimischen Küche gab, hier das Rezept. Bei solchem Wetter, wie es gerade draussen herrscht – neblig, nieselig und das alles in gefroren – wärmen die Knepfle von innen und hinterlassen ein breites Grinsen im Gesicht.

 

750 Gramm Quark
5 Eier
250 Gramm Mehl
jede Menge Kräuter –  ich hab sie einmal mit frischer Petersielie und jetzt beim zweiten Mal mit einer Tiefkühlmischung italienischer Kräuter gemacht. Die roten Zwiebeln in der Kräutermischung gaben dem ganzen noch einen besonderen Kick
150 Gramm Schinkenwürfel
300 ml Sahne
evtl. eine Hand voll frisch geriebenen Parmesan
Butter
Olivenöl
Salz, Pfeffer, Muskatnuss – am besten alles frisch gemahlen bzw. gerieben

Quark, Eier, Mehl, Kräuter und Gewürze zu einem glatten Teig verrühren. In einem weiten Topf Wasser mit Salz zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, mit zwei Esslöffeln längliche Nocken vom Teig abstechen und ins Wasser gleiten lassen. Den Herd auf kleine Flamme runterdrehen und die Nocken etwa 10 Minuten im heissen Wasser ziehen lassen. Im Originalrezept steht, dass sie fertig seien, wenn sie alle oben schwimmen. Bei mir kommen die aber quasi sofort an die Wasseroberfläche. Ich lasse sie wirklich die 10 Minuten ziehen. Danach sind die Knepfle richtig dick aufgeplustert.

Wenn die Knepfle im Wasser sind, den Backofen auf 180°C vorheizen und eine große Auflaufform einfetten. In einer Pfanne die Schinkenwürfel in wenig Butter und Olivenöl anbraten, die Sahne dazugeben, mit Pfeffer würzen und etwas einköcheln lassen. Wer mag, gibt ’ne Handvoll Parmesan in die Soße, das macht einen etwas kräftigeren Geschmack aus.

Die fertigen Knepfle mit einer Schaumkelle aus dem Wasser fischen und nebeneinander in die Auflaufform setzen. Die Soße drüber geben und für 15 bis 20 Minuten im Backofen überbacken bis die Knepfle die bevorzugte Bräunung haben.

Zusammen mit Salat reicht die Menge lässig für vier.

Das Rezept, das ich ein bisschen abgewandelt habe, stammt aus dem großartigen ‚ganz & einfach‘ von Dieter Mohr und Sabine Schneider.

Katja

 

10 Kommentare zu “Auf der Suche nach dem Käse

  1. Hier endlich mal mein Gesang:…kannst Du ihn hören?… ja…? jetzt…?

    Doch, du musst doch hören, wie lautstark mein Magen gerade knurrt – das traurige Lied der Hungrigen… Oh, wie sieht das lecker aus 🙂 Könnte ich auf der Stelle und ohne zu überlegen ratzeputz aufessen. Schluck… Und wahrscheinlich duftet es auch unverschämt köstlich… stimmt´s? Eben!

  2. @Rabea: Ich hab’s Knurren deutlich gehört – welch trauriger Gesang. Aber das lässt sich wirklich ratzfatz selber machen und braucht auch keine exotischen Zutaten. *anfeuer* 😀

    @Corina: Bisher unser Lieblingsessen aus dem Buch. 🙂 Das wärmt wirklich das düstere Wetter weg.

    @Sucherin: Ich verschätze mich, was den Aufwand angeht, gerne mal nach unten und staune nach dem Kochen wie lange ich tatsächlich gebraucht habe. Aber die Knepfle machen wirklich nicht viel Arbeit. Lediglich schmutziges Geschirr fällt eine ganze Menge dabei an. (Das verliere ich gerne mal aus den Augen, weil die Spülmaschine so freundlich ist, das hier zu erledigen.)

    @Designerhaase: Ja den Namen finde ich auch merkwürdig. Wobei mit Quarknocken, wie ich sie genannt hätte, verbinden viele wohl eher etwas Süßes. Aber ganz egal wie sie heissen: lecker sind sie allemal und das war nicht das letzte Mal, dass die heimische Küche die ausgespuckt hat.

    • 😀
      Aber diese ja nicht wirklich was für die Presse. Oder hat dich das zu deinem eigenen Rezept inspiriert? Dann mag ich das natürlich haben. 🙂
      Hab zwar keine Presse, aber seit einer Weile ein tolles Spätzlesieb, das immerhin die Knöpfle ganz hervorragend hinbekommt.

  3. Pingback: 52 Bücher, Teil 7 « Gedankensprünge

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