Farbsüchtig

Ich kenne das schon länger von mir, allerdings eigentlich aus einer ganz anderen Zeit des Jahres. Üblicherweise, sobald sich draussen nach dem Winter die erste Farbe zeigt, sobald die Wiesen sich von schmutzig blass bräunlich-grünlich in noch zaghaft saftige Grüntöne verwandeln, sobald die ersten Blüten rauskommen und sich die ersten Blättchen und Knospen an den Bäumen zeigen, kann ich gar nicht anders als all diese Farbtupfen mit den Augen in mich aufzusaugen, so intensiv es nur geht. Und so frisch und wach und bunt, wie die Natur dann nach und nach wieder wird, fühle ich mich in dieser Zeit des Jahres auch immer.

Dieses Jahr geht mir das zum ersten Mal ganz bewusst auch mit den Herbstfarben so.
Nachdem ich in den letzten beiden Jahren jeweils genau zu der Zeit, zu der zu Hause die Blätter bunt leuchten, im sommerlich buten Spanien war, war der Farbzauber hier bei meiner Rückkehr meist schon vorbei, der Großteil der Blätter gefallen und die, die noch hingen, eher braun als noch gelb, orange und rot leuchtend.

Das ist dieses Jahr anders. Wir waren fast 2 Wochen früher mit dem Urlaub dran und der hessische Herbst hat sich dieses Jahr auch freundlicherweise Zeit gelassen und mit viel Sonne von seiner besten Seite gezeigt. Und ich war jetzt fast jeden Tag draussen unterwegs, die Farbpracht mit den Augen tief in mich reinsaugend, mich von den warmen Blätterfarben im Sonnenschein wärmen lassend.

Und zum ersten Mal seit Jahren fühlt sich der Novemberanfang nicht so gemein an, fühle ich mich sowohl mit dem wahnsinnstollen Wetter in Spanien als auch mit der Farbpracht nach der Rückkehr reich beschenkt und gerade sehr mit dem Herbst versöhnt, für den ich in den letzten Jahren nicht so viel übrig hatte.

Ich mag mir das gerne erhalten, hoffe, dass ich, wenn es denn jetzt tatsächlich kalt und nass und dunkel wird, ein bisschen von dem Sonnen- und Farbvorrat zehren kann.

Im letzten Jahr habe ich in der ersten Februardekade schon die ersten Gänseblümchen im Garten zu sehen bekommen (wofür so ein tägliches Fotoprojekt nicht alles gut ist!), das ist doch gar nicht so lange hin. Die Zeit bis dahin muss sich doch irgendwie aushalten lassen!

Bis dahin ein paar Farbsüchteleien:

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Mittlerweile sind die Bäume viel brauner und auch schon viel kahler, aber der Übergang vom Sommer zu dieser farblosen Jahreszeit, fühlt sich in diesem Jahr sehr viel sanfter an als der Sprung ins Kalte in den letzten Jahren.

Katja